Der Feueropal - Page 2

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in meiner Werkstatt wohl noch nie ein Ring verengt, doch die Qualität sollte wie immer ausgesprochen gut sein. Beim anschließenden Wählen vertippte ich mich mehrmals, dann ging dreimal hintereinander ihre Mailbox an ... Schließlich hinterließ ich dort eine Nachricht und meine Nummer.
Endlich, nach einer halben Stunde rief Virgi zurück. Ich nahm das Gespräch an, aber sie legte sofort auf. Dieses Spiel wiederholte sich minutenlang, bis ihr von mir ermöglicht wurde, sich mit meinem Anrufbeantworter zu unterhalten.
„Hoffentlich bist du nicht immer so schnell mit allem fertig … Ich werde heute um 19:00 Uhr nach Einbruch der Dunkelheit vor deinem Geschäft stehen …“

Äußerst zäh vergingen die Stunden bis zum Abend. Trotz zum Teil verträumter Abwesenheit gelang es mir weitere Kunden mit der nötigen Aufmerksamkeit zu bedienen, im Anschluss einige Schmuckstücke zu bearbeiten und mich um die Bestellung diverser Materialien zu kümmern.
Meine Wohnung befand sich direkt über dem Geschäft. Nach einem ausgiebigen Bad, was für mich unter der Woche sehr ungewöhnlich war, zog ich mir einen bequemen Schlüpfer und den dazu passenden BH an, gefolgt von weinrotem Oberteil und schwarzer Hose. Weder Schminke noch Schmuck sollten meinen Körper zieren. Lange, zu lange dauerte bereits mein Singledasein, ich wollte mir allerdings als Anfang Dreißigjährige noch keine Torschlusspanik auf die Fahnen schreiben. Mit Frauen ging es bisher immer am längsten gut, trotzdem dominierten männliche Partner auf meiner Liste bereits geführter Beziehungen. Niemals zuvor konnte mich allerdings eine Person bei der allerersten Begegnung so dermaßen in ihren Bann ziehen …

