noch ist Zeit

von marie mehrfeld
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noch verwöhnt uns die Sonne mit ihrem Strahlen, noch schwimmt wie eh und je der Mond im Sternenmeer des unbegreiflich unendlichen Alls, noch blüht und grünt der Tag, noch halte ich Deine Hand und Du meine, noch suche und finde ich Worte, Farben und Töne, noch hoffe ich darauf, dass bleibt, was ist,

und doch ist mir bewusst, dass alles endlich ist und beständig im Wandel, ich sehe, höre, lese - während nördliche Eiswelten schmelzen und fruchtbare Erde freigeben, versinkt bewohntes Uferland in den Fluten ständig steigender Meere und zwingt Menschen zur Flucht, wachsen Wüsten in Ländern der Glut und lassen Menschen, Tiere und Pflanzen verdursten,

und ich bin ein Teil davon und trage Verantwortung, und ich weiß, wir vergeuden die geschenkte Zeit gedankenlos in der Hetze des Alltäglichen, halten zu selten inne, fühlen Angst gegenüber dem Fremden, dem Neuen, lassen das Wunder der Natur im Abfall unseres Wohlstands ersticken, nach uns die Sintflut, wir schauen nicht hin, alles zerrinnt uns unter Augen und Händen,

das schürt die Angst, und auch ich bin mir gewiss, füllt erst der Zorn die Leere hohler Versprechungen, dann breitet sich Neid und Lüge aus, schwindet die Liebe, spaltet sich die Menschheit weiter auf in oben und unten, in Arm und Reich, versiegelt die Gier nach mehr alle Herzen und lässt dem Hass freien Lauf, wächst der Hunger der Welt und die Zahl sinnloser siegloser Kriege,

unsere Sinne sind schwach geworden in der falschen Ruhe der Sattheit, in eitler Nabelschau versunken ging so viel Nähe, Wärme und Schönheit verloren, wir haben das Danken vergessen, der Erde Dauer ist so begrenzt, lasst uns das Leugnen beenden, die Schöpfung staunend erhalten, Wasser und Brot neu teilen und allen Zweifeln zum Trotz darauf hoffen, dass da Einer ist, der lenkt und vergibt, noch ist Zeit

Foto: Pixabay, bearbeitet

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92 Seiten / Taschenbuch
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Interne Verweise

Kommentare

02. Jun 2018

Bekommen wir’s hin mit dem Lenken, allein?
Schau Dich doch um, wir können’s nicht, nein.
Ich meine, man darf ruhig nach Hilfe suchen -
das ist sehr viel besser, als wütend zu fluchen …

LG und Dank
Marie

03. Jun 2018

Ich verstehe dich ganz gut. Deine Gedanken über unsere Zeit. Über das, was aus unserer Erde wird,wenn wir so weitermachen wie bisher. Deine Worte wirken wie Spiegel: Wer hinein schaut,sieht sich selbst. Du hast die Vergebung erwähnt.Und vorallem die Hoffnung, die hoffentlich zur Vernunft führen wird. LG

