Ein Kinderspiel

von * noé *
Mitglied

Eine Partei, kaum links der Mitte,
drängt es an die Futterkrippe.
Mag der „Hirte“ sich noch weigern –
sowas kann das Verlangen steigern.

Ein bisschen zieren, etwas spreizen …
Lass die anderen doch Feixen!
Gar viele „Paare“ ohne Liebe
folgen ihrem Geltungstriebe.

Derweil Spinnen in den Netzen
lauern, müssen sich nicht hetzen,
sie müssen keinen Angriff starten,
es reicht ganz einfach, dass sie warten.

Der Spinne Schwester aus dem Süden
will zwischenzeitlich Klarheit kriegen,
wer sie wohl weiter führen soll,
es grummelt und es wächst ein Groll.

Für den Großen der Partei
ist seine beste Zeit vorbei,
das Grundverständnis ist getrübt,
er ist nicht mehr so sehr beliebt.

(Inzwischen spricht ja fast ein jeder
als Nachfolger von Markus Söder.
Der hängt schon lange an der Angel.
Jetzt gibt es wieder Machtgerangel ...)

Der Gegner windet sich in Ängsten:
Wer hat den Größten, wer den Längsten …?
Dies alles ist, wenn man's bös will:
„Erwachsene“ beim Sandelspiel ...

Doch, Deutschland, musst nicht traurig sein,
das renkt sich alles wieder ein.
Haben wir sie erst satt und trocken,
werden sie VIEL nicht mehr verbocken ...

© noé/2017

© noé/1991 - Im Netz

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Kommentare

24. Nov 2017

Sicherlich ein Alt-Klischee,
sind sie doch aus Pappmaschee!

24. Nov 2017

Momentan zähl ich meine Hüte, die vor Dir ziehen kann. Dein Gedicht spiegelt unsere aktuelle politische Situation genau wider. Da macht das Lesen Spaß. Klasse!

LG Monika

24. Nov 2017

Das Lesen solcher Kommentare macht nicht nur Spaß, es bereitet eine innere Freude. Danke, Monika!

24. Nov 2017

Politsatire in Ehren, und du kannst dichten, * noé *, dennoch widerspreche ich dem Inhalt deines Gedichtes deutlich. Politik ist ein schwieriges Geschäft, besonders in diesen unruhigen Zeiten. Mir wäre es viel zu anstrengend, deshalb habe ich Respekt vor jenen, die den Mut haben, sich einzubringen. Politiker sind Menschen wie du und ich - mit Schwächen und Stärken. Statt Häme sollte man sich um Sachlichkeit bemühen und ihnen von Herzen wünschen, dass sie es auf die eine oder die andere Weise hin bekommen mit einer stabilen Regierung, die dieses Land und ganz Europa braucht. Die Alternative sollte sein, dass man selbst in die Partei seiner Wahl eintritt und mit gestaltet, man ist sicher hoch willkommen. Erst dann kann man beurteilen, wie es ist, zu regieren.
LG - Marie

24. Nov 2017

Liebe Marie, danke für deinen langen Kommentar, den ich nicht unbeantwortet lassen möchte. Das hatte ich zu einem ähnlich lautenden bereits vor einiger Zeit schon einmal getan, aber ich wiederhole (mich):
Um keinen Preis der Welt möchte ich je in der Haut von irgendeinem Politiker stecken, weil – mal ganz abgesehen von all den Problemen, die real "behandelt" werden müssen – das bedeuten würde, dass ich ebenfalls meine Identität verlieren/aufgeben würde, was ich keinesfalls möchte.
Wer den obigen Gedichttext aufmerksam liest, kann entdecken, dass eine Meinung nur unterschwellig rüberkommt; insgesamt handelt es sich aber um eine aktuelle, zeitlich begrenzte Situationsbeschreibung.
Übrigens, als kleiner Nachsatz: Worum jetzt gerade (mal wieder) so vehement gerangelt wird, hätte vielleicht ja schon mal innerhalb der letzten vier Jahre mit Ernsthaftigkeit angegangen werden können. Aber da waren diese Herrschaften ja bereits in Amt und "Würden" ...
Hier liest du meine ureigenste (noch freie) Meinung.

24. Nov 2017

Freue mich über deine ausführliche Antwort, * noé *, danke dafür, gut, dass es diesen Austausch gibt, und ja - die Rede möge frei bleiben in diesem Land mit vielen Varriationen. Bei der Beschreibung der allgemeinen Sitiation bin ich ganz bei dir, und es ist wahr, sie hätten Spielraum gehabt zum Handeln in den letzten Jahren, und sie kleben auch an ihren Sesseln, an der Macht. So sind die Menschen. Die Krux bei jeder Koalition ist, dass sie Kompromisse aushandeln müssen, um zusammen zu kommen, und die sind oft faul, weil die jeweiligen Anliegen verwässert werden. So läuft Demokratie - nicht ideal, man denkt nur im Vierjahresrhytmus und lässt die Zukunftsthemen oft außen vor, weil sie keine Stimmen bringen. Nur - gibt es ein besseres System? Mit fällt keins ein.
Liebe Grüße in den dunklen Tag - Marie
Im Grunde finde ich es sehr gut, dass du dich kristisch äußerst, ich lese deine Texte immer mit Interesse. Melde mich aber zu Wort, wenn ich wo anstoße.