Der erste Frost

von Michael Dahm
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Ein dünnes Laken zog die Flur
sich auf die alte Haut,
und hält das Leinen stur,
bis Sonne nach ihr schaut.

Dann fängt sie an zu blinken,
wenn ihre Decke taut,
und mag mit Bäumen winken,
die über Nacht ergraut.

Ihr Atem steigt ganz leise,
zum blauen Himmelszelt,
das heut auf gold'ne Weise,
zum Horizont hin fällt.

In klarer Luft schwimmt Winter,
er zeigt sich jetzt schon mir,
und irgendwann dahinter,
ist Frühling wieder hier …

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Kommentare

20. Nov 2016

Hallo, Micha,
das ist nicht nur schön, sondern auch perfekt.
Ein Hesse-Rilke-Trakl-Huchel-Gedicht. Kann es mit allen aufnehmen!
Kann man öfter lesen. Wenn man's so sieht, ist der Frühling schon nicht mehr fern.
Und dass die Bäume über Nacht ergrauen etc. ist sehr poetisch gesagt.

LG Annelie

21. Nov 2016

Liebe Annelie,

das ist aber ein tolles Lob von Dir, vielen Dank dafür :-)

LG Micha