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Komm mein Kind, ich erkläre dir die Welt

Bild von Alf Glocker
Bibliothek

Ach komm mein Kind, ich freu mich sooo – ich erkläre dir die Welt: Alle haben alles allen zuzuschreiben, du dir, ich mir, du dich dir, du dir mich, wir euch uns, sie sich nichts und er sich ihr, sie sich ihm, und es euch auch, aber niemals vollständig richtig. Denn die Wirklichkeit sieht völlig anders aus … wie, das erkläre ich erst mal mir, ein anderes Mal und dann dir ganz bestimmt nicht, denn du würdest dich und mich, uns und euch und sie und ihn, nicht mehr verstehen.

Der Sinn des Ganzen ist ganz einfach Brabbelbrabbel, mrglfzz, gräulandverköstlich, oder auch absurdolesk. Wie man möchte, aber auch, wenn man nicht möchte, ist schwer was zu erkennen. Selbstverständlich beugen wir uns, sie, oder ihn, mich, dich, es, und ab die Post, fern jeder Logik, die sich irgendwer klammöffentlich, aber deshalb nicht wahrscheinlicher, selbst – mit jeder fremden Hilfe, die er, sie, es bekommen konnte – zusammengebastelt hat. Das ist dann auch schon gar nichts und nicht weiter schlimm – außer wir erführen, was dabei herauskommt: die Ausgeburt des Teufels?

Nein, nein, absolut nicht. Schon gar nicht! Niemals! Das kommt weder in die noch aus der Tüte. Bestenfalls traumatisiert es uns nur, wenn es mal fertig ist … aber kommen wir endlich zur Sache: es gibt keine! Die Realität verschwimmt vor unseren, deinen, meinen, ihren, seinen, Augen, zu einer grauen Masse (ungefähr so wie die Katzen bei Nacht) und irritiert uns wenigstens soweit, daß wir niemanden mehr voneinander unterscheiden können. Abends geht der Morgenstern hinter den sieben Bergen, bei den sieben Wittchen, im Schnee auf und dann auch wieder mit ihnen ins Bett.

Ist das nicht schön?! Weißt du, ich bin ein Superdings, äh, Mann? Memme? Vielsosoph? Drückeberger, Hamburger (der zum Essen), wer aber besitzt einen Schrumpfkopf? Der „liebe“ Gott? Nirgends ist Land zu sehen. Auch dort nicht, wo man gar keines vermutet, es ist alles nur noch perfekt. Wenn man sich die Oberen 100 000 anschaut, bekommt man einen Brechreiz, aber nicht deshalb, weil sie so blöd sind, sondern weil nichts von dem, was sie sagen, in einer Sprache artikuliert wird, die etwas mit den heiligen Büchern des Abschaums zu tun hat.

Alle muss völlig frei interpretiert werden. Die Unfreiheit ist eine Illusion! Wir sind so vogelfrei wie ein Tauber auf dem Dach. Dieser Hinweis gilt für alle Spätzchen. Wir lieben euch! Wer „wir“ sind, sag ich aber nicht, weil ich persönlich nicht dazugehöre. Ich bin nur mitbetroffen … das reicht mir vollkommen. Ich bekomme täglich eine Gefahrenzulage: die Gefahren legen täglich einen Zahn zu. Wir rasen ins Glück! Aber sag das mal deinem Nachbarn – der zeigt dir, ganz frei, einen Vogel an, oder dich selbst, vor dem Gerichtshof der Regimetreuen Abortianer, wo du dann schon erleben wirst, was man denkt.

Komm bloß nicht zu dir – zu mir brauchst du auch gar nicht erst kommen … zu niemandem eigentlich! Lerne vorher den Dreck zu fressen, der auf den Straßen herumlungert, dann kannst du ins Gras beißen. Wiederkäuen wird nicht verlangt! Also, was willst du?? Jetzt komm mir nicht mit der Mathematik – die ist auf das Leben zwar anwendbar, aber man sollte sie nur am Bau, oder zum Bauen von Raketen verwenden, niemals jedoch im Zusammenhang mit Menschen und ähnlichem Gelichter. Das ist verboten. Rechnen wir uns also zu Tode!

Setzen wir uns an die größten Rechenmaschinen der Welt und bedienen wir sie so lange, bis unsere Enkel keine Ahnung mehr haben, was das überhaupt für ein Apparat ist. Wenn sie den ersten Stein werfen, dann machen wir den letzten Schritt. Der Abgrund ist bereits vor uns. Stellen wir uns doch nicht so an, stellt euch doch nicht so an! Ich, du, er sie es stellt sich an? Bleiben wir sitzen? Oder liegen wir schon am Boden – aber der der Realität kann es nicht sein … Es ist anscheinend irgendein fremder Acker, von dem wir uns machen. Lange genug haben Kartoffeln gepflückt.

Nur ist uns der Weizen über den Kopf gewachsen und die Ernten sind so schwer geworden, daß sie uns demnächst erschlagen werden. Freu dich mit mir, Freut euch mit uns, er freut sich mit ihr und es hat keine andere Wahl, als sich zu freuen. Scheuen wir, du, sie, er, ich, es, ich nicht, zurück, vor den Wundern unserer Zeit. Denn wir werden auserwählt sein … also einer nach dem anderen, bis keiner mehr da ist. Außer den seltsamen Gestalten natürlich, die von alldem nie etwas bemerkt haben. Diese sehen leider nicht mehr so aus, wie die Menschen einmal ausgesehen haben, als sie noch … in illuminierten Häusern wohnten.

Das zu verstehen ist leicht: man muss nur das Hirn ausschalten, dann weiß man gleich: das war gottgewollt! Denn über uns allen, die sich alles selbst zuzuschreiben haben, waltet und wacht ein gütiges Oberwesen, das uns nur Dinge zumutet, die wir noch gerade so verkraften können. Die Kriegsopfer bedanken sich bei der Direktion und die Verhungerten gehen in den Tanzsaal, um sich fortzupflanzen … insofern vielleicht schon – aber warum hilft ihnen wer dabei? Du nicht? Ich nicht? Wir nicht? Sie nicht? Ihr nicht? Es nicht? Er nicht? Ja, wer denn dann?? Ach so, das waren das Schicksal und die „Vernunft“ …

Ach komm mein Kind, ich freu mich sooo – ich erkläre dir, mir nichts, dir nichts, die Welt: Alle haben alles allen zuzuschreiben, du dir nicht, ich mir nicht, du dich dir nicht, du dich mir nicht, wir uns euch nicht, sie sich uns nicht und er ihr sich nicht, sie ihm es nicht, und es euch auch nicht, aber das richtig. Denn die Wirklichkeit sieht völlig anders aus … wie, das erkläre ich erst mal mir, ein anderes Mal vielleicht und dann dir ganz bestimmt nicht, denn du würdest dich und mich, uns und euch und sie und ihn, und sonst auch nichts mehr verstehen.

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Kommentare

27. Apr 2018

Drum soll man ja kein Bild sich machen!
(Das endet schnell in solchen Sachen ...)

LG Axel

27. Apr 2018

Ich bedanke mich!

LG Alf