Es war Punkt 19:00 Uhr. Virgi schien tatsächlich zuverlässig zu sein, draußen vor der Tür stehend auf Einlass wartend. Statt einer erhofften Umarmung, ließ sie mich jedoch links liegen und hielt sofort Ausschau nach ihrem Ring.
„Wo hast du ihn denn? Ich bin nämlich so was von neugierig!“
„Dir ebenfalls einen schönen guten Abend …“
Zu dieser Uhrzeit gingen die Temperaturen trotz Frühlingstag deutlich zurück, weshalb leider ein modischer Mantel den größten Teil dieser attraktiven Frau bedeckte, doch sogar in einem Kartoffelsack hätte sie zweifelsohne noch gut ausgesehen ...
„Ich habe ihn oben in meiner Wohnung!“
Es war wirklich mutig von mir gleich in die Offensive zu gehen, doch Virgis Auftritt am Vormittag zeugte ja ebenfalls nicht gerade von Zurückhaltung.
„Lädst du etwa jede Kundin zu dir nach Hause ein?“
„Finde es doch heraus …“
Überrascht von meiner eigenen Schlagfertigkeit, blieb ich demonstrativ an der Tür stehen und wartete ab. Sie kam langsam auf mich zu, was meinen Herzschlag deutlich erhöhte. Ich schloss die Augen, bereit von ihr zärtlich geküsst zu werden, doch dieses Mal bitte direkt auf den Mund.
„Die Türsteherin steht dir nicht wirklich. Also, gehen wir jetzt endlich?“
Unberechenbar, genau das war sie, aber immerhin ging mein Plan auf ...
In der Wohnung angekommen, nahm ich ihr erst einmal den Mantel ab. Darunter befand sich eine beigefarbene Weste, mit an den Armen angedeuteter auffällig durchsichtiger Bluse. Interessiert schaute sich Virgi um. In meiner bescheidenen Bleibe gab es neben dem Wohn- und Schlafzimmer noch ein Bad zu entdecken. Die kleine Küche war nicht der Rede wert, allerdings konnte ich dort alles tun, was man üblicherweise in diesen zweckdienlichen Räumlichkeiten zu machen pflegte.
„Setz dich bitte!“
Neben dem roten Sofa stand ein rustikaler Holztisch mit zwei Stühlen. Bei mehreren zeitgleich mich besuchenden Personen hätte ich noch diverse aufklappbare Sitzmöglichkeiten anzubieten gehabt, die aber aus Platzgründen unten in der Werkstatt lagerten.
„Magst du Rotwein?“
„Wenn er denn süß genug ist …“
Glück gehabt, denn im untersten Küchenregal schlummerte tatsächlich noch eine Flasche mit lieblichem Inhalt. Da die Gläser bereits im Vorfeld von mir an den richtigen Stellen platziert worden waren, musste ich das Getränk nur noch holen, öffnen und entsprechend einschenken.
„Mmh, der ist genau richtig!“
„Danke … Ja, dann mal Prost!“
Das Probieren folgte laut meiner persönlichen Etikette erst nach dem Anstoßen, was bei meinem Gast allerdings genau andersherum der Fall war.
„Ich warte …“
„Worauf?!“
Mist, vor lauter Bemühen ihr einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen, vergaß ich den offiziellen Anlass des Besuchs. Wie von einer Tarantel gestochen stand ich auf, eilte ins Schlafzimmer und kam mit dem Ring in der Hand zurück, den ich direkt vor Virgi auf den Tisch legte.
„Sieht doch gut aus! Mir wird regelrecht heiß beim Anblick dieses feurigen Edelsteins ...“
In aller Ruhe öffnete mein Besuch seine Weste, die dann achtlos abgestreift auf dem Boden landete. Dank durchsichtiger, fast nicht vorhandener Bluse konnte der darunter getragene rote BH in gänzlicher Schönheit betrachtet werden. Virgi schob ihren Stuhl zur Seite, erhob sich, schlich langsam um den halben Tisch herum und stand schließlich direkt hinter mir. Ihre Hände fingen langsam damit an meine Schultern zu massieren.
„Ich möchte gerne einer Fee diesen Ring vom Finger ziehen … Du bist doch eine oder?“
Die erotisch geflüsterten Worte in Kombination mit der wohltuenden Massage tröpfelten wie Öl in meine Seele, um dort vorhandene raue Stellen zu glätten. Lustvoll knabberte sie derweil an meinem rechten Ohrläppchen. Ohne zu zögern drehte ich mich um, bereit meine Lippen auf ihre zu pressen, damit sich unsere Zungen vereinen konnten.
„Halt!“
Virgi wäre nicht sie selbst gewesen, wenn sich mein Wunsch einfach so erfüllt hätte. Der Ring verschwand in ihrem BH, ich wurde an die Hand genommen und gemeinsam betraten wir dann mein Schlafzimmer. Ohne zu fragen riss sie die Schiebetür des raumhohen Kleiderschranks auf, kramte dann respektlos im Inneren herum, um anschließend ein festliches himmelblaues Kleid in den Händen zu halten.
„Zieh das doch mal an, aber bitte ohne Unterwäsche!“
Von den Ereignissen überrumpelt, musste ich erst einmal mehrere Male tief durchatmen, wie angewurzelt dastehend. Als Virgi mich allein ließ, um das Bad aufzusuchen, wurden von mir sämtliche am Körper getragene Kleidungsstücke rekordverdächtig schnell abgestreift. Beim Anziehen musste jedoch mehr Zeit investiert werden, da dieses Kleid bereits seit mehreren Jahren nicht mehr getragen wurde und sich u.a. mein Bauchumfang in der Zwischenzeit etwas vergrößert hatte.
„Kannst du bitte den Reißverschluss schließen?“
Mit einer ruckartigen Bewegung erfüllte sie den Auftrag. Es spannte sich an einigen Körperstellen, konnte aber trotz allem von mir ohne Komplexe getragen werden. Erst jetzt bemerkte ich, dass mein Besuch etwas aus dem Raum gegenüber mitgebracht hatte. Die Cremedose wurde von ihr geöffnet, um eine üppige Portion des weißen Inhalts zu entnehmen, der im Anschluss großzügig auf

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