Verdeckte Himmel

von Ella Sander
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Den Staub, den du vergeblich,
Tag für Tag,
durch irgendwelche sonderbaren
Rituale, wegzuwischen suchst,
ist vielleicht nicht nur Schmutz
von heute;
ist vielleicht alter Unrat,
Sondermüll,
aus längst vergangenen,
vergess'nen Tagen,
welchen du damals, still und leise,
heimlich vertränt, unter den Teppich
kehren musstest,
um nicht schon, vor der Zeit,
gänzlich zu sterben;
um atmen zu können;
um irgendwie zu überleben;
der nun den Tag durch Staub betäubt,
Himmel verdeckt,
die klare Sicht verhüllt,
Sonne und duftend' Blumen
gar nicht erst erwachen lässt,
und das ganz gleich wohin du gehst.

Rezitation:

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Kommentare

19. Apr 2019

Der Ballast, er muss manchmal weg -
Denn sonst erdrückt der ganze Dreck!
(Gern untern Teppich kehrt Frau Krause -
Hab wahre Hügel hier im Hause ...)

LG Axel

19. Apr 2019

Schnapp Dir den Eimer und Lappen,
und stürzte Dich ins Reinemachen. ;)

Vielen Dank, lieber Axel. :)

Herzliche Grüße
Ella

19. Apr 2019

Gedankenmüll aus alten Tagen -
sollt' man vernichten, ohne Klagen,
sonst taucht er immer wieder auf,
verdunkelt Dir des Tages Lauf ...

liebe Grüße - Marie

19. Apr 2019

Neurosen sind nicht wirklich neue Rosen,
Sie tragen oftmals alte Hosen.

Hab' Dank für Deinen Text, liebe Marie,
Er trifft es haargenau! Und wie! :)

Herzliche Grüße
Ella

19. Apr 2019

Manchmal kann ein " unter den Teppich " kehren überlebenswichtig sein, aber irgendwann muss/sollte dieser Schmutz auch angeschaut und verräumt werden, sonst könnte er lebenslänglich verdunkeln. HG und ein frohes Osterfest, liebe Ella, von Ingeborg

20. Apr 2019

Die Analyse trifft genau ins Schwarze, liebe Ingeborg.
Vielen Dank dafür. :)

Herzliche Grüße und schöne Ostertage
Ella

20. Apr 2019

Um Staub soll man sich beizeiten kümmern -
denn später hilft uns gar kein Wimmern...

Liebe Grüße
Alf

20. Apr 2019

Der Staub muss weg, so oder so!
Er macht die Herzen nicht sehr froh. :)

Vielen Dank, lieber Alf! :)

Liebe Grüße
Ella

21. Apr 2019

Nicht jeder Schmutz geht völlig weg –
hat sich im Ecken festgesetzt.
Ich schaue einfach nicht mehr hin:
Ignoranz macht auch ab und an Sinn …

Viele liebe Ostergrüße
Soléa

03. Mai 2019

Oh, hab ich grade erst entdeckt,
Dein Kommentar war wie versteckt.

Ja, Ignoranz ist erstmal weder gut noch schlecht,
Manchmal ist sie fehl am Platz und manchmal recht.

Vielen Dank, liebe Soléa. :)

Herzliche Grüße
Ella

11. Jun 2019

Huch, da ist ja noch ein Kommentar von Dir, lieber Uwe.
In letzter Zeit beschäftigen mich viele spannende Dinge, sodass ich nicht das Bedürfnis verspürte Gedichte zu schreiben oder zu lesen. Die Lust zu lesen packt mich schön langsam wieder, wann die Lust zu schreiben wiederkommt wird sich zeigen.
Meine Stimme ist nicht ohne Grund so tief. Ich habe viele, viele Jahre geraucht ca. 35, um genau zu sein, kann jetzt jedoch verkünden, dass ich seit mitte April rauchfrei bin und das ist soooo gut. Endlich bin ich dieses dumme Laster losgeworden. :)

Herzliche Grüße
Ella

11. Jun 2019

Liebe Ella,
das von dir aufgegriffene "tief" deiner Stimme hatte mir natürlich auch gefallen, aber ich hatte keine Äußerlichkeit gemeint, sondern das innere Wesen deines Gedichtes - also auch das deine.

(Doch was du 35 Jahre deiner Lunge, deinen Adern und deinem Herzen mit dem Rauchen angetan hast, das mache nun an ihm wirklich gefälligst wieder gut!!! Ich will dazu nur ein einziges Wort hören: "Jawolll! "
LG Uwe (auch einst mal geraucht...)

11. Jun 2019

Jawoll!
Ich kann von Glück sagen, dass ich "nur" geraucht habe.
Es hätte schlimmer kommen können.
Doch jetzt ist es überWunden und ich bin überglücklich. :))

Ganz liebe Grüße
Ella