Die Seele des Staates 39

von Alf Glocker
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So langsam wird es Zeit mich zu outen! Ich sage ja nicht oft, wie es wirklich um alles steht, und schon gar nicht gerne, aber heute sei es einmal getrommelt und gepfiffen: die Renten gehen mir am Arsch vorbei!

Ich habe nicht vor ein Erholungsheim für überalterte Idiotenvereine zu schaffen – wo kämen wir denn da hin?! Bei mir muss alles flutschen, damit der Boom boomt und die Fetzen fliegen!

Alles Denkbare, das nach praktikabel, notwendig oder – haha – gar Logik aussieht, darf gar nicht erst in Betracht gezogen werden! So ein Blödsinn ist mit mir nicht machen!

Wenn die Leute nicht mehr unter allen Bedingungen arbeiten wollen, dann müssen eben neue her, andere, die unbedingt unter allen Bedingungen arbeiten wollen. Deshalb ändere ich doch meine Richtung nicht!

Dort, wo das Geld ist, da soll es gefälligst auch bleiben. Das gerechte, wie auch das längst überfällige Teilen kommt mir nicht in die (Lohn)Tüte! Seh‘ ich vielleicht wie die Karitas aus?!

Apropos „Karitas“…es gibt tatsächlich jemanden, der, ohne Steuern zu zahlen, andauernd seinen Besitz vergrößert, der sogar noch zusätzlich eigene Steuern eintreibt, der sich seine „Angestellten“ vom Staat bezahlen lässt, dessen Seele ich bin.

Der kommt mir gerade recht! Den brauche ich dringend, um denen noch mehr vorzumachen, denen schon alle möglichen und unmöglichen Einrichtungen etwas vormachen, denn ein Aufwachen ist nicht erwünscht!

Wenn diese – man kann es nicht anders bezeichnen – dunkle Macht, der freundlich schmunzelnden Regenten, sich tatsächlich aktiv und nicht nur vorgespiegelt, an der Erzeugung eines allgemeinen Wohls beteiligen würde, dann würden wir eine Geldschwemme erleben, die locker für Rentenzahlungen ausreichte.

Und, um dem Ganzen, die würdigste aller Kronen aufzusetzen, bräuchten wir nur die Milliardenfonds der Privatvermögen reicher Unternehmer, die so gerne im Ausland produzieren lassen, anzuzapfen, dann könnten wir allen Bürgern bis ins höchste Alter ein bequemes Auskommen garantieren.

Neue Arbeitskräfte bräuchten wir dann, angesichts einer, sich immer weiter rationalisierenden Wirtschaft wohl kaum! Und der sichtbar wachsende Wohlstand, resultierend, aus Gerechtigkeit und Umsicht, würde, zu allem Überfluss, höchstwahrscheinlich auch noch junge Leute ermuntern Nachwuchs für ein Weiterbestehen der Nation zu ermöglichen.

Ich finde, das ist genug geoutet! Auf noch schlimmere Hintergründe, will ich zunächst nicht weiter eingehen. Die fundamentalsten Zusammenhänge und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten habe ich geschildert. Mehr kann ich den Menschen unter meinem Hut momentan nicht zumuten. Warten wir‘s ab, was mir noch alles einfällt…

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Kommentare

15. Dez 2015

Da hat der Staat sich schwer geoutet -
Hier doch die Diagnose lautet...

LG Axel

15. Dez 2015

harharr...
genau...wir sagen es nicht!

LG Alf