Klage eines Irrenden

von Robert K. Staege
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Wie magisch blinkte einst mein Wahngebild‘
im silbrig hellen Mondesstrahl!
Es flammte leuchtend, gleich der Kerze mild,
mein überzog‘nes Ideal.

Eiskalt verlachte ich in seinem Glanz
der Menschen heiße Seelenglut,
und sah belustigt nur auf ihren Tanz
in ihrer Herzen wildem Blut.

Doch rächte sich an mir das Leben!
Der Dunst fiel ab von meinem Blick,
wie sehr ich auch das Aug‘ mocht‘ heben,
ein Nichts nur schaute stets zurück.

Wo war die Welt, die ich so heil erschuf
nach meines Hirnes trügend Bild? -
Die Lippe zuckt, ach, mich erreicht kein Ruf
der Liebe, - und die Träne quillt ...

Geschrieben am 28. Mai 2018 in Schlangenbad.

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