Vom Wesen der Romantik

von Yvonne Zoll
Mitglied

Voller Verträumtheit
verwertender Ausdruck nur
Fassung überein
gekommener Bedeutung
unverlegen gelegen

im andeutenden
bekunden Gemeinsamkeit
Deutung unwähnbar
unerzählbar ureigen
Belang Ausdruck erfindend

Im Erlesenen
inspirieren eigene
Wege im Gehen
Unhörbare Aussagen
ureigenster Be-Deutung

immerwähnende
Sehnsuchtreisen zu losen
lauschende Ehre
aschend unwidersetzten
Autoritäten trotzend

sie Bände singen
seelend nicht ungenutzten
Enthusiasmus
Vom Schock wehender Mäntel
Säume empfundenen Glücks

Entdeckt darbietend
in dünnhäutigen Zeilen
Vögel des Lebens
Glück - Seligkeit abzüglich
Sorgen denkende Worte

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Kommentare

25. Dez 2018

Definitiv: Roman-tisch
Gehört auf jeden Gaben-tisch!

Frohe Weihnachten!

Yvonne

23. Dez 2018

Sehr vieldeutig, das Wesen der Romantik hier in dem Gedicht,
dünnhäutige Zeilen, klasse kundgetan, unverlegen ins Gesicht,
doch denke ich an die "Romantik" der Diktatur des Proletariats,
da würden sogar sterben gern die Bäume mitsamt Har(t)z.

Dank Dir Yvonne für das Gedicht; es brachte mir heut Wärme,
Licht ...

LG und einen schönen vierten Advent,
Annelie

25. Dez 2018

Byron, Yeats, Eichendorff, Brentanos,Arnims, auch Heine - ein Plädoyer für das Einfühlen - in das, was Romantik sein kann, was sie uns geben kann, wenn wir uns wirklich einfühlend fallen lassen, aufgefangen werden - so abweichend von heute als romantisch verkitscht-verkauften Weisen - wie vieldeutig und offen Romantik ist, hadt du mit deinem Kommentar wunderbar bewiesen!!!

Frohe Weihnachten

24. Dez 2018

Hoi und ein Hurra deiner Klugheit -
aus meiner ganzen, wenn auch romantischen Seele. Ich höre soeben Schumann Lieder... der Regen trommelt draußen an die Fenster und der Wind scheint ebenso irgendetwas sagen zu wollen, was nicht Be Deutung, sondern Adeutung besitzt, aber nur Andeutung erreicht, weil ich es übermittle statt du oder Annelie. Aber wenigstens wer.
Hab einen schönen 24., von dem das Jahr nur einen zu bieten hat.
LG Uwe

25. Dez 2018

Es kommt nicht - nie - nur auf die Worte an - sondern wes Geist welche Idee entfliegt...romantische Seelen - finden wir gerade hier - wie schön - Schumann passt ganz wunderbar (siehe auch unter Annelies Kommentar)!
Wünsche ebenfalls noch wunderbare Feiertage...
Yvonne

24. Dez 2018

"Glück - Seligkeit abzüglich Sorgen denkende Worte" ist das Wesen der Romantik? Als studierte Germanistin, die Du sicher bist (im Gegensatz zu mir, ich bin eher Feld-Wald-Wiesen) wirst Du es wissen ... ich liebe Deine Gedichte, die ich als abstrakt bezeichne, sie lassen dem Leser Spielraum zur Interpretation, das mag ich. Frohe Weihnachten Dir und "den Deinen" -

Marie

25. Dez 2018

Liebe Marie, ja, ich bin Lehrerin - und gerade deswegen dieses Plädoyer - für die Einfühlung - gegen das Zerpflücken (denkende Worte), durch das Fühlen erschließt sich erst, was Romantik war - ist - und auch heute uns noch zu geben hat - eben nicht nur die fürchterlichen Analysen, sondern ein sich einlassendes Schwelgen in einem Gefühl - wie etwa der Sehnsucht - dies in Worte zu bannen, die wie Lieder klingen ---
Ja, vielleicht ganz einfach:
Frohe besinnlich-einlassende Feiertage weiterhin auch dir und den Deinen
LG Yvonne

25. Dez 2018

Zwei Herzen ach in meiner Brust.Die deutsche Romantik ist leider auch . . . Arndt, Turnvater Jahn,Fichte etc.
Mir gefallen die Deutsch-Nationalen Aspekte gar net. Die Schleifspur reicht leider bis in die übelste
Zeit deutscher Geschichte.
Davon abgesehen bin ich gerne ab und zu 'Romantiker'.
frohes Fest noch
herzlich
ulli

25. Dez 2018

Was wäre das Leben ohne kontroverse Vielfältigkeit - und wenngleich sie in mancher Hinsicht über die Ziele weit hinaus-schossen (im wahrsten Sinne des Wortes), muss man doch auch die zeitlichen Umstände berücksichtigen - das zersplitterte unter dem metternichschen System leidende Bürgertum brachte eben solche Sehnsüchtige auch hervor... und die 48er haben viel Hoffnung hervorgebracht.
Besinnliche Feiertage gleichfalls und Danke für den ehrlichen Kommentar! Yvonne

25. Dez 2018

Ich kommentiere stets 'ehrlich'.Wie könnte es anders sein,liebe Yvonne.
Und immer bin ich voreingenommen, weil ich es bin, der schreibt . . .

ulli