Leben und Tod

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Bibliothek, Mitglied

Es denken die Denker und Dichter,
es ist ihnen tägliches Brot.
Noch keinem ward's bisher gegeben,
zu lösen das Leben vom Tod.
Es leben die brennenden Lichter,
verlöschen sie, dann sind sie tot.
Der Tod kommt am Ende vom Leben,
gäb's Leben nicht, gäb's nicht den Tod.

Das Leben hat viele Gesichter,
ein einziges hat nur der Tod.
Es hat aller Lebenden Streben
nur ein Ziel: zu sein wie der Tod.
Der Mensch lebt, hat Geist, darum spricht er
und denkt über Leben und Tod
im kurzen und endlichen Leben;
bleibt stumm im unendlichen Tod.

© Willi Grigor, 2016
Reflexionen und Gedanken

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Kommentare

12. Okt 2016

Wir haben den Tod schon immer falsch verstanden, denn er ist der Übergang in das wahre Leben, frei von allem, was uns hier knechtet. Ich provoziere gern und behaupte: Der Tod und alles was danach kommt, ist einfach nur wunderbar.
Alle, die das nicht verstehen, haben in ihrem Leben noch nicht aufgeräumt und nur deshalb fürchten sie ihn.
Nix für ungut...

LG Petra K.

12. Okt 2016

Ich fürchte ihn nicht. Mein Text ist eher eine Hommage an ihn:
Es hat aller Lebenden Streben
nur ein Ziel: zu sein wie der Tod.

LG
Willi

12. Okt 2016

Ich schließe mich der Meinung von Petra an.
Hierzu eine kleine Abwandlung von Rilkes Gedicht: Der Tod ist groß
Ich sage:
Gott ist groß
wir sind die Seinen
lachenden Mundes
und wenn wir uns
mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns...

Liebe Grüße
Daniel

12. Okt 2016

Wunderbar.
Da sind wir schon zwei, die das tun.

Liebe Grüße auch an dich
Willi