Wie kam das Böse in die Welt

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Das Böse kam in diese Welt,
es kam mit dem Erkennen,
doch was ist’s, das der Mensch erkannt?
Kann man’s beim Namen nennen?

Den ersten Schritt, den macht der Mensch,
ist nun nicht mehr geborgen,
tritt in die Welt und hofft darauf,
dass Andere für ihn sorgen!

Wenn sie sich kümmern, ist es gut,
er wächst in ihrer Stärke,
und er erkennt, was richtig ist,
es fließt in seine Werke.

Doch mancher Mensch, der leidet sehr
an dem, was ihm geschieht.
Die Liebe ist es, die schon bald
aus seiner Welt entflieht.

Er ist allein mit seiner Angst,
voll Furcht sind die Gedanken.
Er setzt sich selbst zu seinem Schutz
unüberwindbar Schranken.

An wenigem nur hält er fest,
denn ihm fehlt das Vertrauen,
mit dem man Schranken kann zerstörn
und feste Wege bauen.

So kam das Böse in die Welt,
kann in der Angst verweilen.
Wenn jeder seine Wunden pflegt,
wird unsere Welt nicht heilen.

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Kommentare

22. Feb 2017

Das ist sehr schön und richtig, Sigrid. Aber es gibt leider Menschen, die lernen nie aus ihren Fehlern und reißen immer neue und die alten Wunden auf. Wer nie Zärtlichkeit erfahren hat, wird auch nie Zärtlichkeit geben können. Es ist wichtig, dass man zu den Seinen hält. Fürs Miteinander ist auch Respekt vor dem anderen unerlässlich. Menschen, die so gar nicht 'erzogen' wurden oder ein sehr schlechtes Vorbild gehabt haben, werden sich immer zusammenrotten, um gegen das Gute zu kämpfen.

LG Annelie

22. Feb 2017

Danke dir liebe Annelie, genau so war es gemeint. Kein Mensch wird böse geboren. Es sind so viele Puzzleteile, die uns zu dem machen, was wir sind. Erziehung oder fehlende Erziehung, Freunde und nicht zuletzt die eigenen Entscheidungen bestimmen unseren Weg, der in die eine oder in die andere Richtung gehen kann. Kinder lernen von denen, die Vorbilder für sie sind. Doch schaut man sich in der Welt um, gibt es kaum noch Menschen, die als wirkliches Vorbild taugen. Wenn sie z.B. einem amerikanischen Präsidenten nacheifern, dann wundert man sich über nichts mehr... :-(

LG! Sigrid

22. Feb 2017

Ein sehr schönes Gedicht! Leider irrst Du etwas darin, wie das Böse kam. Der Mensch wollte sein wie Gott und das war sein Verhängnis. LG Ekki

22. Feb 2017

So stellt jeder seine eigenen Überlegungen an. Beweisen können wir nichts, wir können nur darauf hoffen, dass das Gute seinen Weg in die Herzen der Menschen finden wird.
Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße! Sigrid

22. Feb 2017

Ein sehr durchdachtes, auch stilistisch voll überzeugendes Gedicht, welches mich an eine Definition des Pädagogen Pestalozzi erinnert: "Erziehung ist Beispiel und Liebe!"
Eine gute Nacht wünscht Alfred!

22. Feb 2017

Wenn WIR in unserem Alltag nachdenklicher, mit mehr Verständnis für andere und
für uns selbst umgehen könnten, wäre es ein wenig leichter. Das muss mit vollständiger
Wahrnehmung, wahrhaftiger Begegnung sowie leichten und freudigen Wortspielen
in verständlicher Sprache ablaufen. Beziehungspflege = Menschenpflege.
Dann machen wir mal den ersten Schritt...........!
Dein Text gefällt mir sehr gut, hat er mich doch zu diesem Kommentar
gebracht.
Dank & Gruß,
Volker

23. Feb 2017

Ja, ein gutes Gedicht hast Du geschrieben. Es macht aufmerksam, wie wir mit uns selbst umgehen:
so, wir in unserer Entwicklung erfuhren, mit uns umgegangen wurde. alles tun ist einerseits Reflexion, andererseits aus dem eigenen Empfinden, Erleben, Erfahren gedacht und gehandelt. Aber das macht auch gerade lebenswert, jeden Tag neu an zu nehmen.
Helfen zu können, wenn es mir möglich ist, Hilfe anzunehmen, wenn ich sie benötige. Nur die Ausbildung von Auswüchsen ist letztendlich Das BÖSE. Sowohl Mitmenschen zu drangsalieren, als auch Schmarotzertum.
Ausgenommen sind krankhaft belastete Verhaltensweisen....,
aber da gibt es ja Maßnahmen.