Wie eh und je

von marie mehrfeld
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Beim frohen Gang durch meinen Wald, die Hände bunt noch vom Versuch, den Herbst zu malen, da stieg vor mir aus grünem Laub ein Bild von dir. Zum Greifen nah warst du, als ich dich heute sah, und jung wie einst, wir beide auf der Pirsch ganz nach Indianerart, barfüßig und mit Weile in einer fernen, heilen Welt, bereit zum ersten scheuen Kuss, mit Ungeduld erfüllt und heißem Sehnen, das noch nicht gestillt, der Kuckuck rief, ein Leuchten war da zwischen uns, und als ich eben wie gebannt nach oben schaute, da saßest du für einen Augenblick so zärtlich hell gestimmt in unserm Baum wie eh und je und riefst mir zu, komm hoch zu mir, ich warte schon. Es war nur ein Sekundentraum, ein Ruf aus längst verflossner Zeit, ein Echo der Glückseligkeit …

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Kommentare

01. Sep 2017

Manchmal VERSchiebt sich jäh die Zeit -
Dann trägt sie nicht ihr Alltagskleid ...

LG Axel

01. Sep 2017

Danke, Axel.
In Erinnerung zu wühlen heißt,
die Kindheit neu zu fühlen ...

LG - Marie

01. Sep 2017

Ein sorgenfreier, heller Rückblick, Marie, als Erinnerung ewig und uns durch dich unvergesslich nahe gebracht. Vielen Dank.

Liebe Grüße,
Annelie

01. Sep 2017

Annelie, wenn ich mich an manche Szenen
aus der Kindheit erinnere, hellt sich meine
Stimmung schlagarteig auf.

Mit Dank und Gruß - Marie

01. Sep 2017

Geträumt und doch so ganz real
und hätte ich als dann die Wahl
möchte ich weilen wo mein Glück
die Erinnerung brachte mich hin zurück...

Wenn ich mich zurück erinnere, liebe Marie, ergreift mich Wehmut. Vielleicht weil es in den vielen Jahren danach Zuviel Abschiede gab...?

Liebe Grüße und einen schönen Abend
Soléa

01. Sep 2017

Danke für deinen Vierzeiler, Soléa, mein Gedicht erzählt von früher Freundschaft und erster Liebe, aber du hast recht, Erinnerung ist wegen der vielen Abschiede auch mit Wehmut verbunden ...

Auch dir einen sehr guten Abend - Marie

02. Sep 2017

Guten Morgen, liebe Marie, so habe ich auch dein Gedicht verstanden. Wehmut bleibt nicht nur wegen der Abschiede, auch die Tatsache wie SCHNELL die Zeit doch vergeht, ohne ihr nachzutrauern, ist mit süßem Schmerz verbunden.
Freundschaft... die erste Liebe, habe ich geheiratet.

Sonnige Grüße in deinen Samstag
Soléa

02. Sep 2017

Stimmt, Soléa, die Zeit rast, mir kommt es vor, asl wären meine Kinder grade erst geboren worden, und jetzt sind sie schon nicht mehr ganz jung, der Abschied von Gewohntem ist permanent.
Dir ein gutes Wochenende - liebe Grüße, Marie

Detmar Roberts
01. Sep 2017

Dein zartes Bild der Sehnsucht einer ersten Liebe hat schöne Erinnerungen geweckt, Marie, dafür danke ich und wünsche einen guten Tagesausklang.
LG - D.R.

02. Sep 2017

Danke für deine Sätze, freue mich, dass dich das kleine Prosagedicht angeregt hat, lieber Detmar.
LG - Marie