Wartburger Krieg im WWW...

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Überarbeitung -

Es traf sich einst die Dichterschaft
auf einem Berg der Wartburg hieß
und schärfte ihre Worteskraft
im Wettkampf, der sie wachsen ließ.

Sie eiferten nach höchsten Ehren,
ein jeder wollte Erste(r) sein,
da war nicht Zeit um rum zu mähren,
ins Buch trug man die Sieger ein.

Heut muss es nicht die Wartburg sein,
um einen Wettkampf zu beginnen,
man trägt sich in ein Forum ein
und fängt gleich an zu sinnen.

Der eine wälzt in den Gedanken
Gefühle über Lieb und Zanken,
die andere persönlich nehmen
und mit besondrer Bosheit danken.

Und so ergibt ein Vers den and‘ren
und jene die dort etwas schreiben,
doch selbst die andren mäßig fanden...
Haltet inne, lasst es bleiben!

Es geht doch nicht um Krieg und Hohn,
zu Schreiben ist es, was uns freut,
zu lesen, das ist unser Lohn,
hilft uns und hat noch nie gereut.

Nicht’s bringt’s, wie einst in Kindheitstagen
beleidigt ätsch und bäh zu sagen.
Die Kraft der Worte ungemein,
das Wissen drum ganz allgemein!

Doch wenn man das dann mal vergisst,
vielleicht sogar wen angepisst,
was bringt es uns letztendlich ein,
als Neid, Hass, Frust statt zu verzeihn!

Den schönen Dingen zugewandt,
sie zu verdichten allesamt.
Von solchen Dingen mag man lesen;
entspräche doch des Dichters Wesen!

Vielleicht, bevor man Unmut sichtet,
ein Dichter weiß was er wie dichtet.
Lasst all die Krümelkackerei
wie schnell ist unsre Zeit vorbei!

© Uschi R.

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Interne Verweise

Kommentare

21. Sep 2020

Wenn Unwohlsein am Überwiegen,
Gedanken kommen zum Erliegen...
Manch Schöngeist ist dann wohl verwirrt
und auch beim Dichten irritiert!

LG Uschi

22. Sep 2020

Toleranz die muss es geben:
Die gehört zum freien Leben …

Sei lieb gegrüßt
Soléa

22. Sep 2020

Zweifelsfrei liebe Soléa und das gegenseitige Miteinander ebenso!

Herzlich liebe Grüße zu Dir!
Schönen Wochenstart
Uschi

22. Sep 2020

Wunderbare Reime, liebe Uschi,
die mich direkt erreichten. Mein
eigenes Schicksal lässt mich in
aller Demut sagen:

Hier kann ich noch sehr viel lernen!

(Doch wenn man das dann mal vergisst,
vielleicht sogar wen angepisst,
was bringt es uns letztendlich ein,
als Neid, Hass, Frust statt zu verzeihn!)

Früher hätte ich wohl gesagt: Eine
schöngeistige Seele, ausgeprägte
Harmoniesucht. Heute weiß ich -
es ist eine Lebenseinstellung und
eine Philosophie. Die macht schön!

Ich bewundere Dich. Grüße von

Gerfried

22. Sep 2020

...und ist es nicht auch ebenso, dass es die Ausstrahlung ausmacht die ein Mensch hat, oder eben manchesmal nicht. Man bekommt es mannigfach zurück wenn man auf andere freundlich mit offenem Herzen zugeht - meine Erfahrung.
Jedoch wird man natürlich im Laufe eines Lebens, im Laufe so mancher Jahre auch überlegter, vielleicht auch vorsichtiger, denn trotzt größter positiver Einstellung erlebt man es immer wieder, dass man in der Einschätzung seines Gegenüber wohl falsch lag und es zu Entäuschung führte...

Ich danke Dir für Deinen schönen Kommentar und wünsche Dir einen guten Wochenstart mit vielen guten Gedanken die Dich inspirieren sollen lieber Gerfried ;-))

Liebe Grüße
Uschi

22. Sep 2020

Du bis min
Und ich bin din.
Das sollst du gewiss sin.
Verloren ist das schlüsselin,
Du must immer drinne sind.

Den Text habe ich etwas umgeschrieben, weil mir das MITTELHOCHDEUTSCHE ein Graus ist.
In Gedenken an Walter von der Vogelweide
HG Olaf

25. Sep 2020

Nun lieber Olaf,

so danke ich Dir für die 'Umschreibung', jedoch
warum wähltest Du ihn dann?
Also den mittelhochdeutschen...?? ;-)))

Mit ganz lieben Grüßen zu Dir!
Uschi

25. Sep 2020

Hallo Uschi.

Die "Überarbeitung" ist hervorragend! Du weißt wie ich's meine.
Ein Hoch Der Lyrik. Horst

25. Sep 2020

Es ging auch ein klein wenig Zeit dabei auf lieber Horst... ;-)))
Schön wenns gefällt!

Mit lieben Grüßen in Deinen Abend und einem Hoch der Lyrik, Uschi