Es war einmal ...

von Annelie Kelch
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Für ein paar Stunden nur ...
sobald die Tage
kürzer werden
will ich untertauchen
im Nebel des Vergessens.

Du fehlst mir in meiner Traumwelt,
darin des Nachts das Sternensilber
in letzte Rosen und Gedanken fällt.

So fing alles an:

Ich fand mich in einem fremden Gesicht
und lächelte ihm zu.

Mein „Ich“ zog sich in weite Fernen zurück.
Ich vermisste es nicht.
Sobald du in meiner Nähe warst,
wurde meine Stimme
leiser noch als sonst;
aber du hast mich verstanden,
jedes Wort.

Seit wir uns kennen, blicke ich
zärtlicher in die Welt.

Du hast mir deine Augen geliehen,
ich überließ dir meine Hände.
Eines Tages wirst du sie mir zurückgeben,
eines Tages –

… spätestens dann, wenn wir
in die Winterkälte gefallen sind –
aus dem Paradies unserer Liebe.

Dein Blut rauscht
noch immer in meinen Ohren,
aber wir sind längst – Gewesene.

geschrieben gestern, 29. August 2017

Quelle: pixabay
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Kommentare

30. Aug 2017

Dank, Axel, dir, für deinen Kommentar:
Selbst noch im dicksten Nebel ist
die Welt oft wunderbar.

LG Annelie

30. Aug 2017

So versonnen, versponnen, mit zarter Wehmut sind deine leisen Worte und Metaphern der Liebe, wie sie einst spürbar waren "im Paradies der Liebe". Stimmig komponiert....
Dir einen luftigen Gruß zugeschickt von

Barbara

30. Aug 2017

Vielen lieben Dank, Barbara, für deine einfühlsamen Worte. Und ganz besonderen Dank für den luftigen Gruß. Draußen, ich habe die Fenster gekippt, bewegt sich kein Lüftchen. Es ist schwül, der Laptop strahlt HItze aus, weil seit Stunden von mir in Beschlag genommen und mir tun sämtliche Knochen weh. Wie gerne liest man dann solche Zauberworte, wie du sie erdacht und zum Leben erweckt hast und fühlt sich gleich besser.

Liebe Grüße zu dir,
Annelie

30. Aug 2017

Nichts geht verloren, alles ist gespeichert in unserer Seele und klopft hin und wieder an... und man ist mittendrin.

Liebe Grüße und einen schönen Abend
Soléa

30. Aug 2017

Liebe Soléa, ich bin sehr froh, dass Solange und du unversehrt hier angekommen seid. Und froh - dass du wieder mitmischt, in jeder Hinsicht: Gedichte, Fotos, Kommentare. Dein Kommentar hat mir heute besonders gut gefallen - das mit dem "Speichern" und dem "Anklopfen". Vielen lieben Dank. Ich mache gleich Feierabend - müde vom Denken und Schreiben.

Liebe Grüße zu euch nach Frankreich,
Annelie

31. Aug 2017

Ich freue mich das du dich freust, liebe Annelie, Danke! Es war eine zweigeteilte Zeit, die paar Urlaubstage - und auch Solange und ich sind erleichtert gesund und munter zu Hause zu sein.

Sie und ich schicken liebe Grüße zu dir nach Lübeck
Soléa

31. Aug 2017

Ein zartes und zugleich melancholisches Liebes-Erinnerungsgedicht ... wie schön, liebe Annelie!

Liebe Grüße - Marie

31. Aug 2017

Ich freue mich sehr, liebe Marie, über dein schönes Lob.

Liebe Grüße zu dir
(Du bist - gottlob - nicht evakuiert worden ...!?),
Annelie

31. Aug 2017

Erinnern kann oft schmerzhaft sein,
doch damit ist man nicht allein.
Lässt man sich auf das Leben ein,
kommt nach dem Tief ein Fröhlichsein.

LG Monika

31. Aug 2017

Dank, liebe Monika, für deinen Kommentar,
worüber ich mich freute, einfach happy war.
Ein Tief oft tagelang in meinem Herzen kauert,
weil in der nächsten Ecke schon ein neues lauert.
Jetzt wart ich ungeduldig auf ein Hoch;
es ziert sich wohl, doch kommt es sicher noch.

Liebe Grüße,
Annelie