Besessen!

von Soléa P.
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Aus dem Nichts, schälst du dich,
konturlos dein maskulines Gesicht,
ziehst wie Rauch zu mir herüber,
der Raum, im Kerzenlicht, wirkt düster,
schwebst, nicht greifbar, über allem –
tust mir gut und so gefallen …

Deine Blicke, penetrant –
wollen meine Seele lüften,
Geheimnisse entschlüsseln,
du Geist, aus kalter Schlafzimmerwand –
verharre stumm, bin angespannt.

Dein Antlitz scheint real zu sein,
Wärme strahlt entgegen.
Deine Lippen, vielversprechend,
warte sehnlichst nur darauf …
dass sie meinen Mund entdecken.

Erkenne Nasenflügel, die leicht beben,
spüre Atem, der mich streift.
Den Rest von dir, kann ihn nicht sehen
und Verlangen resigniert –
weil einfach nichts passiert.

Aus meinen Gedanken kamst du heraus –
hörte dich gar leise sprechen.
Hoch sensibel, meine Sinne –
von deiner Aura bin ich besessen …

Quelle: © Lupine
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Kommentare

25. Sep 2018

Der Geist aus kalter Schlafzimmerwand,
er schaut auch mich an, unverwandt -

sehr eindrucksvoll, das Bid Deiner Tochter und Dein Gedicht dazu,
doch mir gruselt es ein wenig vor dem Typ, liebe Soléa ...

liebe Grüße zu Dir - Marie

26. Sep 2018

…, weil er aus der Wand kommt? Weil Lach,- und Sorgenfalten fehlen? Mach Dir, liebe Marie, ein eigenes Bild von ihm, dann wird er, wie für mich, schnell schön …

Herzliche Grüße
Soléa

25. Sep 2018

Liebe Soléa, Dein Gedicht ist wirklich gut, hat zweifelsohne was - aber dieser Typ ... ist auch mir unheimlich. Ich würde meine Beine in die Hand nehmen und sehen, dass ich wegkomme. Das Porträt ist aber sehr gut gezeichnet.

Liebe Grüße,
Annelie

26. Sep 2018

Danke fürs Loben, liebe Annelie!! Dann geht es dir mit dem Bild, wie mir, wenn ich durch die Stadt laufe. Ich höre gefühlt gar nicht mehr auf zu laufen, bei den „Typen“, die mir leibhaftig da begegnen …

Liebe Grüße in deinen Morgen
Soléa

26. Sep 2018

Fantasie öffnet Türen –
bis hin zum Philosophieren.

Liebe Grüße
Soléa

25. Sep 2018

Gruselig und gleichzeitig verlockend, die Blicke aus der Schlafzimmerwand. Wie etwas von dem man genau weiß, man sollte die Finger davon lassen, es aber nicht kann.
Tolles Gedicht, liebe Soléa!
Und das Bild ist sehr beeindruckend, richtig gut gezeichnet :)

Lieben Gruß,
Ella

26. Sep 2018

Danke, liebe Ella, dein Lob an die Zeichnerin gebe ich gerne weiter. Du hast recht, man sollte nicht alles herauskitzeln, auch wenn es noch so in den Fingern juckt.

Viele liebe Grüße in deinen Tag.
Soléa

25. Sep 2018

Liebe Solea, Lupine ist deine Tochter???
Toll! Was für ein begabtes Mutter-Tochter-Team!! Ein tolles Gedicht , dazu noch super illustriert

lG
Anouk

26. Sep 2018

Ja, liebe Anouk, Lupine ist meine Tochter! Sie „unterstützt“ die Mutter auf andere Gedanken, besser gesagt, Gedichte zu kommen :-)

Herzliche Grüße
Soléa

26. Sep 2018

Das Gedicht und die Zeichnung sind fantastisch.
Aber wenn ich mir vorstelle, dieser Typ guckt plötzlich von der Wand und will etwas, das ich nicht geben will - oder vielleicht sogar doch... und weglaufen kann ich nicht, weil zwischen Bett und Tür eben diese Wand ist... dann falle ich auf mich selbst zurück, auf meine geheimnsten Wünsche.
Ein toller Text, liebe Solea.

Herzliche Grüße, Susanna

27. Sep 2018

Fantastisch ist auch dein Kommentar, liebe Susanna, mit den am Schluss „geheimen wünschen“.

Wir/ ich bedanken uns vielmals …
und herzliche Grüße zu dir zurück
Soléa