Jesus Christin

von Annelie Kelch
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O Himmel,
sanfte Sternenwiege -
Einst, als der schläfrige
Mond sich in Träumen
verlor, die schützende Hand
von euch fortzog und über die
müden Augen sich legte,
stürztet ihr auf die Erde hinab
und geboren ward das
Sternthaler-Mädchen:
ein Kind noch, arm, doch
bedingungslos im Glauben an
das Gute und weniger Deut'
anderen Ideen schenkend, als jemals
eine Märchengestalt, ein Mensch
zuvor.
Können wir das auch?

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Kommentare

18. Nov 2016

Das empfinde ich, dass dieses Märchen ein kindliches Wunder malt, das an mystische Erahrungen erinnert. Wenn man alles gibt, kann man alles verlieren - aber auch alles erhalten. Ob das Mädchen eine Christusgestalt/Göttin ausfüllen kann, weiß ich nicht - es ist ja ein Kind. Aber es könnte da hineinwachsen. LG! Jürgen

19. Nov 2016

Ich denke, Sternthaler ist eine Jesus Christin. Sie hatte unendliches Mitleid und keine Sekunde an sich selber gedacht. Das ist doch die Botschaft, die Jesus Christus rüberbringen wollte. Ich kenne keine andere Märchengestalt, die derart selbstlos war wie sie. Wo sollten wir suchen, um Jesus Christus zu finden? Doch am ehestens bei denen, die am wenigstens für sich beanspruchen. Ich lese sehr gerne die Lyrik von Günter Eich (Gesammelte Maulwürfe - Prosa allerdings) und habe kürzlich in einem Buch, das ich mir online bestellt habe, einen Artikel gefunden, worin steht, dass seine letzte Anordnung beinhaltet, dass er ein Armenbegräbnis wolle und niemand der Urne folgen solle. Der Verfasser dieses Artikels schreibt weiter: "Er war ein großer Poet ... der bescheidenste Mensch, den ich kannte."

LG Annelie