wir reisen in demselben Zug

von marie mehrfeld
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wir wollen lieben lachen leben
von Tag zu Tag so ist es eben
und reisen in demselben Zug
nie haben wir davon genug

doch irgendwann da kommt die Zeit
der Krisen der Verlassenheit
das Alter zeichnet seine Spuren
und auch die Seele zeigt Blessuren

die Sonne stellt ihr Scheinen ein
und du bist nur mit dir allein
dann fragst du bang wann sterbe ich
und wenn wer trauert denn um mich

ists morgen oder irgendwann
und nach dem Ende was kommt dann
ob du uralt bist oder Kind
ob es nun Stunden Jahre sind

wir haben diesen Weg zu gehen
selbst wenn es schwer ist zu verstehen
sich zeitig dem Gedanken stellen
das kann dir dein Gemüt erhellen

und akzeptieren wie es ist
dann bleibst du dennoch Optimist
klappst deine Fensterläden auf
und lässt dem Schicksal seinen Lauf

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Kommentare

29. Nov 2018

Ich stimme Dir voll und ganz zu, liebe Marie, und freue mich insbesondere über den letzten Vers, der so viel Optimisnus ausstrahlt, dass wohl keinem mehr bange vor dem Sterben ist. Und weshalb auch zu lange daran denken? Wir sterben eh - und könnten uns das schenken. In Californien, sah ich letzten Samstag im Weltspiegel, bereiten sich die Leute auf das ewige Leben vor. Kompetente Wissenschafter arbeiten an ewiger Jugend und ewigem Leben, Menschen lassen sich einfrieren, als ob es nichts Wichtigeres gäbe. Ist das nicht traurig ...? Danke für das schöne Gedicht.

Liebe Grüße,
Annelie

30. Nov 2018

Sich damit befassen ist schon wichtig, den Tod nicht verdrängen, sondern in’s Leben integrieren als etwas Selbstverständliches, und das mit der ewigen Jugend, dem Einfrieren der toten Körper – das ist abstrus, da wird mit den Angst vor dem Tod viel verdient, danke für Deine zugewandten Worte, Annelie, und liebe Grüße - Marie

29. Nov 2018

Unsterblichkeit! Der alte Traum!
(Er passt zum Menschen freilich kaum ...)

LG Axel

30. Nov 2018

Es flieht der Raum, es zieht die Zeit,
hoch lebe die Vergänglichkeit …

Danke und LG Marie

29. Nov 2018

Liebe Marie,
das Widersprüchliche Deines Gedichtes finde ich ganz wunderbar. Das schwere Thema Tod, kombiniert mit einem erhellenden Paarreim, gefällt mir außerordentlich gut und steht dem Gedicht gut zu Gesicht.
Sehr schön!

Liebe Grüße,
Ella

30. Nov 2018

Danke, Ella, man sollte das Thema „Tod“ nicht aus dem Alltag verbannen, es gehört mitten ins Leben, mal nach Mexiko schauen; danke für Deine lieben Worte und liebe Grüße –
Marie

30. Nov 2018

Ja, da stimme ich Dir vollkommen zu, liebe Marie.
Welche Haltung ich zu diesem Thema habe, beschreibt mein Gedicht "Im Sterben hält mich der Tod am Leben".
Wenn Du Zeit hast und magst, kannst Du's Dir ja mal anschauen :)

Herzliche Grüße,
Ella

30. Nov 2018

Ah...ok... ich hätte vorher nochmal nachschauen sollen.
Entschuldige bitte.

Liebe Grüße,
Ella

29. Nov 2018

Hallo Marie,
in diesen Zug steige ich gern mit ein. Am liebsten sitze ich im Speisewagen bei einem Bier und lasse das Leben an mir vorbeiziehen.
Der Text ist Dir wunderbar gelungen!
LG
Manfred

30. Nov 2018

Ja, im Speisewagen mit fröhlichen Gesprächen, freue mich schon darauf, Skat spiele ich auch gern, der dritte Mann, die dritte Frau lässt sich finden, danke für Dein Lob und bis dann …
LG zu Dir Marie

30. Nov 2018

Sehr feinfühlig und harmonisch komponiert.
Eine positive Betrachtung des Unabänderlichen,
die mich bereichert hat .

Ein schönes Wochenende wünscht
Willi

30. Nov 2018

Danke, freue mich, dass Dich mein Gedicht erreicht hat, lieber Wiili, herzliche Wochenendgrüße zurück zu Dir -

Marie

01. Dez 2018

Der Tod begleitet uns von Anfang an und immer, man vergisst es gern. Doch in mancher Stunde fällt man, wie auch immer, über ihn. Dein Gedicht, liebe Marie, gibt mir Auftrieb und die Läden, sind auch schon auf …

Herzliche Grüße
Soléa

01. Dez 2018

Danke und guten Morgen, liebe Soléa, ja, ER begleitet uns von Anfang an, wenn wir uns dessen bewusst sind, dann verliert er etwas von seiner Schrecklichkeit, erst einmal wünsche ich Dir aber ein gutes Adventswochenende; gibt es in la France denn auch den Brauch des Adventskranzes?

Liebe Grüße, auch an Lupine - Marie

02. Dez 2018

Guten Morgen liebe Marie, hier, auf jeden fall mal in Grenznähe, ist der Weihnachtsbrauch derselbe wie in Deutschland. Mit Kranz und Lichterketten, geschäftiges Treiben und dem Festmahl, aber da, denke ich sind die Franzosen den Deutschen doch ein Stück weit voraus, nämlich dem stundenlangen Essen. Es beginnt mit dem Aperitif und Amuse-gueule, weiter zur Hauptspeise, zum Nachtisch, dazwischen noch ein Glas Champagner bis hin zum Nachmittagskaffee, natürlich mit Creme - oder Sahnekuchen. Also, Essen und Geselligkeit bis zum Abwinken. Mir war's Anfangs ein Gräuel, SO kannte ich das von zu Hause nicht, aber, der Mensch ist ein Gewohnheitstier :-)

Auch ich wünsche dir, einen friedlichen und schönen ersten Advent, und Grüße dich herzlich
Soléa