Limerick ✓ über 200 Limericks in der Sammlung

Bild Lexikon Limerick

Die Gedichtform des Limericks geht zurück auf das 19. Jahrhundert. Ihr erster und bisher größter Meister war Edward Lear, der den Limerick um 1820 ins Gespräch brachte. In seinem 1843 veröffentlichten Werk "A Book of Nonsense" sind 107 der scherzhaften Gedichte enthalten - diese wurden von Lear zusätzlich illustriert. Sie finden hier moderne und klassische Limericks verschiedener Autoren.

empfohlene Limericks
neue Limericks
von Dirk Tilsner
von Olaf Lüken
von Olaf Lüken
die schönsten Limericks
von Olaf Lüken
von Olaf Lüken
von Martin Gehring
Mitglied

Es lebte einst Tarzan in Hindelang.
Sein Schrei wie ein rost'ges Gewinde klang.
Zur Nachbarschaft Graus
stieß er ihn stets aus,
wenn er sich von Linde zu Linde schwang.

von Volker C. Jacoby
Mitglied

Dem Alientouri aus Nordostgalaxis
is Sternhagelvollsein die tägliche Praxis.
Mit Weltallkohol
geht‘s ihm erdenwohl,
dass Terravisite wie’n kosmischer Klacks is.

vcj

von Peter H. Carlan
Mitglied

Einst lebte ein Mädchen in Kapstadt,
das hatte die Stadt am Kap satt.
Zum Umzug ins Ausland
mitsamt ihrem Hausstand
benutzte sie einfach ihr Klapprad.

von Hans Harress
Mitglied

"Herr Zeuge, Sie haben's vernommen,
was Sie hier für Meineid bekommen?"
"Gut zehntausend bar,
ist's nicht wunderbar?
Ich hab's vom Beklagten vernommen."

Franz-Josef ging chinesisch speisen,
danach tat er's…

von Peter H. Carlan
Mitglied

Herr Ribbeck von Ribbeck im Havelland
sein Haus vor dem Birnbaum in Flammen stand.
Nun muss er die Dirnen
mit Abrissbirnen
verwöhnen. Scheiß Kabelbrand.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Das Verhalten eines Vampirs aus Togo
Ist meines Erachtens ein „no go“!
Er geht midnights am Strand
Mit Marie an der Hand -
so quasi als „Bloody Mary to go”!

von Robert K. Staege
Mitglied

Ein einsamer Mann flog nach Freetown.
Er wollte sich dort nur mal umschown,
und kam nie mehr zurück,
denn er fand dort sein Glück
durch die Heirat mit mehreren Trowmfrown.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Ein hinkender Bettler aus Plötz*
war zu oft Objekt des Gespötts.
Er verließ den Ort
ohne ein Wort
und dachte an`s Zitat von Götz

von Thomas Möginger
Mitglied

Nichts nützt der Kunst sein Wortschatz,
fehlt es dem Satz an Sinntax.
Drum lerne mit Bedacht vorm Schreiben,
dir Bedeutungslehre anzueignen.
Zur Macht der Worte, gar so zauberhaft.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Es sprach der König von Thule
zu seiner geliebten Frau Jule:
„Wenn ich einst sterbe
und dir nichts vererbe,
versilber´ die goldene Pendule.“

von Peter H. Carlan
Mitglied

Schon kurz nach der Ouvertüre
erdolchte der Held die Walküre.
Sie sang noch ein Lied
bevor sie verschied.
Statt Blut floss nur Konfitüre.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Ein Trunkenbold aus Hamminkeln*
musste die Arme abwinkeln,
um beim Urinieren
auf allen Vieren
sich nicht auf die Hände zu pinkeln.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Graf Dracula hat, so die Vampirologen,
Unter dem Einfluss alkoholischer Drogen,
Weil er nächtelang durchtrank,
Sein Konto bei der Blutbank
Über´s Limit hinaus überzogen.

von Robert K. Staege
Mitglied

Ein Hundehalter aus Glowchow
erfreute sich an seinem Chow-Chow.
Der ging - statt in Heimatrevieren -
viel lieber im Inntal spazieren.
Drum zogen sie schließlich nach Brownow.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Der Freiherr von und zu Oberroth*
soff sich im letzten Oktober tot.
Bei der Leichenschau
war sein Blut noch blau,
seine Nase hingegen zinnoberrot.

von Volker C. Jacoby
Mitglied

.
Herrn Bush aus Dakota war Kabeljau
zu speisen stets eine Nabelschau.
Doch hasste er Dorsch
und hieß John. Nicht Schorsch
wie Schorsch Bush sein Sohn, der Schorsch Dabeljau.

vcj

von Jürgen Wagner
Mitglied

Im Meer, da schwamm 'ne Flunder
Die fraß und wurd‘ immer runder
Ihr Schatz war platt
Ich habe es satt
Hinweg mit all diesem Plunder!

