An meinen zukünftigen Enkel

von Michael Dahm
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Früher gab es rote Sterne
und die wehten uns voraus
und der Vater sprach: Wie gerne
käm' ich hier einmal heraus.

Früher gab es kalte Kriege,
die fast heiß waren ab und an
und es gab 'ne alte Riege
und darob 'nen sturen Mann.

Arbeit gab's für alle Bauern,
der Fünfjahrplan wurd erfüllt
und den Osten tat es schauern,
wenn ein Cowboy hat gebrüllt.

Auch griff man nicht nach Sternen,
denn dafür wurde gesorgt,
der sture Mann wollte nicht lernen,
hat sich immer was geborgt.

Ach, mein Kind, es ist verschwunden,
dieses Land im tiefen Meer,
und nur manchmal, für Sekunden,
treibt's in Stücken wieder her.

Und nun, in diesem Lande,
ist es anders, meine Maus,
aber dieses nur am Rande -
es ist auch ein großer Graus …

Ich bin ein Kind der ehemaligen DDR und bin 22 Jahre lang in ihr aufgewachsen, 27 Jahre lebe ich in diesem System - und ich kann aus eigener Erfahrung berichten, es hat und hatte alles seine Vor- und Nachteile.

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Kommentare

04. Feb 2017

Früher war es halt ganz drüben,
etwas anders, als bei uns.
Heute müsste man oft üben,
wie bei Hinz und auch bei Kunz.
Drum sei froh, dass alles anders,
hier im Westen unseres Landes,
doch auch das, ist sehr gespannt,
hier fährt man viel, schnell vor die Wand !

Lieben Gruß, jetzt alter Junge
von Alfred, mit der frechen Zunge !

05. Feb 2017

... "früher" war es im Westen ganz sicher anders als im Osten. Manches war im Osten besser, mehr Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Umweltsystem Sero (Null), die Ganztagsbetreuung der Kinder ... dafür hatten wir im Westen die Freiheit, laut zu sagen, was wir dachten, frei zu wählen und zu verreisen, wohin wir wollten. Als geborene Westlerin, die sich für die Idee des Kommunismus interessiert hat und nicht alles gut fand im Westen - habe ich mich sehr über die Wiedervereinigung gefreut und finde auch heute noch - dass man sie feiern sollte. Also - den Graus sehe ich nicht so. Ich habe zwei Enkel und freue mich darüber, dass sie in einem vereinten Deutschland aufwachsen dürfen.