zum Advent

von Marie Mehrfeld
Mitglied

vereiste Nebeltropfen glitzern
an den Dornen des blütenlosen
Rosenstocks, auch der Flieder
Strauch blattlos im tiefen Schlaf,
Schneehäubchen streicheln den
ruhenden Rhododendronbusch,

ein Traum aus rauem Reif glänzt
im Frost bläulichweiß, ja, mein
Garten im neuen Wintergewand,
er verzaubert mich, und dennoch,
zu Kristallen gefroren mein Herz,
verloren gegangen die Zuversicht

angesichts der Schwären der Erde,
der Kriege, des Mangels an Liebe,
verlasse ich mein Haus, hängt ein
dürrer Kummer im Baum vor der
Tür, ruft mit krächzender Stimme,
höre mich an, nimm mich ernst,

ich bin doch du, ein Teil von dir,
schwimme ich im Trüben, setze
ich im jungen Schnee einen Fuß
behutsam vor den anderen und
suche das Licht, von Engelschören
beflügeltes Summen besiegt mein

graues Denken im Nu, aus dem
Sorgen breche ich aus, suche und
finde Hoffnung im Leuchten des
hellen Sterns, in der Botschaft von
der Geburt eines armen Kindes im
Stall, das die Welt versöhnen will

Conrad oder Konrad von Soest wurde um 1370 in Dortmund geboren und starb dort 1422. Er war Maler und Hauptmeister der westfälischen Tafelmalerei des so genannten weichen Stils der Spätgotik und spielt eine wichtige Rolle bei der Einführung des Internationalen Höfischen Stils um 1440 in Norddeutschland. Sein Werk hatte großen Einfluss auf die deutsche Malerei des 15. Jahrhunderts. Eins seiner Kunstwerke von europäischem Rang befindet sich in der evangelischen Stadtkirche Bad Wildungen, es ist ein spätgotischer Flügellaltar. Das in den Hauptfarben Gold, Ultramarin, tiefem Rot und Grün leuchtende gut erhaltene Werk ist das erste datierte und signierte Altarbild nördlich der Alpen. Selbstbewusst verlässt der Maler die Anonymität des Mittelalters, kennzeichnet sein Werk mit seinem Namen und notiert sogar das Datum der Fertigstellung, es ist der 1. September 1403. (Quelle u.a. Wikipedia)

Christi Geburt von Conrad van Soest, Stadtkirche St. Nikolaus, Bad Wildungen

Buchempfehlung:

[numberofpages] Seiten / Taschenbuch
EUR 9,50

Interne Verweise

Kommentare

Detmar Roberts
09. Dez 2017

Wenn sich die Welt vesöhnen lassen WILL, liebe Marie, danach sieht es aber grade überhaupt nicht aus, im Gegenteil, es brennt an allen Ecken und Enden, besonders im Nahen Osten, und der schreckliche mächtigste Mann der Welt gießt unaufhörlich Öl ins Feuer ... dennoch soll man die Hoffnung, die mit der Weihnachtsbotschaft verbunden ist, nicht aufgeben. Außerdem gefällt mir die Beschreibung deines verwunschenen Wintergartens.
Grüße D.R.

09. Dez 2017

Danke, Detmar, das hast du recht, auch mich bedrückt die unsichere Gesamtlage, aber unaufhörlich daran denken und über nichts anderes mehr reden - macht krank. Dir eine Weihnachtszeit mit vielen hellen Gedanken.
Liebe Grüße, Marie

09. Dez 2017

Liebe Marie, das Foto des Gemäldes ist sehr schön, und es passt fabelhaft zu deinem guten Winter-Gedicht. Auch deine Erklärungen zum Foto habe ich mit Interesse gelesen. In Bad Wildungen war ich bereits, aber damals leider nicht in der Stadtkirche St. Nikolaus.

Liebe Grüße,
Annelie

09. Dez 2017

Liebe Annelie, danke, auch ich war schon ötter in Bad Wildungen - ohne zu wissen, welcher Schatz sich in der Stadtkirche verbirgt, habe es erst beim Recherchieren entdeckt. Jetzt gibt einen guten Grund mehr, dieses schöne Badestädtchen wieder einal zu besuchen. An dem Bild erfreut mich vor allem der frisch gebackene Vater Joseph, der auf dem Boden knieend ein Feuerchen schürt und seiner Maria ein Süppchen kocht .... ganz nach damailger deutscher Männermode gekleidet.

Liebe Grüße - Marie

09. Dez 2017

In dunkler Zeit braucht es ein Licht -
Fein beschrieb dies Dein Gedicht!

LG Axel

10. Dez 2017

Danke, Axel.
Man kann ein Lichtlein leuchten lassen -
ohne ein anderes auszublasen ...

Liebe Grüße - Marie

10. Dez 2017

Friede macht sich in mir breit - und die Hoffnung flüstert leise:
Nimm uns mit auf jede Reise.

Herzliche Grüße und einen schönen 2. Advent, liebe Marie
Soléa

10. Dez 2017

Danke, Soléa , auch dir wünsche ich einen frohen
wahrscheinlich auch verschneiten 2. Advent.

Herzliche Grüße zurück - Marie

10. Dez 2017

Ein Zauber schwingt in Deinem Gedicht,
der mich erfüllt mit sanftem Licht.
"aus dem
Sorgen breche ich aus, suche und
finde Hoffnung im Leuchten des
hellen Sterns,"
Deine hoffnungsvollen
Worte lese ich gern.
DANKE, Marie!

LG Monika

10. Dez 2017

Danke, liebe Monika, deine Worte tun mir gut.

Bei mir, da schneit es wie verrückt -
ich bin von weißer Pracht beglückt ...

Ich wünsche dir einen gemütlichen Adventsnachmittag.
LG - Marie