"Aufgeklärte" Bürger/-innen

von Hippocampus Denkfabrik
Mitglied

Viele Medienkonsument/-innen bevorzugen Unterhaltung gegenüber Information. Auch deshalb ist die Meinungsfreiheit vielerorts in Gefahr, und die Leute merken es noch nicht einmal.

Kommentare

01. Mai 2017

Lieber Hartmut, auf der einen Seite kann ich die Leute verstehen; denn wir werden mit Informationen ja nur so überschwemmt. Das geht schon beim Einkaufen los. Aber die Tagesschau bzw. Nachrichten schauen bzw. Zeitung lesen sollte jeder. Mit zunehmendem Alter, glaube ich, sieht man mehr Doku- und Informationssendungen. Ja, die Meinungsfreiheit ist in Gefahr, sobald die Menschen sich kein Urteil mehr bilden, keine Meinung mehr haben. Deine "Lebensweisheit" halte ich für wichtig - es wäre gut, wenn du in eine Geschichte "kleiden" könntest, weshalb das Aufgeklärtsein wichtig (geworden) ist, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

LG Annelie

Hartmut Kaiser
01. Mai 2017

Naja, ich denke da an den US-amerikanischen Dokumentarfilm "Taxi to the dark side" (deutscher Titel "Taxi zur Hölle") von Alex Gibney über einen völlig unschuldigen afghanischen Taxifahrer, der von den USA zu Tode gefoltert wurde. In Europa hat der Film schon viel Aufmerksamkeit bekommen, aber eben nicht in den USA. Natürlich gab und gibt es auch in den USA qualitativ exzellentes Fernsehen (z.B. die Fernsehserie "Cosmos" des so tragisch verstorbenen Carl Sagan) und auch manche Hollywoodproduktionen sind intelligent gemacht und regen zum Nachdenken an (z.B. die beiden Animationsfilme "Upside Down", deutscher Titel "Alles steht Kopf" und "Zoomania" / "Zootopia" / "Zootropolis", der unter diesen drei verschiedenen Titeln lief), aber ist nicht hier wie dort vieles albern? Das führt doch dazu, dass Missstände gar nicht mehr wahrgenommen werden, deshalb nicht mehr kritisiert werden und keine Hoffnung besteht, dass sie jemals beseitigt werden...

01. Mai 2017

Ja, das ist allerdings wahr. Es starben in den USA in letzter Zeit auch ziemlich viele "Schwarze" im Zusammenhang mit ungeklärten Delikten - noch vor der Festnahme, noch bevor überhaupt deren Beteiligung geklärt war. Hoffentlich wird das unter Trump nicht zur Gewohnheit. Möglicherweise werden auch noch MexikanerInnen zu Freiwild, wenn diese ominöse Mauer erst einmal steht.

LG Annelie

Hartmut Kaiser
02. Mai 2017

Ist das Problem in den USA nicht strukturell bedingt? Dadurch, dass Bürger bewaffnet sind, ist die Polizei dort in Angst und schießt im Zweifel zuerst. Haben viele Afroamerkaner nicht die Hoffnung aufgegeben, dass sich irgendeine Partei ersthaft für sie einsetzt? (...ich meine: wurde nicht zuletzt deshalb Trump gewählt, weil die Kern-Klientel der Demokraten teilweise zu Nichtwählern wurde, so wie bei uns die "Hartz-4"-"Reformen" die SPD die Hälfte ihrer Wählerschaft gekostet haben, für immer). Die Armut in den USA liegt im System: Gute Ausbildung kostet dort Geld, fast alle Institutionen in den USA sind privat finanziert-> Ärmeren nicht zugänglich-> Unterprivilegierte werden zu Kleinkriminellen und die drakonischen Strafen dort (lebenslänglich für nur 3 kleine Delikte) machen unterprivilegierte Frauen zu alleinerziehenden Müttern--> es ist für die Armen dort ganz egal, wer regiert, die drastische Verschärfung der Wohlfahrt in den USA kam von Bill Clinton, nicht von den Republikanern-> die Armen wissen das und gehen nicht mehr wählen.

02. Mai 2017

Du kennst dich auf diesem Gebiet offenbar besser aus als ich. Ich habe längere Zeit den "Weltspiegel" nicht gesehen, den ich noch vor einem Jahr nie versäumt habe.- Was mich nur noch interessieren würde: "... die drastische Verschärfung der Wohlfahrt, die durch Bill Clinton geschah. Wie meinst du das? Doch nicht, dass Clinton den Bürgern der USA zu mehr Wohlfahrt verholfen hat? - Das würde mich jetzt wirklich wundern. Und ist es denn nicht richtig, dass Obama für mehr Gerechtigkeit gesorgt hat?

LG Annelie

Hartmut Kaiser
03. Mai 2017

Ob ich richtig informiert bin, weiß ich nicht (bitte alles überprüfen), aber meines Wissens nach hat Bill Clinton die Bezugsdauer für "food-stamps" in einigen US-Bundessstaaten auf nur 5 Jahre insgesamt begrenzt, das ist grausam und zwingt Leute in die Kriminalität. Obama ist eine andere Geschichte, die Politik von Obama hat nichts mit der von Bill Clinton zu tun, außer vielleicht, dass er die Gesundheitsreform "Obamacare" / "Affordable Care Act" durchgesetzt hat, woran das Ehepaar Clinton gescheitert war, weil Ehemann Bill mit Monica Lewinsky "beschäftigt" war.

04. Mai 2017

Danke für die Informationen. - Obama hat ja auch ein Beschäftigungsprogramm für illegale, junge MexianerInnen auf die Beine gestellt. Auch das ist jetzt - leider - hinfällig.

LG Annelie