Limerick ✓ die besten Limericks

Bild Lexikon Limerick

Die Gedichtform des Limericks geht zurück auf das 19. Jahrhundert. Ihr erster und bisher größter Meister war Edward Lear, der den Limerick um 1820 ins Gespräch brachte. In seinem 1843 veröffentlichten Werk "A Book of Nonsense" sind 107 der scherzhaften Gedichte enthalten - diese wurden von Lear zusätzlich illustriert. Sie finden hier moderne und klassische Limericks verschiedener Autoren.

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von Olaf Lüken
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die schönsten Limericks
von Olaf Lüken
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Beitrag 106 - 140 von insgesamt 226 Texten in dieser Kategorie
von Monika Laakes

Da gibt es zwei hitzige Frauen,
die sich das Leben versauen.
Sie keifen sich an,
wegen 'nem Mann,
den woll'n beide der Ehefrau klauen.

von Edward Lear

There was an Old Person of Dover,
Who rushed through a field of blue clover;
But some very large Bees stung his nose and his knees,
So he very soon went back to Dover.

von Edward Lear

There was an Old Person of Chili,
Whose conduct was painful and silly;
He sate on the stairs, eating apples and pears,
That imprudent Old Person of Chili.

von Edward Lear

There was an Old Man who said, "How
Shall I flee from this horrible Cow?
I will sit on this stile, and continue to smile,
Which may soften the heart of that Cow."

von Klaus Mattes

Einst gab’s Tokajer inmitten von Sachsen,
Streng erzogen, hoch gewachsen
Volkseigen war das Kombinat,
Benannt nach dem Pillnitzer Schrat.
Er trank sich fein zu Krebsen und Lachsen.

*****

Es war ein Mann, der…

von Thomas Elbrecht

Eine Jungfrau versprach in Lausanne
ihrem Liebsten, sie lasse ihn ran.
Die Replik auf die Frage,
die dann folgte, blieb vage;
diese drängende Frage hieß: »Wann?«

von Monika Laakes

Ein kesses Mädchen in Essen
hatte den Zeitpunkt vergessen,
um ihn zu sehen,
ließ ihn lang' stehen,
so fühlt er sich angefressen.

von Thomas Elbrecht

Ein Hahn nahm zwei Hennen in Speyer
vor Ostern beiseite. »Die Feier«,
so sprach er, »rückt näh’r,
der Eier braucht’s mehr.
Ich fürchte, da hilft nur ein Dreier!«

von Edward Lear

There was a Young Lady of Ryde,
Whose shoe-strings were seldom untied;
She purchased some clogs,
And some small spotty dogs,
And frequently walked about Ryde.

von Olaf Lüken

Sigurd aus Eisenhüttenstadt
angelt wie Herr Nimmersatt
Vieles hat er ausprobiert
selten hat was funktioniert
Tritt auch mal den Köder platt

von Edward Lear

There was an Old Man with a nose,
Who said, "If you choose to suppose,
That my nose is too long,
You are certainly wrong!"
That remarkable Man with a nose.

von Annelie Kelch

Bei Milwaukee ein Feld mit Mohn
gehörte einst Al Capone;
darin pfiff hin und wieder
frivole Halunkenlieder:
eine Spätzin aus Iserlohn.

von Thomas Elbrecht

Es hat eine Dame aus Benken
Konsum gegenüber Bedenken.
Doch schränkt sie klar ein:
»Das Eine darf sein:
Ich lasse mich gerne beschenken.«

von Thomas Elbrecht

Ein Kassenpatient aus Steinstücken
bekam beim Dentisten zwei Brücken.
Beide saßen arg schief,
doch der Kurpfuscher rief:
»Mehr geht nicht für zweihundert Mücken!«

von Walter W Hölbling

als wanderer zwischen welten
sind stets viele worte mir neu
die leute sind freundlich
und mir ist es nicht peinlich
daß ich als fremder muß gelten

von Thomas Elbrecht

Es konnte ein Rabe aus Plauen
der eigenen Sippe nicht trauen.
Die Adern der Brut
durchströmte sein Blut,
drum wusste er sicher: »Die klauen!«

von Jürgen Wagner

Ein Mann war am Ende der Kräfte,
brutal wurden all die Geschäfte
Er stieg einfach aus,
blieb fortan zu Haus
Neu wurden die Tage und Nächte

von Monika Laakes

Ein frommer Pilger aus Deutschland
verlor den Weg, blieb außerstand,
danach zu fragen,
nahm's ohne Klagen,
wurd' so zum Kneipen-Aspirant.

von Robert K. Staege

Ein Jungschauspieler aus Verden
wollte ein „Western-Star“ werden.
Die Karriere fiel aus;
es wurde nichts draus,
denn er fiel zu oft von den Pferden.

von Jürgen Wagner

Eine Dame, entschlossen zu leben,
begann sich der Schuh zu entheben
Sie ging barfuß auf Straßen,
lief schwebend auf Rasen
Das brachte ihr Herz zum Erbeben

von Volker C. Jacoby

Ein Gamsbock aus den Abbruzzen
bot Gamsbartjägern kaum Nutzen:
es war zwar nicht Gamsart,
doch pflog er den Gamsbart
höchstvorsorglich morgens zu stutzen.

vcj

von Thomas Elbrecht

Es mahnte ein Pfarrer in Rieden
die Gläubigen: »Mehret den Frieden!«
Da sagte ein Mann:
»Ich tu, was ich kann.
Drum bin ich seit gestern geschieden.«

von Thomas Elbrecht

Ein Elektriker wollte in Rom
nach der Lehre ein Hochschuldiplom.
Doch er schaffte es nicht,
denn er stand leider schlicht
und ergreifend zu oft »unter Strom«.

von Alf Glocker

Da war mal in Deutschland ein Wirt,
der wurd‘ von Ganoven umschwirrt,
die nahmen ihn aus,
es war ein Graus –
doch er hielt sich nicht für verwirrt!

von Britta Pelü

Boah, ey, Frau, was willst du von mir?!
Lass mich doch einfach machen hier!
Du kitzelst und quälst mich
Ich kreische kläglich
Fauche und pfeif‘ auf die Hilfe von Dir!

