Abstand

von Annelie Kelch
Mitglied

Ich steige Stufen nach Nirgendwo;
kalkfarbene Stufen, aus deren Ritzen
das Unkraut wuchert.

Um wieder sehen zu können,
wie die Nacht in die Abendrotkiesel
hollundert, muss ich euch verlassen,

euch verlassen, um nicht mehr hören
zu müssen die Klagen der Taubnesseln,
die Seufzer der Toten,
nicht mehr riechen zu müssen
das faule Laub und die Katzenkadaver,
nicht mehr schmecken zu müssen
das Gift, das aus euren Mündern schäumt,

euch verlassen, um wieder ein Haus
zu werden, das euch Obdach gewährt.

Interne Verweise

Kommentare

16. Okt 2018

Liebe Annelie, fand eben Dein Gedicht mit dem gleihen Titel wie dem eines meiner Verse - aber in Bldsprache und Aussage so grundlegend anders. Fall DU Interesse hast: https://www.literatpro.de/gedicht/090915/abstand
Liebe Grüße, Walter

18. Okt 2018

Danke, lieber Walter, das ist sehr interessant. Habe mir die Adresse kopiert, und sowie ich mit meinen Nachrichten durch bin, werde ich mir Dein Gedicht "zur Brust nehmen". Freue mich schon darauf.

Liebe Grüße,
Annelie