von Thomas Elbrecht
Mitglied

Es sprach ein Fruganer in Sperenberg
zum Sohne: »Du musst nichts entbehren, Zwerg.
Du siehst ja, klein Eugen,
ich konnte dich zeugen,
obwohl ich mich stets nur mit Beeren stärk’.«

von Dietmar Hoehn
Mitglied

Ein Pfarrer, dem Weiber nicht reichten,
ging jammernd, dem Bischof zu beichten:
"Ich hab, Eminenz,
auch starke Tendenz
zu Knaben, besonders den seichten."

von Peter H. Carlan
Mitglied

Paris a.d. Seine I

In Paris an den Ufern der Seine
wandert ein Herr mit Hund an der Leine.
Er versank im Schilfe,
rief lauthals um Hilfe,
doch der Hund fand den Heimweg alleine.

Paris a. d. Seine II

von Peter H. Carlan
Mitglied

Romeo und Julia I

Herr Montague, Frau Capulet
fuhren gemeinsam im Cabriolet.
Erst versagte ihr Deo,
dann der Alfa Romeo.
Allso entfiel das Tête-à-tête.

Romeo und Julia II

Das Julchen tat neulich in…

von Peter H. Carlan
Mitglied

Es fiel einst ein Einsiedler aus Goch
weit abseits der Stadt in ein Loch.
Der Aufstieg misslang
mangels Stufengang,
drum siedelt er dort wohl heute noch.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Es klaute ein Bettler aus Nehren *
Im Pfarrgarten Pflaumen und Beeren,
Da spricht der Kaplan
Von hinten ihn an:
„Du sollst Gottes Obst nicht begehren.“

Doch wusste der Bettler aus Nehren
Den Pfaffen geschickt…

von Robert K. Staege
Mitglied

Ein Tourist erstand dort in Stams,
nebst dem Hut, auch den „Bart einer Gams“.
Seine Frau - nicht entzückt! -
rief: „Ich werd‘ noch verrückt!“
und entsorgte den Hut mit dem Krams.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Es krepierte Herr X. aus Meinerzhagen*,
so wird vermutet, an Herzversagen.
Ich glaube hingegen,
am Humor hat´s gelegen,
er konnte noch nie einen Scherz vertragen.

von Peter H. Carlan
Mitglied

Hamlet, der Prinz, traf zum Stelldichein
sich mit Ophelia, dem Burgfräulein.
Sie fragte ihn zärtlich:
„Liebst du mich ehrlich?“
Da sprach er: „Kann sein oder nicht sein!“

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Die besten Limericks enden mit einer Schlusspointe

Obwohl der Engländer die noch heute bekannte Struktur mit dem Reimschema aabba, also erste, zweite und fünfte sowie dritte und vierte Zeile schließen mit dem gleichen Reim ab, in drei Zeilen mit je zwei Binnenreimen zusammenfasste, wird der klassische Limerick zumeist in fünf Zeilen dargestellt. Der gesamte Limerick folgt dabei dem anapästischen Versmaß, wobei Zeile eins, zwei und fünf dreihebig, Zeile drei und vier aber zweihebig sind.

Kennzeichnend für die Form des Limericks ist außerdem der Inhalt. In der Regel laden die kurzen Gedichte, die sich zumeist um eine Person und eine mit dieser Person einhergehenden Besonderheit befassen, durch eine Schlusspointe zum Schmunzeln ein. Während Lear in der fünften Zeile noch zum Reimwort der ersten Zeile zurückkehrt, durchaus auch in einem amüsanten Kontext, hat sich die fünfte Zeile im Laufe der Zeit zum unumstrittenen Höhepunkt des Limericks entwickelt. In dieser werden Hauptperson oder die Gesamtsituation neu bewertet, oft mithilfe eines Adjektivs, manchmal auch durch eine Wortneuschöpfung.

Deutsche Limericks erlebeten in den 70er Jahren eine erneute Hochzeit

Der deutsche Limerick erfuhr durch die Liedermacher Schobert&Black in den 1970er Jahren eine erneute Hochzeit. Die beiden Sänger vertonten in verschiedenen Stücken moderne Limericks der beiden Dichter Georg Bungter und und Günter Frorath. Der deutsche Schriftsteller Dieter Höss bediente sich ebenfalls der Gedichtform und verpasste ihnen einen satirischen oder parodistischen Charakter. Auch der US-amerikanische Dichter Odgen Nash und der russisch-amerikanische Biochemiker Isaac Asimov haben den Limerick weiter geprägt.

Moderne Limericks müssen nicht immer lustig sein

Auch wenn es relativ klare Vorgaben zur Erstellung des Fünfzeilers gibt, so halten nicht alle modernen und klassischen Dichter das Versmaß ein und es sind auch nicht zwangsläufig alle Limericks lustig. Jedoch wird ein moralisierender oder anklagender Tenor der Gedichtform nicht gerecht - und der betreffende Dichter sollte, auch wenn er die metrische Form wahrt, sein Werk in eine andere Kategorie Gedicht einordnen.