Es gab drei Sorten Brot

von Ella Sander
Mitglied

Es gab drei Sorten Brot:
weißes, schwarzes und semi.
Am liebsten aß ich das weiße;
Es schmeckte lieblich, nach
Glockenklang, Wahre Freundschaft,
Büffelmilch und Sonntagskleidern.
Das schwarze bekamen die Schweine;
Ein bisschen dumm waren wir schon.
Und semi, das gemischte,
aßen wir nur, wenn wir mussten;
Der Geschmack war gallig,
nach roter Stern.
Am Ende schmeckte auch das weiße nicht mehr;
Sie mischten roter Stern darunter.
So fingen wir an, unser eigenes
Brot zu backen und wanderten aus.
Jetzt ist die Auswahl unermesslich,
aber satt werden wir nicht.

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Kommentare

16. Nov 2018

Ein sehr gutes Gedicht, liebe Ella. Nur die letzte Zeile betrübt mich etwas. Ich weiß, es liegt nicht am Brot, dass wir nicht satt werden, aber zumindest können wir uns sattträumen, und schreiben macht auch satt. Also schreib, Ellalein, träume und schreib ...

Liebe Grüße zu Dir,
Annelie

16. Nov 2018

Ach, Annelie, wie kann ich Dir nur danken?
Deine Kommentare sind immer so anrührend und liebenswert. Danke dafür von Herzen.
Die letzte Zeile ist hart, ich weiß, aber wer von Heimweh geplagt wird, kann nicht anders.

Ganz liebe Grüße auch zu Dir,
Ella

16. Nov 2018

Dein ganz besonderes Gedicht erzählt aus Deinem Leben und berührt mich sehr ...

LG Marie

16. Nov 2018

Vielen herzlichen Dank, liebe Marie, für das Geschenk, das Du mir machst.
Was will ein Gedicht mehr, als zu berühren?

Ganz liebe Grüße,
Ella

16. Nov 2018

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein -
Deine Sicht per Gedicht dazu ist fein!
(BIER darf 's statt Brot laut Krause sein ...)

LG Axel

16. Nov 2018

Du sagst es, lieber Axel, Du sagst es!
"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", eine sehr treffende Interpretation des Gedichtes. Du hast es geblickt. Wie schön! Ich freue mich und danke Dir ganz herzlich.

Liebe Grüße,
Ella

16. Nov 2018

Liebe Ella!
Satt wurde man in Siebenbürgen immer! Man musste allerdings hart dafür arbeiten. Aber hier gibt es doch noch viel mehr Brotsorten,oder?
Ich mag deine melancholischen Gedichte, auch wenn sie dir die Heimat sicher nicht ersetzen.

LG Ekki

16. Nov 2018

Ja, das stimmt, lieber Ekki, hier gibt es viel mehr Brotsorten, die Auswahl ist unermesslich. Leider schmeckt keines nach Glockenklag, Wahre Freundschaft,
Büffelmilch und Sonntagskleidern. Ausgerechnet das, das satt machen würde, gibt es hier nur als "light" Version.
Vielen Dank für den tollen Kommentar, lieber Ekki.
Freue mich sehr darüber :)

Herzliche Grüße,
Ella

16. Nov 2018

Wirst Du nicht satt durch schieres Brot,
dann gönn dir noch des Bieres Schrot.
Die Mischung macht es, sag ich’s matt
Von jedem was, so mag ich’s. - Satt!

Liebe Grüße Thomas

16. Nov 2018

Lieber Thomas,
Dein locker, flockig, gereimter Kommentar zu meinem melancholischen Gedicht, gefällt mir sehr gut.
Da muss ich schmunzeln. :)
Danke dafür.

Lieben Gruß,
Ella

17. Nov 2018

Ja, dieses Gedicht ist wirklich etwas besonders. ;)
Ob es wohl verstanden wird, wenn man die Welt nicht kennt, die es beschreibt?
Meine "Sibi" Freunde, denen ich es vorgelesen habe, musste teilweise lachen, teilweise weinen, viele Erinnerungen wurden wach und es begann ein reger Austausch aber auch Diskussionen.
So klein und naiv es auch geschrieben ist, umfasst es dennoch 80 Jahre siebenbürgisches Leben.

Danke für den Kommentar, lieber Uwe.

Ganz liebe Grüße,
Ella