die Zeit lag brach

von marie mehrfeld
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ein Wispern war, von Sonne satt, ein Raunen gar vom Tage matt,
ein süßes Lied summt vor sich hin, und da war ich mit wachem Sinn,

und in der trägen Mittagsluft – da hing ein zarter Fliederduft, war
weder Kind, noch war ich Frau, doch weiß ich es noch ganz genau,

ich saß da so im roten Kleid und sehnte mich - nach Ewigkeit, dass
etwas kommt, dass etwas fließt, mich zärtlich in die Arme schließt,

ein wilder Wind, in Glut gehüllt, der meine große Sehnsucht stillt,
so träumte ich am Sommertag, die Drossel sang, die Zeit lag brach,

ein heller Klang schnitt seine Spur, ein winzig kleines Glück war’s nur,
ich wünschte mir, dass du es sagst im hellen Licht, dass du es wagst,

ein Nachmittag im Flimmerglanz, nur du und ich im stillen Tanz,
so Aug’ in Auge warn wir zwei - und scheue Liebe war dabei, was

damals war, sank in mein Herz, wenn ich es spüre, ist da Schmerz,
ich sehne mich, die Zeit liegt brach – nach jenem goldnen Sommertag …

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Kommentare

26. Aug 2019

Wunderschön geschrieben und liest sich traumhaft schön.
Das gefällt mir sehr!

LG und einen schönen Sommertag
Andreas

26. Aug 2019

Liebe Marie -
ein Traum, dein Gedicht, bin hin und weg davon! Du kannst das eine "Es" und machst es. Lass dich grüßen und, wenn ich es könnt, dich von mir segnen.
Uwe

26. Aug 2019

Poesie vom Feinsten. Wort für Wort.
Wer mit dem Herzen sieht, sieht das Wesentliche !
HG Olaf

26. Aug 2019

" Die Zeit lag brach" und in diese besondere Atmosphäre der Möglichkeiten von Festhalten, Stillstand und Aufbruch jener erinnerten Liebe und Sehnsucht, zieht Dein Gedicht sofort hinein, sinkt auch in das Herz der Lesenden. Feinste Lyrik, liebe Marie.
Herzliche Grüße in Deinen Abend kommen von Ingeborg

29. Aug 2019

Es sind diese Erinnerungen, sie bleiben für immer:
in unserem Herzen, als Glanz und Glimmer …

Herzliche Grüße zu dir, liebe Marie
Soléa