vor-vorletzter Brief an eine Geliebte von damals

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Du hast mich gewiss längst vergessen,
als ‚irgendein Typ‘, oder mehr?
Du kanntest mich ‚irgendwoher‘,
und ich war von dir wie besessen.

Ich war wohl zu nichts zu gebrauchen
und flapste bloß albern herum.
Ein Ass, doch zum Schäkern zu dumm.
Na, wenigstens konnte ich rauchen.

Wir flogen durch schlaflose Nächte
und landeten stets ‚Mund an Mund‘.
Ich flehte die Sterne an und
zuweilen auch finstere Mächte.

Nach Monaten fiel dann der Groschen
im Kino, bei schummrigem Licht.
Was hatte der Arsch und ich nicht?
Hätt IHN nur Bud Spencer verdroschen!

Es wäre so himmlisch gewesen,
bei Vollmond vielleicht sogar heiß.
Mehr will ich nicht schreiben; ich weiß:
du wirst das hier eh niemals lesen.

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Kommentare

16. Okt 2020

Ein schönes "Rückreisegedicht" in meine eigene Jugend.
Dein Gedicht erinnert mich an die 16jährige "Angela",
die mir einen Korb gab, den ich leider zu bezahlen ver-
gaß...
HG Olaf

16. Okt 2020

Hallo Olaf
Das freut mich jetzt besonders, d.h. wenn ein Gedicht den Leser in dessen eigene Gefühls- und Erinnerungswelt führt. Genau so soll es sein.
Herzliche Grüße
Dirk

16. Okt 2020

Danke Axel

Bei Nudelholz und Suppenkelle
schmerzt jedem Kerl die Fontanelle

LG
Dirk

16. Okt 2020

Nun stellt sich für mich hier die Frage,
was stand dann im letzten nur drin,
wenn dies der vor-vorletzte wagte,
denn sie kam um's lesen umhin... ;-)))

Höchst interessant lieber Dirk!
LG Uschi

17. Okt 2020

Liebe Uschi

Ich glaube sogar, dass Lyrich den vorvorvor-letzten ausgelassen hat und noch nachholen muss. Wenn dann doch irgendwann alle vor-Varianten verbraucht sind, wird er die aller-, alleraller- und weitere aller... angehen. Wäre ja wirklich schade, beim ewigen Thema :)

Dankend, herzlichen Gruß
Dirk

18. Okt 2020

Hallo noé

Ob ich wirklich emanzipiert bin, muss meine Frau entscheiden :)

Aber ja doch, ohne Selbstironie wären die Erinnerung weniger schön, manche sogar schmerzhaft.

LG
Dirk