Katzen(ge)jammer

von Corinna Herntier
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Wir hatten einmal eine Katze,
die schlief stets mit auf der Matratze
am Fußende im Ehebett.
Das fand sie – „Kiki“ – richtig nett.

Doch fehlte es ihr an Verständnis
(durch nicht vorhand‘ne Menschenkenntnis)
für stillvertraute Zweisamkeit …
Sie hasste Abgeschiedenheit.

Wie wird ein Liebespaar sich fühlen,
wenn es beim „in den Laken wühlen“
von einer Katze wird beäugt?!
MIES, sag ich euch – das sei bezeugt!

Kiki, die es wohl interessierte,
was da im Bett denn nun passierte,
ließ sich nur unter Gegenwehr
von uns verbannen – es war schwer.

Wer liebt sich frei und unverzagt,
wenn vor der Tür die Katze klagt?
Ihr Maunzen – lautstark und von Dauer!
Im Keim erstickt der Liebesschauer.

Doch aufgeben? Wir taten’s nicht.
So stellten wir ihr Leibgericht
in unsere Küche – die lag ferne.
Das klappte gut, sie fraß halt gerne.

Jedoch die Zeitnot …! Lieber Gott!
Denn Kiki futterte recht flott.
Kaum hatte sie sich ihren Magen
mit all dem Guten vollgeschlagen,

da maunzte sie ganz unerträglich
an unserer Tür – so laut! So kläglich!
Die Rettung kam erst – ungelogen,
nachdem wir, örtlich, umgezogen.

Da gab es nämlich viel mehr Türen!
Nun konnten wir uns frei verführen.
Und Kiki? Ihr Protestgesang
ins Schlafgemach nie wieder drang!

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