Asche zu Staub

Bild von maruschka
Mitglied

Das lecke Schiff Erde schlingert ächzend unter wutgeschwärzten Wortgebirgen, knospenlos die Buche im Garten, kein Vogel, der zwitschert;

deine Tage sind gezählt; du lauschst dem Flüstern der Ahnungen; willst, dass alles bleibt, wie es ist, obwohl du genau weißt - dann bleibt nichts;

gelähmte Gedanken, gebrochenes Fühlen; Fallzahlen sinken, doch es reicht nicht; der Schleim der Angst schnürt uns die einsamen Kehlen zu;

du schließt die Augen, rollst dich ein und schläfst weiter; wieso denn du, sollen die anderen; hast genug geackert, gegackerrt, ist nicht dein Ding;

und was ist mit denen, die nach uns sind? Die Kriege führen werden um Wasser und Brot? Nicht deine Schuld? Wessen Schuld dann?

Du weißt, nichts bleibt, wie es ist, und nichts wird sein, wie es war; werde ganz ruhig nun, denn bald bist auch du nur noch - Asche zu Staub …

Interne Verweise

Kommentare

27. Jan 2021

Der "Sapiens" setzt auf Macht und Zaster:
Er macht den Tag zur Nacht der Laster ...

LG Axel

30. Jan 2021

Dem will ich gar nicht widersprechen.
Sein Handeln wird sich bitter rächen …

LG Marie

27. Jan 2021

Dein leiser Ton macht leise.
Berührt das Herz auf ganz besondere Weise.
Er rüttelt wach – ich stell mir deine Fragen.
Die Antwort muss ich irgendwann ertragen.

30. Jan 2021

Leah, wäre ich heute jung oder fit genug, liefe ich laut protestierend mit Anhänger/innen der weltweit agierenden Fridays for Future Bewegung durch die Straßen der Städte. Bedaure sehr, dass Corona diesen Widerstand vorübergehend in die Welt des Virtuellen verdrängt hat. Der Umgang mit weltweit auftretenden Seuchen wird irgendwann beherrschbar geworden sein. Ich hoffe, wir werden uns danach ganz auf die Klimakrise konzentrieren. Was kann ich im eigenen Umfeld tun? Auto stehen lassen, nur noch selten Fleisch essen, Strom sparen, wo es geht, viel bewusster einkaufen und Müll vermeiden, vor allem aber sich im Rahmen den Möglichen gegen Hetze und Hass im alltäglichen Umgang mit Menschen und vor allem im Netz stellen. Viele solcher bewusst getätigten kleinen Handlungen können großen Einfluss haben. Das hoffe ich jedenfalls!

Liebe Grüße - Marie

30. Jan 2021

Das mache ich - alles - auch. Nur kämpfe ich nicht gerne gegen etwas. Nur für.

28. Jan 2021

Marie, man will, dass es bleibt, wie es ist, weil es so am bequemsten ist – und weiß doch, dann bleibt nichts; wie wahr. Wir müssen trotz Corona über den eigenen Tellerrand hinwegschauen – denn dass es irgendwann nach uns Kriege „um Wasser und Brot“ gehen wird, ist real. Aber auch mir fehlt besonders zurzeit die Kraft, über den Tag hinaus zu denken und zu planen. Dabei trägt jede Generation Verantwortung für die nächste, nicht nur in der eigenen Familie, oder? Und nicht nur im eigenen Land, sondern weltweit? Nachhaltigkeit, Nächstenliebe, Respekt Mitmenschen, aber auch Tieren, der ganzen Kreatur gegenüber, aktives Sichwehren gegen Hetze, Verleumdung, Fake - News … man könnte seitenweise aufzählen, wie man das Miteinander verbessern könnte. Die Hoffnung fehlt mir in Deinem Prosagedicht, weil ich ein Harmoniemensch bin. Aber auch ich fühle mich grade oft einfach nur grau – und es ist ehrlich, es so auszudrücken. Und auch mich macht es ruhig, wenn ich mir meine Endlichkeit immer wieder ins Gedächtnis rufe, das relativiert so Vieles und enthält auch Trost.

Herzlich Grüße zu Dir – bleib gesund!
D.R.

30. Jan 2021

Danke für den ausführlichen Beitrag, lieber Detmar, ich gebe Dir Recht in allen Punkten. Bleib auch Du gesund – und schreib mir bald mal wieder, darauf freue ich mich.

Marie

28. Jan 2021

Wahrscheinlich muss sich alles ändern, damit was
bleibend Bestand haben kann für die nachfolgenden Generationen. Doch " die Kunst der kleinen Schritte" in
Eigenverantwortung gehen , jeder an seinem Platz ...
Tonaliät u. Inhalt Deines Gedichts bilden eine Einheit,
berührend u. wachrüttelnd zugleich.
Herzlich grüsst Dich, liebe Marie, Ingeborg

30. Jan 2021

Ja, liebe Ingeborg, es ist die Kunst unserer eigenen kleinen Schritte - in die richtige selbstverantwortete Richtung, die sehr viel bewegen kann. Drauf hoffe auch ich. Danke für die Würdigung meiner Zeilen und sei herzlich gegrüßt –

Marie

30. Jan 2021

Metaphern für Vergänglichkeit - mit Hoffnung auf Zurkunft?

LG zurück zu Dir, lieber Ekki -
Marie

30. Jan 2021

Ein Meer aus Asche und Staub, aus dem bald wieder neues Leben sprießen wird ...

LG Marie

29. Jan 2021

Zu lange schon liegt viel zu viel im Argen,
bewusst wird das erst in schweren Tagen.

Herzliche Grüße
Soléa

30. Jan 2021

Danke, liebe Soléa, da stimme ich zu und grüße Dich herzlich zurück!

Marie

30. Jan 2021

Wer weiß denn, wie viele "neue" Leben schon vor uns waren ...?

30. Jan 2021

Ach liebe Marie, mit welch eindruckvollen Zeilen du die derzeit so wenig hoffnungsvolle Situation von Chaos und Durcheinander wohin man nur blickt schilderst!

Wir werden sehen wohin es uns noch hinführt!

LG Uschi