Am 1. September

von Willi Grigor
Mitglied

Jeder Tag ist ein Beginn, der Anfang
einer von Menschen gemachten Ereigniskette.
Ist das letzte Glied an seinem Platz,
wissen wir, ob diese Kette
eine gute oder eine schlechte
für die Menschheit war.
Groß ist die Zahl der Beispiele
von langen Ereignisketten beider Arten,
mit vielen Auswirkungen
auf viele Generationen.

Am 1. September 1939
wurde das erste Glied einer
für die Menschheit katastrophalen
Ereigniskette geschmiedet:
Er, der "Führer", benutzte
seine legitim erworbene Macht
und provozierte den Zweiten Weltkrieg.

Jeder Tag war ein Glied der Kette.
Jedes Glied produzierte 37500 Tote.
Zusammen 78 Millionen Tote.
Plus unzählige Verletzte.
Plus einen zerstörten Kontinent.

Man arbeitete effizient, modern.
In der Luft.
Auf dem Boden.
Auf und unter dem Wasser.
In Gaskammern.
Heimtückisch, grausam.
Mit Freude?

Die Nachwirkungen auf die Überlebenden
und deren nachkommenden Generationen
werden Zahlen uns nie offenbaren.

Das letzte Glied der zirka
2080 Glieder langen - und bisher schlimmsten
von Menschen gemachten - Ereigniskette
war das einzig' gute:
Es brachte den Frieden.

Das Gedenken an den Beginn
dieser gewollt gnadenlosen Kette
- und deren Ende -
ist Aufgabe jeder neuen Generation.

Vergessene, verleugnete Mörderketten
bereiten Platz für neue.

© Willi Grigor, 2017
Aus dem Leben

Am 1. September 1939 befahl Hitler den Angriff auf Polen und begann damit den Zweiten Weltkrieg.
Am Ende beliefen sich die Kriegstoten der 25 betroffenen Staaten auf ca. 65 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte waren Zivilisten.
Zusätzlich die Opfer deutscher Massenverbrechen im Kriegsverlauf: Ca. 13 Millionen. Darunter ca. 6 Millionen Juden und ca. 3,3 Millionen KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter, Deportierte.
Quelle: Wikipedia

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Interne Verweise

Kommentare

31. Aug 2017

Das darf auf gar keinen Fall in Vergessenheit geraten, Willi. Es ist gut, dass du daran so ausführlich erinnerst.

Liebe Grüße,
Annelie

31. Aug 2017

Schon macht die Kriegsgefahr sich breit -
Sie lebt stark von Vergesslichkeit ...

LG Axel

31. Aug 2017

Hallo Willi,
Kriege vergessen ?
N e i n !!!
Ich bin Illusionist, denn Frieden
ist für mich nur ein Sehnsuchtswort.
Die meisten Menschen sind so intensiv
auf das Leben konzentriert, dass
sie dieses fürchterlich Geschehene
vergessen, ja verdrängen.
Vor zwei Wochen war ich mit meiner
Familie in Bergen-Belsen und ich
hatte das Gefühl, als sei ich nie
isolierter gewesen, aber schweigen
will ich nicht !

" Unsere Erde, um die sich unsere
Sonne bewegt, ist zugleich Himmel
und Hölle. "

Danke für Deine starke Erinnerung
an das Unvergessliche !!!

LG Volker

31. Aug 2017

Vielen Dank, liebe Kollegin, Kollegen!
Wie ist man gestrickt, wenn man so ein Desaster vergessen kann. Es gibt wohl keine Familie, die nicht in irgendeiner schlimmen Weise persönlich betroffen ist (nicht nur war).

LG
Willi

31. Aug 2017

Diese Zahlen sind ernüchternd, traurig und schockierend, mit Leiden bis in die heutige Zeit. Und doch habe ich das Gefühl man liest und versteht sie nur noch als Mitteilung und nicht als Erinnerung, Mahnung und Warnung an tatsächlich Geschehenes...

Liebe Grüße
Soléa

31. Aug 2017

Du hast natürlich recht, Soléa.
Auch ich denke nicht ständig an die vergangenen Katastrophen, es gibt ja ständig neue. Aber wenn der September naht, dann denke ich an diese wohl größte. Das bin ich meinen in diesen Jahren gefallenen/umgekommenen Verwandten - und mir als Kriegskind - schuldig.

Beste Grüße
Willi

31. Aug 2017

Danke, dass du so eindringlich daran erinnerst, lieber Willi.

Liebe Grüße - Marie

31. Aug 2017

Lieber Willi, die Zahlen in deinem Erinnerungsruf sprangen mich an, nahmen mir den Atem, bar jeder Vorstellungskraft spürte ich erneut meine Hilflosigkeit, mein Entsetzen. Nichts ist vergessen, nicht viel gelernt. Es rasseln die Ketten... Deutschland ist der zweitgrößte Waffenlieferant und Gewalt sowie Tod lauert in vielen Staaten, stellvertretend. Rufen wir laut: Nie wieder Krieg! Frieden für die Welt!
Dir einen lieben Gruß und Danke für deine Mahnung!

Barbara

01. Sep 2017

Dank auch an euch, Marie und Barbara.
Beten wir für den Frieden. Am 21. September ist Internationaler Friedenstag.

Mich lässt das Leben leben
in Frieden, mit Pension.
Ich kann mich nur bedanken...
Mein Dank, was bringt der schon.

Ich bete für den Frieden,
er war mein Lebensfreund.
Und ihn, der mir beschieden,
sich wünschen Freund wie Feind.

Herzliche Grüße
Willi

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