Selbstumarmung - Gedankensplitter

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Fallzahlen steigen bei schwindendem Licht; die Ichbezogenheit und Gier derer, die immer mehr besitzen und das Teilen verlernt haben zersägt die Hoffung auf Heilung; seht die Schande aussterbender Arten, brennender Wälder, die Not geflüchteter Heimatloser; du schöne Ägäisinsel bist weit entfernt von uns; ihr Urenkel aller Kriege, lauft weiter mit Abstand maskiert auf Straßen und Plätze und brüllt eure Wut in die Welt; Spiegelbilder des Glücks ausgeblendet vom Schatten vergeblichen Verdrängens; ach, hätte die Mädchenmutter mich damals nicht aller Seelenforschung zum Trotz allein gelassen; totale Vereinzelung im entwurzelten Land in Schutt und Asche; im Nebel stochernde liebesferne Ungewissheit alles Zukünftigen; auch das Fragen nach alter Schuld sollte niemals vergehen;
frierend umarm ich mich selbst.

Interne Verweise

Kommentare

07. Okt 2020

Der Mensch, er hat es weit gebracht -
Gern rast er kopflos in die Nacht ...

LG Axel

08. Okt 2020

ER hält sich für den HERRSCHER dieser Welt,
vergaß das Lieben, jetzt zählt nur noch Geld,
mit offnen Augen rast ER auf den Abgrund zu,
erst wenn ER ausgestorben, hat die Erde Ruh’ ...

LG Marie

08. Okt 2020

„In Deutschland konnten die Milliardäre den Angaben nach ihr Vermögen im vergangenen Jahr trotz Corona um 20 Prozent steigern. Das reichste Prozent der Deutschen verfügt über ebenso viel Vermögen wie die ärmeren 87 Prozent der Bevölkerung. Deutschland zählt damit zu den Industrienationen mit der größten Vermögensungleichheit. In der Europäischen Union stehen nur Estland und Tschechien hinsichtlich der sozialen Ungleichheit schlechter da.“ Ich las dies auf einer Internetseite von Oxfam und beziehe mich damit auf den zweiten Halbsatz Deiner klugen Leseprobe, der mich besonders ansprach, Marie. Ich las auch, dass sich eine Gruppe von 83 Millionären aus sieben Ländern für höhere Steuern für Reiche und Superreiche einsetzt, sie nennen sich „Millionaires for Humanity“ und wollen so helfen, den gesellschaftlichen Wiederaufbau nach der Pandemie zu finanzieren. Hoffentlich sind sie anderen Superreichen ein Vorbild.

HG
D.R.

09. Okt 2020

Guten Nachmittag, Detmar, danke für Deine ausführliche Zuschrift. Ja, das mit dem gerechteren Teilen ist ein wichtiger Aspekt; wenn wir’s nicht sehr bald lernen, werden wir auch die anderen Probleme wie die langsame Zerstörung der Natur, die Folgen des zum Teil menschenverursachten Klimawandels nicht in den Griff bekommen. Ziemlich düster, das Ganze. Und dazu noch die Pandemie weltweit. Ein radikales UMDENKEN ist nötig; ob wir das schaffen, ist fraglich. Wo bleibt die Hoffnung, frage ich mich selbst und bin ratlos. Der Gedankensplitter mit der Mädchenmutter und dem Land in Schutte und Asche – ist nicht leicht einzuordnen, er betrifft Kindheitserlebnisse, deren Folgen mein Leben begleitet haben.

Sei lieb gegrüßt.
Marie