á la carte

von Monika Jarju
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Während Gerald sich in der Kantine nach Unterhaltungsromanen umschaut, lese ich regungslos
die Speisekarte, deren Auswahl ans Ungenießbare grenzt. Dann fällt mein Blick durch das Bullauge
der Küche auf Schüsseln mit frisch zubereiteten Salat – und dem Küchenjungen, der fleißig Buletten
brät. Bedenkenlos betrete ich die Gastlichkeit der Küche. Es duftet köstlich, als ich die Tür öffne,
wie bei Muttern! Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Mundraub, denke ich und beiße mir auf
die Zunge, greife schnell einen Teller voll knuspriger Buletten und Mischgemüse mit Mais. Der
Küchenjunge fängt an zu lachen. Er bietet mir noch einen gebratenen Pantoffel aus dunkelrotem
Kordsamt an, aber der ist noch nicht ganz durch. Ich verzichte und stürme hinaus zum
gemeinsamen Essen - und Erinnern.

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Kommentare

12. Jul 2020

Gemeinsam etwas Schönes essen
und sich dann aneinander pressen.
Das nützt dem Herzen und dem Bauch...
so ists der Brauch!

LieGrü
Alf