Jawoll, so ist’s recht, so troll Dich dahin!…

von Walter W Hölbling

der senior im weißen haus
weiß sehr oft weder ein noch aus
er twittert des nachts
am morgen erwacht
sein berater und schaltet ihn aus

von Annelie Kelch

Ein Reisender aus Dong
fuhr stolz die Themse entlong;
war kein Easy Rider,
hatte dennoch Neider:
als Begleiter von Suzie Wong.

von Annelie Kelch

Eine flotte ältere "Nonne"
flog ungern umher in der Sonne,
traf im Laubwald auf "Puppenräuber" Fred,
der sagte: "My dear old girl, es ist nie zu spät
für ein Leben in Lust und Wonne ..."

von Annelie Kelch

Aus Kalkutta ein stattlicher Pfau
samt Harem im schleppenden Tau
schlug im fernen Rabat
aufreizend sein Rad
seine Weibchen skandierten: Wow!

von Thomas Elbrecht

Der Frank, früher Banker in Frankfurt,
sagt Kurt, dass als Bankster er krank wurd’.
Doch nicht nur ganz krank,
Frank sagt auch ganz frank:
»Seit 2008 bin ich blank, Kurt!«

von Robert K. Staege

In Brandenburg an der Havel
nervt ein Typ mit seinem Geschwafel.
Er quatscht ohne Pause,
drum steht vor seinem Hause
jetzt auch eine warnende Tafel.

von Thomas Elbrecht

Ein Feinschmecker sprach in Bad Belzig:
»Ich mag meinen Käse schön schmelzig,
im Geruch intensiv –
an der Grenze zum Mief –
und außen vom Schimmel leicht pelzig!«

von Annelie Kelch

Die Hamsterfrau Margot Bessie
hortet Käfer und Korn wie ein Messie.
Sie hat in den Backen stets was zum Knacken:
neither appetizing nor freshly.

Aus Kalkutta ein stattlicher Pfau
samt Harem im schleppenden Tau,…

von Annelie Kelch

Zwei Bittersüße Nachtschatten
fürchteten sich vor Bisamratten.
"Bleibt uns ja vom Stengel!",
schimpften die giftigen Bengel
auf den sommergrünen Matten.

von Annelie Kelch

Ein leckerer Printen aus Aachen
trieb einst in einem Nachen
hinaus aufs offene Meer.
Das freute die Lachmöwe sehr,
vergaß das Fressen vor Lachen ...

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Die besten Limericks enden mit einer Schlusspointe

Obwohl der Engländer die noch heute bekannte Struktur mit dem Reimschema aabba, also erste, zweite und fünfte sowie dritte und vierte Zeile schließen mit dem gleichen Reim ab, in drei Zeilen mit je zwei Binnenreimen zusammenfasste, wird der klassische Limerick zumeist in fünf Zeilen dargestellt. Der gesamte Limerick folgt dabei dem anapästischen Versmaß, wobei Zeile eins, zwei und fünf dreihebig, Zeile drei und vier aber zweihebig sind.

Kennzeichnend für die Form des Limericks ist außerdem der Inhalt. In der Regel laden die kurzen Gedichte, die sich zumeist um eine Person und eine mit dieser Person einhergehenden Besonderheit befassen, durch eine Schlusspointe zum Schmunzeln ein. Während Lear in der fünften Zeile noch zum Reimwort der ersten Zeile zurückkehrt, durchaus auch in einem amüsanten Kontext, hat sich die fünfte Zeile im Laufe der Zeit zum unumstrittenen Höhepunkt des Limericks entwickelt. In dieser werden Hauptperson oder die Gesamtsituation neu bewertet, oft mithilfe eines Adjektivs, manchmal auch durch eine Wortneuschöpfung.

Deutsche Limericks erlebeten in den 70er Jahren eine erneute Hochzeit

Der deutsche Limerick erfuhr durch die Liedermacher Schobert&Black in den 1970er Jahren eine erneute Hochzeit. Die beiden Sänger vertonten in verschiedenen Stücken moderne Limericks der beiden Dichter Georg Bungter und und Günter Frorath. Der deutsche Schriftsteller Dieter Höss bediente sich ebenfalls der Gedichtform und verpasste ihnen einen satirischen oder parodistischen Charakter. Auch der US-amerikanische Dichter Odgen Nash und der russisch-amerikanische Biochemiker Isaac Asimov haben den Limerick weiter geprägt.

Moderne Limericks müssen nicht immer lustig sein

Auch wenn es relativ klare Vorgaben zur Erstellung des Fünfzeilers gibt, so halten nicht alle modernen und klassischen Dichter das Versmaß ein und es sind auch nicht zwangsläufig alle Limericks lustig. Jedoch wird ein moralisierender oder anklagender Tenor der Gedichtform nicht gerecht - und der betreffende Dichter sollte, auch wenn er die metrische Form wahrt, sein Werk in eine andere Kategorie Gedicht einordnen.