Nachts im Wald

von Michael Dahm
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Unterm Moose regte sich –
als ich nachts um zwölfe schlich –
nach viel Bier und Doppelkorn
etwas Böses, voller Zorn.

Und es sprang in Waldes Halle
aus dem Boden mit Geknalle
eine schaudrige Figur
mit satanischer Statur.

Und sie funkelte mit roten
Augen – die von Toten –
mir entsetzlich ins Gesicht:
Bursche, Du entkommst mir nicht!

Dann schlug sie mit einem Hieb,
dass von mir nicht mehr viel blieb,
mir den Schädel ein – zu Brei –
das tat wehe – au auwei.

Im Dunkel machte sie sich Licht:
ach du armer, kleiner Wicht –
du bist nicht, den ich wollte –
das Kreaturenantlitz schmollte.

Sie legte mich ganz still ins Moos,
denn mit mir war nichts mehr los,
und verschwand zwischen den Bäumen
und ich hofft', ich würde träumen.

Am nächsten Morgen wacht' ich dann
unter Waldes schwarzer Tann
mit der Geschichte auf im Kopf –
ich trank nie wieder einen Tropf' ...

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Kommentare

22. Jul 2017

Ein starkes Gedicht -
Das Bilder spricht!
(Bloß Bertha Krause ist empört -
Weil sie Bier doch so verehrt ...)

LG Axel

22. Jul 2017

Das glaub ich gern,
hier von fern
ich glaube nur ...
sie war die Kreatur ...

LG Micha

22. Jul 2017

Vielleicht hat sie ja nen Gang zum Wald
durch den sie in der Pause knallt
um dann Typen zu verdreschen
die betrunken durch den Forest preschen

LG Axel

23. Jul 2017

Das ist ein wirklich liebenswert lustiges Gedicht ... ich hab echt lachen müssen :)))))

L.G.

Mara