Seezungen

von Monika Jarju
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Ich saß am See, die Augen zu und döste.
Eine Straßenbahn ratterte, ich dachte sie mir einfach weg.
So blau war der See, der Himmel auch.
Die Sonne feixte und heizte ihn mir ein.
Er war so besonders - und schön war er auch.

Ein Motorboot knatterte, schon war es wieder leise.
Wann ruft er an, sehe ich ihn noch mal?
Ich riss die Augen auf, am Horizont lief schrill der See aus.
Nur graue Enten, ein einziger Schwan.
Was bildete der sich ein?

In schmutzigen Wellen schwappte
die Brühe gegen den Steg.
Der Himmel war bloß noch fad
und leer, leer, leer, so leer –
von ihm keine Spur.

Die Sonne ging immer schneller unter
und die Erde war viel zu braun.
Mit einem Mal hatte ich ihn satt,
so satt, satt saß ich da –
und wartete einfach weiter.

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Kommentare

01. Jun 2020

Das Warten ist ein heit'rer Spaß -
wir warten stets auf irgendwas...

LG Alf