Friedhof Fluntern in Zürich

von Erich Vio
Aus der Bibliothek

Beschattend des Friedhofs Eintrittsalleen
im Grünen zwei mächtige Blutbuchen stehen –
verbreitend ihr düsteres Kupferrot
zur Deckung dem modrigen, duftenden Tod.
Sie schweigen und warten. Grabaus und grabein
in Särgen getragen das bleiche Gebein
erkennt nicht die Träger. Ihr täglicher Dienst
verwirkt an den Leichen den kargen Verdienst.
Es säuselt der Herbstwind, und kupfernes Laub
fällt auch von den grünen Platanen zum Staub.
Das nackte Geäst dem Himmel nun droht:
Es fordert sein herrliches Blutkupferrot.

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