Vergänglichkeit

Bild von noé
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Die Schwestern spielen vor dem Haus und auf den Gartenwegen.
Man hört sie toben, hin und her, und juchzen und laut reden.
Sie necken sich, rufen sich zu, und ist’s auch Mitternacht,
im Mondenschein geht’s lustig her, vielstimmig wird gelacht.

Wie elegant Delfine sind, sie schwimmen weite Bahnen,
was ihre Lebenslust bestimmt, man kann es staunend ahnen.
Das Auge folgt der Blasenspur, man hört sie förmlich singen,
es glitzert eine Perlenschnur, wenn sie zur Sonne springen.

Ein Kammerton weht übers Meer, gleichmäßig, dumpf und leise,
er kommt bestimmt von weiter her, auf seine stete Weise.
Es ist der Grundton in dem Bild, das mich dem Schlaf entriss:
Zwei Menschen in dem Notgefühl, dass „Atmen“ „Leben“ ist.

Sie schlichen sich in meinen Traum, so bilderreich perfekt,
und haben meine Phantasien zu früher Stund geweckt.
In dieser einen Nacht bin ich erlebnisweit gereist,
ich las ein Buch, schrieb dies Gedicht und weiß, was „Überleben“ heißt.

© noé/2018

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Kommentare

16. Dez 2018

Gedicht kämpft nicht ums Überleben -
Da muss (s)ein "Lesenswert" man geben!

LG Axel