03. Jun 2018

Danke, Frank. Ja, ohne Hoffnung geht es nicht. Aber ohne aktives Handeln und Umdenken auch nicht, wenn sich der weltweite Wandel, der längst begonnen hat, friedlich vollziehen soll. Dazu gehört, dass wir unseren Wohlstand viel besser teilen lernen und uns darauf einstellen müssen, dass zukünftig noch viel mehr Menschen aus anderen Ländern bei uns an die Tür klopfen werden, zum Beispiel die Klimaflüchtlinge. Grenzen zu hilft nichts bei einem nach allen Seiten offenen demokratischen Land wie unserem, das eines der reichsten der Welt ist und über ein Grundgesetz verfügt, dass allen Menschen die gleichen Rechte zuspricht. Also muss man es mit festen Regeln ablaufen lassen, die man rechtzeitig erarbeiten muss, um Chaos zu vermeiden. Dieses Thema ist auch für mich unbequem, wir müssen uns dem aber stellen. Und dass die Umwelt unnötiger Weise unter unserem Wohlstandmüll leidet, ist doch ohne Frage. Die Plastikabfälle in Flüssen und Meeren wachsen drastisch an, Gegenmaßnahmen werden sehr zögerlich ergriffen. Von heute auf morgen könnte nur z.B. bestraft werden, wer seine BIO-Gurken weiterhin in einer Plastikfolie verkauft. Nichts passiert oder zu wenig und zu zahm. Mit Rücksicht auf Wählerstimmen? Dabei sind die meisten Konsumenten einsichtig, meine ich. Es ist die Bequemlichkeit, die uns, auch mich, oft vom Handeln abhält - und das leider verloren gegangene Gefühl für das "Gemeinwohl". Ein Beispiel dafür die Massen platt getretener Kaugummiplacken, die fast alle teuren Pflaster unserer Innenstädte massenweise "zieren", ein Zeichen des puren Egoismus'. Denn es hat überhaupt nichts mit „reich“ oder „arm“ zu tun, wenn man sich so verhält. Wir müssen noch viele eingebaute „innere Schweinehunde“ überwinden, wenn wir das mit dem Wandel in gutes Handeln umsetzen wollen, wozu es keine Alternativer gibt. Und das mit dem Vergeben … das meine ich eher persönlich, denn ich verhalte mich oft nicht so, wie ich es hier fordere, kann also Vergebung brauchen … wie wir alle. Oder nicht? Das ist jetzt etwas zu lang geworden, aber mir war danach.
Liebe Grüße - Marie

03. Jun 2018

Alles in allem ist es traurig - wir hätten in den 80gern schon etwas dagegen tun müssen. (Klimawandel) Der Bio-boom macht es auch nicht besser. Wohin führt das alles hin. Ich versuche schon, nachhaltig zu leben und unnötigen Müll zu meiden. Was mich ärgert: Das ist der Plastikwahn!

04. Jun 2018

danke, wohl wahr, wir "hätten" noch viel mehr, nicht nur in den Achtzigern ... aber es fällt uns Menschen schwer, über den Tellerrand zu schauen, das war wohl schon immer so, gehört zu unserer Natur. Nur wenn ALLES am Boden liegt wie z.B. direkt nach dem 2. Weltkrieg, wenn alle gleich arm sind, große Verluste erlitten haben, wenn es keine Klassenunterschiede mehr gibt - dann ist man sich einig, nie wieder Aufrüstung, hilft sich gegenseitig, WILL die Dinge ändern ... aber nach erneutem Versinken im Wohlstand wurden die Ideale schnell wieder beiseite geschoben. Traurig, aber wahr; aufgeben wäre aber dennoch die schlechteste Lösung.
LG Marie

03. Jun 2018

Liebe Marie, es stimmt was Du schreibst. Und doch war und bleibt das Übel der Mensch selbst.
Jeder klardenkende weiß, ahnt, dass wir so den Bach runter gehen, Welt und Leben zerstören. Aber …!? Das wenige wo besser wird, ist zu gering um das Schlechte auszugleichen. Der Verstand ist ein unbequemer Gast geworden. Einfach und schnell sind der Trend …

Herzliche Grüße
Soléa

03. Jun 2018

Ja liebe Soléa, nur der Mensch mit seiner "Gier nach immer mehr" sorgt dafür, dass es den Bach runter geht - und nur der Mensch mit den guten Seiten, die er auch hat, kann dafür sorgen, dass sich das Blatt wendet. Deshalb kann man gar nicht ZU viel darüber reden. UMDENKEN und handeln ist die Devise, und das fällt mir auch sehr schwer ... dennoch hoffe ich darauf, was denn sonst, unken hilft überhaupt nicht.
Herzliche Grüße zurück
Marie

03. Jun 2018

Ja, HANDELN tut Not -
Im Kleinen wie Großen wär gut
SO klar erkannt
Im hoffentlich tausendmal gelikten Worte gebannt
Lesen und verantwortlich Leben
Gedankenvoll bleiben
Nur so können wir
Schöpfung erhalten...
- auch wenn es nur die Wiederholung dessen,
was schon geschrieben und hin und her gewendet, ist.
LG Yvonne

04. Jun 2018

Danke, Yvonne, ja, ununterbrochene Wiederholung ist nötig, damit dieses Thema in unseren Köpfen lebendig bleibt, denn es brennt gewaltig auf den Nägeln ...

LG Marie