Eine rumänische Straßenhündin findet ein neues zu Hause - Page 2

von Brigitte Beyer
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in eine Ecke und beobachtete genau was meine Beiden so machten. Endlich ging es auf Gassirunde. Von den Leuten im Ort wurde ich sofort ins Herz geschlossen und als neuer Dorfhund bewundert. So gingen 3 Tage schnell vorbei. Ich bekam mein Futter, aber nur kleine Portionen und mit Quark angereichert, damit meine Röllchen bald verschwinden. Es war herrlich. Nach 2 Tagen wusste ich auch zu was das Körbchen da ist. Dort konnte ich mich so herrlich reinkuscheln. Es war so aufgestellt das ich meine Beiden immer im Blick hatte. So war ich über alles informiert. Dann entdeckte ich noch das Sofa auf dem mein Frauchen immer lag. Mit nur einem Hops war ich darauf. Meine Beiden sagten nichts dazu. Schließlich waren meine Vorgängerinnen auch immer auf dem Sofa. Dann mussten wir wieder ins Tierheim. Ich musste mit, damit das Tierheim sieht ob ich auch noch bei ihnen war. Es soll Menschen geben die Tiere aus dem Heim holen und anschließend wieder verkaufen. Da verstehe einer die Menschen. Aber ich brauchte mir keine Sorgen zu machen. Ich hatte meine Beiden sowie so schon ums Pfötchen gewickelt. Schon wieder Auto fahren. Das bekam mir gar nicht gut. Mir wurde ja so schlecht und ich musste brechen. Das ganze schöne Futter. Mein Frauchen hatte vorsorglich ein Handtuch dabei und so war alles nicht so schlimm. Nun mussten die Beiden sagen, ob sie mich behalten wollten. Ich drückte ganz fest die Pfoten. Aber es war ja Sonnenklar das ich nie wieder ins Heim musste. Davor wurden den Beiden Löcher in den Bauch gefragt.
Wie lange ich alleine sein muss, mit was für Kosten sie rechnen, warum sie mich wollten, ob ich mit in den Urlaub darf? Mann oh Mann, hört das denn nie auf. Wenn die wüssten wie gut es meine Vorgängerinnen hatten. Ich wollte einfach wieder nur in mein neues schönes zu Hause. Zwischendurch bekam ich einen Telefonanruf mit. Der wollte einen Hund und er dachte den gibt es kostenlos. Da kann ich nur mit dem Kopf bzw. mit dem Schnäuzchen schütteln. Die viele Arbeit, die große Verantwortung all der fleißigen Helfer im Tierheim und die Kosten für Tiere. Da denken manche das ist alles für Umsonst.
Dann hatte die Befragerei endlich ein Ende und es ging Heim. Von meinen Herrchen der Bruder mit Frau kam zu Besuch. Sie fanden mich ganz süß, eben Sweedy.
Bevor der Kontrollbesuch vom Tierheim kam, habe ich mir einige Dinge geleistet. Im Haus war ich die Unschuld vom Lande, konnte schon Sitz und Platz machen und hörte auch auf meinen Namen, wenn ich gerufen wurde. Ich verfolgte meine Beiden auf Schritt und Tritt. Eben wie ein Hund. Sobald ich draußen war stellte ich meine Ohren auf Durchzug. Zwei Mal bin ich schon durch den Zaun gekrochen, wurde aber gerade noch rechtzeitig entdeckt. Ihr müsst das entschuldigen. Früher konnte ich ja machen was ich wollte. Keiner hatte sich um mich gekümmert. Ich kann ja nicht ahnen, wie traurig meine Beiden wären, wenn ich weg bin.
Jetzt wurde aufgerüstet. Alle Stellen im Garten wurden abgesucht, wo ich eventuell ausbrechen konnte. Lange Bretter wurden gekauft, um das Grundstück ausbruchsicher zu machen.
Warum nur abhauen, wo es mir doch so gut geht. Ich bekam nur gute Sachen zum Fressen. Mal Rinderherz, mal Rindsknochen, getrocknete Lunge oder getrockneter Pansen. Meine Rollchen sind jetzt auch weg, mein Bauch ist straff geworden und habe jetzt wunderschönes glänzendes Fell. Na bei der Pflege und Ernährung ist da ja auch kein Wunder.
Die Zeit nahte und der Kontrollbesuch vom Tierheim kündigte sich an. Ich war natürlich hocherfreut, da ich mich immer über Besuch freute und so konnte ich mein neues schönes zu Hause präsentieren.
Alles wurde begutachtet und sich Notizen gemacht. Als mein Frauchen gefragt wurde, ob sie mich wieder hergeben würde, sagte sie „Scheißchen“. Na aber, sagt man so was? Bei dem schlechten Wort hörte ich einfach weg. Ich zeigte ihnen was ich schon alles kann. Nach einem Rundgang durch den Garten, natürlich nur mit Leine, ihr wisst warum, gingen die Leutchen vom Tierheim wieder. Ich glaube sie waren sehr zufrieden.
Ich lebte mich immer mehr ein, vollführte einen Tanz wenn mein Fressnapf kam, wusste auch zu was ein Kühlschrank da war. Wenn man sich ganz lieb daneben setzt und ich mein Frauchen mit großen Kulleraugen anschaue, vielleicht bekomme ich dann ein Stück Käse. Das Warten lohnt sich. Ich habe eine gute Zeit. Wenn Frauchen auf dem Sofa liegt, lege ich mich daneben oder unter den Tisch, eine streichelnde Hand greift immer nach mir. Meine neueste Marotte ist regelrechte Rollen auf der Wiese zu vollführen. Jetzt habe ich eine lange Laufleine, da kann ich schon mal einen Zahn zulegen. Von wegen was auf der Internetseite stand, das ich nur für gemütliche Spaziergänge tauge. Da habt ihr Euch getäuscht. Wenn ich will kann ich ganz schön flott sein. Es ist doch herrlich über eine Wiese zu gehen, sich zu kugeln, meine Nase in Mäuselöcher zu stecken, hoch zu springen wie ein Fuchs und dabei alles zu vergessen, sogar meine Beiden. Da vergesse ich glatt weg wie ich heiße.
Ich werde immer anhänglicher. Mein Frauchen lacht sich halb tot. Wenn Sie heim kommt, bin ich ganz aus dem Häuschen. Springe an ihr Hoch, bis sie sich endlich bequemt auf den Boden zu setzen und dann wird eine Runde gekuschelt, gegrault und gestreichelt. Mittlerweile zeige ich auch schon meinen Bauch, was ein großer Vertrauensbeweis ist. Sobald sie versucht aufzustehen komme ich mit meinen großen Tatzen auf ihre Oberschenkel, so ungefähr „Jetzt ist noch nicht Schluss“. Sie lässt sich aber schnell überreden und dann geht es weiter. Dann noch ein Leckerli und dann ist Welt für mich in Ordnung. Neulich wurden sogar für mich extra Leckerli gebacken, aus Kartoffeln, Thunfisch, Haferflocken und Mehl. Schmeckt ganz ordentlich.
Ach ich könnte nur so schwärmen wie gut es mir geht.
Mache natürlich auch mal Blödsinn. Meine Beiden sind ja selbst Schuld, wenn sie auf dem Tisch Essen stehen lassen und ich in einem unbeobachteten Moment alles mopsen kann. Hatte doch so einen Appetit. Aber deswegen werde ich nicht ausgeschimpft.
Neulich hatte

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Kommentare

21. Jun 2018

Eine anrührende Hundegeschichte. Sweety hat großes Glück gehabt!

LG Marie

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