Novembernachmittage

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Unklare Worte der Verheißung hallen dir nach im Hirn; hinter uns liegt
das Grün der Kindheit; da ist Gewissheit, dass Vieles nicht allzu gut war,
aber die Erinnerung färbt es golden ein; Gesänge aus alter Zeit übertönen

den dunkelgrauen Dauerton der Coronaseuche, der in alle Ritzen kriecht;
uns umschließende Schlierennebel des Ungefähren in sanfter Umarmung
mit kaltem nassem Mutterboden des Gartens im Winterschlaf; ungeweinte

Trauertränen schnüren Bänder um verschlossene Fensterläden; so faltet
sich unser Fühlen der Dämmerungen kontaktloser Novembernachmittage,
webt daraus ein härenes Tuch; garstiger Art ist Alleinsein, dem man nicht

entfliehen kann; und wenn es klingelt an deiner Türe, ist es meist doch nur
der Postmann, der mit fahriger Geste ein Päckchen bringt für den Nachbarn;
du, sag mir, wie man das Lieben am Leuchten erhält mit ermüdeten Augen …

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Kommentare

17. Nov 2020

Niemand soll eine Insel sein -
Wahrscheinlich sind wir nie allein ...
(Wenn der Bier-Mann 3 Mal klingelt,
Hat Frau Krause ihn umzingelt ...)

LG Axel

18. Nov 2020

Da bin ich gar nicht überrascht;
ob die Frau Krause ihn vernascht???
(ich meine den Biermann)

LG zurück Marie

17. Nov 2020

Ach liebe Marie,

wie ich den Gedanken folgen kann -
auch bei uns nunmehr nochmals Verschärfungen für zumindest die nächsten drei Wochen....
Man könnte beinahe verzagen,
viele vereinsamen auch, nochmehr als schon zuvor!
Das Novemberwetter drückt dazu noch mehr aufs Gemüt!
Die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage - wer kann schon sagen....

Ein eigenartiges Jahr, dieses Jahr!

Liebe Grüße in deinen Abend!
Uschi

18. Nov 2020

Danke, liebe Uschi; ja, das stimmt – fast nichts ist vorhersehbar. Die Vereinsamung wächst. Und viele sensible Menschen, die alleine leben, müssen aufpassen, dass sie nicht in eine Depression fallen. Mir hilft das Schreiben, Dir sicher auch, ich liebe Deine Gedichte. Zum kleinen Glück scheint hier heute eine fast unwirkliche Novembersonne und bringt das goldene Restlaub an den Bäumen zum Leuchten, das hellt die Sinne auf.

Liebe Grüße - Marie

18. Nov 2020

Fühl dich getröstet, liebe Marie, von einer, die selbst Trost braucht. Vielleicht ist es das wirksamste Mittel, sich untereinander und gegenseitig in schwierigen Zeiten einfach nur zu trösten.

Sei herzlich gegrüßt
Soléa

18. Nov 2020

Liebe Soléa, mit dem Dichten und Einstellen und miteinander darüber reden tröstet man sich ja gegenseitig ein wenig. Ich schicke die herzlichsten Grüße zu Dir nach Frankreich und denke an Dich. Durchhalten ist die Devise. Und hoffen auf das nächste Jahr, wenn geimpft werden kann.

Marie aus der Ferne

18. Nov 2020

Man zieht die rosa Brille auf und lässt den Dingen ihren Lauf?
Werde mir eine zulegen, Alf. Mal seh'n, ob's hilft ...

LG Marie

18. Nov 2020

Dein prosaischer Beitrag beschreibt Momente, die ich zur Zeit auch so empfinde und durchlebe. Ich wünsch Dir Kraft.

LG Thomas

18. Nov 2020

Thomas, Kraft zu tanken - ist grade gar nicht einfach. Ich versuche es aber. Wenn ich genug davon aufgesammelt habe, packe ich etwas davon in ein virtuelles Paket und schicke es zu Dir. Halt auch Du Dich in der Balance – so gut es geht.

Liebe Grüße - Marie