Erich Vio

Bild von Erich Vio

zur Person

Erich  Giorgio Vio erblickte 1910 das Licht der Welt, als sein Geburtsort noch Fiume hieß, um später zum jugoslawischen Rijeka zu werden.  Dem Seebad an der Adria war ein ständiger Staatenwechsel beschieden. Es pendelte zwischen Österreich, Ungarn, Italien und der Unabhängigkeit hin und her. Das scheint sich auf Erich  Vio  übertragen zu haben. Man könnte ihn als Weltbürger bezeichnen, dessen Leben so reichhaltig erfüllt war, dass es schwer fällt, auch nur einen bescheidenen  Überblick zu gewinnen, selbst wenn man seiner Freundesschar zugehörte. Da er ein überaus bescheidener Mensch war, der mit seiner überbordenden Fülle an Gedanken und Leidenschaften nicht laut hausierte, fällt es auch hier schwer, über seine literarisch-dimensionalen Eigenschaften hinaus viel über ihn zu berichten.Nach seinem Medizinstudium zog es ihn 1947 in den fernen Osten. In Hongkong lebte und arbeitete er viele Jahre am St.Mary´s-Hospital als Chirurg, wo er  zu Rang und Würden kam. Er begründete  dort „Dr. Vio & Partners“, ein medizinisches Unternehmen, das auch heute noch unter seinem Namen existiert. Als Emeritus in Europa ansässig (Österreich und Andorra),  weilte er  häufig  im fernen „St Mary´s“,  wenn seine Hilfe benötigt wurde.Erich Vio war praktizierender Mediziner1937  - 1943 in Shanghai,1945 - 1973 in Hongkong,nach 1974 in Taiwan und South Africa.Zwischen 1943 und 1945 war er interniert in einem japanischen Lager in Nord-China.Gemeinsam mit seiner langjährigen Lebenspartnerin, Gräfin Leonie Chaffois de Courcelles,  die er als seine Patientin in Hongkong kennenlernte  (sie war eine brillante Amateurfotografin)  ging er seiner großen dichterischen Intuition nach. Gemeinsam brachten sie 1989 ein wunderbares Buch zustande: "SAHARA – ein Wüstenerlebnis."Mit ihr gelang es ihm auch, persönliches  Schicksal (er war geschieden und hatte einen Sohn) und Erleiden zu seelischer Stärke im wahrsten Sinn des Wortes zu verdichten.1990 war er für den Literatur-Nobelpreis nominiert.Aus Andorra teilte Leonie Chaffois de Courcelles den gemeinsamen Freunden mit, dass ihr Eric am 14. Mai 1999 verstorben sei und dass er trotz körperlicher Leiden und Schmerzen bis zuletzt Gedichte und Texte geschrieben habe. Es war ihm vergönnt, in ihren Armen, die er über alles liebte, den letzten Atemzug zu tun.Veröffentlichungen:Kastalische Quelle (Ps.Ivo Reich)Afrikanische Gedichte  /Lempp-Verlag 1975O Leben –du tolles Spiel / Stoedtner, Berlin 1979Irrwege der Freiheit / Ellenberg Köln 1978Die gesenkte Fackel / Ellenberg Köln 1978Airy Nothing / Downlander Eastbourne 1982Four Selectedc Poets / Downlander Eastbourne 1984The Great Divide  / Downlander Eastbourne 1985Clarion Call / Downlander Eastbourne  1983Far Apart / Downlander Eastbourne 1984Reisebilder in Gedichten / Karlsruher Bote 1982Ein-Zusammen-Aus-Klang / Boesche Berlin 1985Auftrag und Erfüllung / Boesche Berlin 1987Klang und Farbenspiel / Lyrikmappe Graz 1983Swan Song / Stockwell Devon 1988De Senectute / Stockwell Devon 1989To Lucretius Carus / Stockwell 1989Sahara – ein Wüstenerlebnis (mit Leonie Chaffoy de Courcelles) / Graphikum Mock 1989Abschied  / Aktuell Verlag 1993

Zuletzt hinzugefügt

Spaziergang

Wie heiter die Segel auf schillernder See
vom wilden Nordwest gefegt!
Wie trotzig…

Der Maulwurf

Im dunklen Grenzgebiet der Elemente,
dem Filterbett von Wasser, Luft und Land,
das…

DER DICHTER

Wie die Katze vor der Fensterscheibe
nach der Fliege hascht, die draußen summt,

LEBENSABEND

Ist dies mein letztes Haus? Die schöne Sicht
aufs weite Land vom Hügel bis zum Meer

Betrachtungen zu vier Zeilen aus dem „Faust“

„Vermesse dich, die Pforten aufzureißen,
vor denen jeder gern vorüberschreitet.“

Bibliothek