Das Unbekannte

von Michael Dahm
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Über Feldes Runzel-Scholle,
rollte eine Nebel-Rolle,
wälzte alle Triebe platt,
alles Grüne wurde matt.

Und sie nahm hinfort das Licht,
erdrückte es mit ihrem Gewicht,
alles hatte sie gebunden,
Tier' und Pflanzen waren verschwunden.

Menschen sahen, wie Gespenster,
grau und schaurig aus dem Fenster,
ihre Blicke hohl und nichtig,
nichts in dieser Welt war richtig.

Aus dem Nebel griffen Hände,
durch die Dächer und die Wände,
zogen die Geschöpfe raus,
die dort bebten voller Graus.

Und es krachte, und es walmte,
als ob sie etwas dort zermalmte,
niemals wieder sah man sie,
mit Angst im Blick, so irr wie Vieh.

Einer weiß, was hier geschah,
ein Stummer nur, mit weißem Haar,
das Unbekannte rollte fort,
und ließ nur ihn an diesem Ort …

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Kommentare

20. Nov 2016

Ein Rätsel? :) Ich munkle einfach mal.
Eine Flutwelle, Tsunami?

Doch wer ist der, der - stumm nur blickte?
Ist er der vielen - Götter einer?
Der Götter Vater gar?
Welcher einst den Sturm - wohl schickte,
wodurch bald aller - Lebenseifer
am Gund Geschichte war?

Im Grunde braucht es aber eine Zuordnung der Kräfte überhaupt nicht. Die Geschichte fesselt und verschlingt einen gerade durch das Unbekannte. Ein schaurig-schönes Gedicht!

LG, Ben

20. Nov 2016

Lieber Ben,

Lass es rätselhaft bleiben
und das Unbekannte treiben
wer weiß wann es uns wieder trifft ;-)

LG Micha