Deine Briefe

von Anouk Ferez
Mitglied

Nie lasse ich dich aussprechen
- da musst du ja schreiben!
Schuld ist das Küsschen Nimmersatt,
das zwischen deine Silben springt
und sie einfach verschluckt!
Egal ob nah, ob fern: du schreibst …

Wie zwinkern mir deine Worte
aus jeder Zeile zu.
Husch, ihr Schelme, ab hinter meine Stirn!
Dort baut ihr euch eine Ameisenstraße
zu meinem Herzen und von dort
geht’s weiter bis in die Zehenspitzen.
Wer braucht da schon Brausepulver?
Zwar würd ich mich oftmals gerne
faul an Waldmeister berauschen,
doch meine Gedanken rennen mich
zu dir – wo auch immer du bist.
Ach, was lieb ich deine Briefe aus der Ferne,
in denen jeder Satz
Purzelbäume
zu mir herüber schlägt.

Manchmal flittern deine Silben
wie Konfetti aus den Bögen. Luftpost!
Wie freuen mich die entlegenen Orte,
die deine Handschrift zu mir trägt!
Und so mancher Satz durchtanzt mit mir
Tageshöhen und –tiefen, ruht des Nachts
in den Grübchen meiner Lächelwangen.

Liebster, nichts auf der Welt
malt mir das Glück ins Gesicht
wie deine tintengeküssten Worte.

Anouk Ferez,
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Urfassung eines 2016 neu aufgelegten Gedichtes

Interne Verweise

Kommentare

Alfred Mertens
09. Dez 2016

Tintengeküssten Worte bleiben hängen,
denn diese können dich nicht zwängen,
Alees was man dir geschrieben,
zeigt man dir, wie sie dich lieben !

11. Dez 2016

Hallo , lieber Alfre,danke fürs Lesen und Kommentieren. .. da kann man nur hoffen dass es so ist wie du es sagst :-)
ich jedenfalls finde die alte alte TRadition des sich-schreibens schön, richtig klassisch, auf Papier. Ein Brief ist eben ein Brief und eine Email ist eben eine Email. Damals, das war noch was. Da hatte man als Schüler sogar noch Brieffreundschaften. Entweder einen Austausch per Brief zu einer DDR SChulklasse, oder nach Polen oder in die USA. Ich selbst hatte alles drei. Ich liebe eben den klassischen Brief und mein Mann schreibt mir noch heute von längeren Dienstreisen Postkarten oder gar Briefe... ich bin eben sehr sehr rückständig...
:-)

Sei lieb gegrüßt von Anouk