Sirius A Blickwinkel

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Er schwebte wie ein kleiner Junge auf seinem Anti-Schwerkraftsessel durch den Garten. Sie bemerkte wie er alles um sich herum gierig in sich aufnahm. Die meiste Zeit seines Lebens trieb er sich in den Tiefen des Weltraumes herum und hatte nur Fotos und Holo- Videos bei sich, die sie während seiner seltenen Heimaturlaube drehten. Zusätzlich füllte er jede Ganglie seines Hirns mit Eindrücken, von ihr, von Kevin und ihrem schönen Wassergrundstück, das sie sich nur durch seinen lukrativen Job bei WTF leisten konnten. Sie spürte wie ihre Haarspange herunterfiel als sie Kevin herumwirbelte und das Knacken als er auf sie trat. Ihr Haar fiel auf die Schultern und mit einem koketten Schwung brachte sie es in eine lasterhafte Unordnung. Sie wußte das dieser Anblick Michael faszinierte und zögerte diesen Anblick hinaus. Vom allerersten Tag an war er ihr verfallen, das wußte sie und mußte schmunzeln als sie sich zurückerinnerte. Sie war damals Musterungsschwester und kaum älter als die blutjungen Kadetten, die splitterfasernackt in einer Reihe vor ihr standen und nur einer freute sich sie zu sehen.Er kämpfte lange um ihre Gunst. Sie mochte ihn auch aber sie ließ ihn zappeln. Sie war kein Mädchen das sich leicht rumkriegen ließ und die Männer mußten sich schon etwas einfallen lassen. Michael liebte es sowieso sie zu beschenken doch damals war das Kadettenbudget mehr als begrenzt und es wurmte ihn das er kein Geld hatte um ihr zu imponieren. Nicht das sie sich von Geld blenden ließe...Also stahl er kurzerhand den uralten Doppeldecker aus dem WTF-Museum, knüpfte hinten ein Banner dran, auf dem,, Dajana, ich liebe Dich" stand, startete die Maschine und flog für alle sichtbar, mit dem Banner, fünf Minuten durch die Luft...dann war der Tank leer. Er schmierte ab, streifte mit der Tragfläche die WTF-Kuppel, kam ins Trudeln und stürzte in den Teich der Universität. Er tauchte mit Entengrütze behängt und mit dem zerfetzten Banner umwickelt aus dem Tümpel auf und war für Monate Gesprächsthema. Er hatte also in gewisser Weise sein Leben für sie riskiert...Sie gab Kevin, auf der Schaukel, einen beherzten Stoß das er jubelte. Die Schaukel schwang in den roten Abendhimmel und Michael thronte mit der roten Sonne als Heiligenschein auf seinem Sessel und grinste. Sie wußte das er etwas ausheckte und liebte das Lausbubenhafte an ihm. Langsam ließ er den Sessel zum Boden hinab, sie ging mit ausgestreckten Armen auf ihn zu, beugte sich über ihn und gab ihm einen langen Kuss.

Ihr Herz klopfte zum zerspringen. Sie schlug die Augen auf und erinnerte sich an die letzten Sekunden ihres Traumes.Sie sah Michael mit zerschmettertem Visier seines Raumanzughelmes, durch den die giftige Athmosphäre von Helios, dem zweitnächsten Planeten von Sirius A, zischend eindrang...

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Kommentare

05. Jul 2015

Das ist eigentlich der zweite Teil meiner Blickwinkelgeschichte

LG Micha