Von Unverfrorenheit

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Noch vor der langen Ära Kohl,
vor einer halben Ewigkeit,
– es ging uns damals ziemlich wohl – ,
las ich von Unverfrorenheit:

Ein Schweizer „Licht" verbreitete,
in schönen Worten, wohlgesetzt,
was starken Ekel ihm bereitete –
dann wurde regelrecht gehetzt.

Die Glaubensgruppe maßte sich
ein Urteil über Deutschland an,
ich las – für mich ganz fürchterlich –
dass man es nicht betreten kann.

Schon ab der Grenze stinke es
nach Kohl, und das sei unerträglich,
fortschreitend sei dieser Prozess
in einem Ausmaß, ganz unsäglich.

Dazu die dichte Wolkenschicht,
die grau sich über Deutschland legt,
man rate dazu wirklich nicht,
dass man sich in das Land bewegt.

Miasma sei's, noch aus dem Krieg,
den dieses Land verursacht habe,
und das als Schuld den Erben blieb
noch weit in deren ferne Tage.

Man sehe es den Deutschen an,
wie diese Last sie niederdrücke,
weshalb es nie geschehen kann,
dass diesem Land Glücklichsein glücke.

Und das aus der „neutralen" Schweiz!
Und aus „erhelltem" Glaubenssinn!
Mich packte ein gewisser Reiz,
dass ich da andrer Meinung bin!

„Wir" haben an der Last zu tragen,
stimmt, ständig wird sie aufgebürdet,
und niemand käme drauf zu fragen,
wie's wäre, wenn „ihr's" stoppen würdet!

„Ihr" seht nur diese braunen Massen,
die aus den Rattenlöchern quellen!
Auf MIR will ich's nicht sitzen lassen,
weltweit gibt es ja solche Zellen!

Und wenn wer neu sein Maul aufreißt,
„uns" immer wieder „Nazis" nennt,
in dieses Thema sich verbeißt –
dem ist es selbst wohl nicht sehr fremd.

Wer „Schuld" auf fremde Schultern lädt,
von eig'ner Absicht abzulenken,
ist irgendwann nicht mehr „Prophet",
wenn sein Volk lernt, mal umzudenken.

Doch mich beschäftigt eins noch sehr:
Das mit der Schweiz lässt mich nicht los –
und ist doch schon Jahrzehnte her ...
Was denken sich solch Leute bloß?

noé/2017

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Kommentare

22. Mär 2017

Gern schwingt man ja besagte Keule -
Hat selbst am Kopf die größte Beule ...

LG Axel