Vom Wert des Kusses

Bild von Robert Staege
Bibliothek

Von reiner Liebe tief beglückt
wir beide recht glückselig waren;
Gefühle sich zu offenbaren,
das hat die Herzen uns entzückt.

Wir sprachen liebend jedes Wort,
wir riefen uns mit süßen Namen,
und wo wir auch zusammenkamen,
war stets der rechte Heimatort.

Doch in des Lebens hartem Fluss
nahten sich uns auch finstre Stunden,
da wir nur Schmerz und Leid gefunden,
nicht Liebe, Frieden, - keinen Kuss.

Wir gingen jedes seinen Gang
und haben dabei sehr gelitten,
keins wollte um Vergebung bitten.
Wie waren da die Nächte lang!

Doch kraftvoll war der Liebe Macht
und schwer der Seele heißes Drücken;
wir sagten uns, es müsse glücken,
was Amor uns hat zugedacht.

Die Herzen fassten den Entschluss,
das wir in künft‘gen Lebensjahren,
was wir gelitten und erfahren
uns sagen wollten - Kuss um Kuss.

So oft reicht nicht allein das Wort,
zu sagen, was im Herzen stehet.
Doch alles Leiden stets vergehet,
spricht man in Küssen fort und fort.

Geschrieben am 22. Oktober 2018

Mehr von Robert K. Staege lesen

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise