Dichtung ✓ klassische & moderne Dichtungen

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von Angélique Duvier
von Volker Harmgardt
von Kurt Tucholsky
von Rainer Maria Rilke
Bibliothek

Das ist mein Streit:
Sehnsuchtgeweiht
Durch alle Tage schweifen.
Dann, stark und breit,
Mit tausend Wurzelstreifen
Tief in das Leben greifen –
Und durch das Leid
Weit aus dem Leben reifen,
Weit aus…

von Angélique Duvier
Mitglied

Wieder fällt
ein Wort,
unaufhörlich,
zerschmetternd,
ein kleines,
nachhallendes,
es schwebt,
steht im Raum.

Wieder fällt
eine Träne,
sie bleibt
haften,
klebt an mir,

von marie mehrfeld
Mitglied

Vertrauen will ich Ihm, der
meine frohen Gedanken
trägt über alle Wolken zu

dir, der das Licht ist, das
aufleuchtet in den Augen
wilder Tiere, in denen der

Kinder dieser Erde und
auch über den hohen…

von Rainer Maria Rilke
Bibliothek

Wenn ich gewachsen wäre irgendwo,
wo leichtere Tage sind und schlanke Stunden,
ich hätte dir ein großes Fest erfunden,
und meine Hände hielten dich nicht so,
wie sie dich manchmal halten, bang und hart.

Dort hätte…

von Joachim Ringelnatz
Bibliothek

Ich war nicht einer deiner guten Jungen.
An meinem Jugendtrotz ist mancher Rat
Und manches wohlgedachte Wort zersprungen.
Nun sieht der Mann, was einst der Knabe tat.

Doch hast du, alter Meister, nicht vergebens
An…

von marie mehrfeld
Mitglied

mich spiegelnd im Schein
der frühen Sonne und in den
zarten Kelchen der ersten
Narzissen fand ich sie wieder,
die Lust auf Lieben und
Leben mit dir,

nun kehren die Graureiher
zurück, getränkt mit den…

von Rainer Maria Rilke
Bibliothek

Du Dunkelheit, aus der ich stamme,
ich liebe dich mehr als die Flamme,
welche die Welt begrenzt,
indem sie glänzt
für irgend einen Kreis,
aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.

Aber die Dunkelheit hält alles…

von Uwe Röder
Mitglied

Ich weiß es noch,
so jung war dein Gesicht,
und ich erinnere,
wie kostbar war sein Licht.

Ich höre noch,
wie deine Stimme klang,
und kenne noch den
Text der Lieder, die sie sang.

Ich fühle noch,…

von Lisi Schuur
Mitglied

Es glänzen an den Zweigenspitzen
die ersten zarten Gelbgegrünten
darunter leuchtet aufgewachtes Holz
Es riecht das Wasser schattenreich
der Frühling lässt sich seine Zeit
geizt noch mit neuen Liedern
Es ziehen…

von Soléa P.
Mitglied

Wäre doch mein Blatt Papier
nicht ernüchternd weiß –
glatt wie Wassereis,
Worte, Zeichen, könnt ich hinterlassen –
Gedanken festhalten, bevor sie verblassen …

Doch die Farbe blendet mich,
vielleicht liegt es…

von Else Lasker-Schüler
Bibliothek

(Dem Heinz Simon in Frankfurt zur Freundschaft)

Die Sterne fliehen schreckensbleich
Vom Himmel meiner Einsamkeit,
Und das schwarze Auge der Mitternacht
Starrt näher und näher.

Ich finde mich nicht wieder
In…

von Willi Grigor
Mitglied

Zwei Wellen spielten "Fange mich!".
Sie waren frisch verliebt.
Die vorne neckte: "Fängst du mich,
dann kriegst du meine Hand."

Die hintere sie freute sich:
"Mir hilft der Rückenwind.
Ich fange dich, ganz…

von marie mehrfeld
Mitglied

So viel Beton und Teer, kaum kleine Felder mehr,
zu wenig’ Winkel, Hecken, wo Hasen sich verstecken,
Igel und Vögel zagen, und selbst wir Menschen klagen,

wir brauchen reine Luft und auch der Blumen Duft,
wo Vögel…

von Uwe Röder
Mitglied

ICH
will allzu gern für mich
von deinem Kirschenmund
ein ganzes Pfund.

DU,
nur du und immerzu,
zwölf Mal - was es auch sei -
mit einem Jubelschrei.

ER,
wie jeder Irgendwer
lass seine…

von Uwe Röder
Mitglied

Ich wünsche dir
fünf große Räume
für die Seele.

Wirf im
Vorraum weg die
Fremdbefehle.

Lausche still im
Klangraum,
wie du selber klingst...

Im Weltraum staune,
was im Leben
du…

von Rainer Maria Rilke
Bibliothek

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben;
dass du weisst, was der Wind dir will,
eh noch die Birken beben.

Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
lass deine Sinne besiegen.
Jedem…

von marie mehrfeld
Mitglied

Letztes Leuchten über’m Land,
blassblau sich der Himmel spannt,
spielt mit abendfarbnem Licht,
nur den Mond, ihn seh’ ich nicht,
Stille hallt jetzt über Wäldern,
schwarze Krähen in den Feldern,

Büsche ächzen…

von marie mehrfeld
Mitglied

Schmerz macht wild, Schmerz der brüllt, Wut und Hiebe, und er killt Lust und Liebe, auch die Hoffnung, Zuversicht – kennt er nicht,

Schmerz ist schwarz, zäh wie Harz, grenzt dich aus ohne Grund, Leid wie Hund, Schmerz macht hart, trifft…

von marie mehrfeld
Mitglied

stille Worte des Abendwinds aus dem Land blaugrauer
Schatten, dir unverhofft zugeflogen in spätherbstlicher
Dämmerung, breit sie aus auf dem Boden, zerpflück sie,

blas sie in die Luft mit geschlossenen Augen, lass sie sich…

von marie mehrfeld
Mitglied

im geflüsterten
Raum der Zeit,
die mir bleibt,
verschwimmen
Gefühle hinter
müden Augen
und versickern
im Nebelmeer
der Traurigkeit,

du stiller Stein
weißt alles über
den Anfang…

von marie mehrfeld
Mitglied

Schaut, wie die Erde uns beglückt,
doch haben wir sie fast erstickt …
was bleibt uns von dem Fluss der Zeit,
sind wir zum Wandel nicht bereit?

Zu schnell vergeht der Augenblick,
die Gegenwart kehrt nie zurück,…

von Soléa P.
Mitglied

Der letzte Sand rinnt durch die Uhr,
unsere Zeit – abgelaufen?
Was hatten wir uns alles geschworen,
doch manches ging auf dem Weg verloren!

Deine Augen sprechen Bände,
erzählen von Aufbruch und neuen Ängsten,

von Volker Harmgardt
Mitglied

Liebe,
irdisches Wort,
bist verweht im rauschenden
Sturm.

Trost,
kluge Hoffnung bei Tag
und Nacht, von Regenschauern
durchzogen.

Einsamkeit,
gehuldigte Schattengründe,
gehst mit dem…

von Ella Sander
Mitglied

Im Schnellen der Zeit,
das Leben verrinnt;
Du bist schon entwachsen
der Wiege, mein Kind.

Die Anmut der Jugend,
sie kleidet Dich gut;
stehst fest auf dem Boden,
zeigst Würde und Mut.

Im Anfang so…

von Ralf Risse
Mitglied

Es rennen die Tage ineinander,
Nächte liegen aufgestapelt.
Schübe, deren Inhalt ähnlich,
einzeln sicher unerwähnlich.

Wie viel JA in dir verwurzelt,
wie viel NEIN daran gewachsen?
Welche Ecken man umschiffe,…

von Yvonne Zoll
Mitglied

Wo beginnen Träume wie
Gedanken und Geschichten
Wo entwickeln neue Formen

Halt und Neues ein Gesicht
Wo nur wo empfind ich Worte
Schatten wie die Diebe ohne Grenzen

Werden Wellen zum Gedicht
Und…

von Joachim Ringelnatz
Bibliothek

Daß bald das neue Jahr beginnt,
Spür ich nicht im Geringsten.
Ich merke nur: die Zeit verrinnt
Genau so wie zu Pfingsten,

Genau wie jährlich tausendmal.
Doch Volk will Griff und Daten.
Ich höre Rührung, Suff,…

von marie mehrfeld
Mitglied

Klare helle WunderWorte sind im Traum zu mir gekommen
als Geschenk, dass ich sie horte, haben mir den Schlaf genommen,
hindern mich am trägen Dösen, wollen Freude mir bereiten
und mir sanft die Zunge lösen, bringen Glanz aus…

von marie mehrfeld
Mitglied

die Trauer nagt
an meiner Stirn,
die Furcht, sie frisst
sich in mein Hirn,

ich weiß es nicht -
was kommt danach,
ob es dort Nacht
sein wird, ob Tag,

sind wir im Schatten-
reich allein,…

von marie mehrfeld
Mitglied

nur die Fingerspitzen, die sich zärtlich
berührten, wenn sich tagsmüde Glieder
liebend wärmten zur Nacht, in der Stille
unausgesprochenen summenden Seins,

die Unwiederbringlichkeit deines Blicks,
deiner Augen, und…

von Uwe Röder
Mitglied

Unsre Seelen
haben gegenseitig
sich erkannt in Lieb und Leid.

Wirst du die
meine in dir aufbewahren,
noch für kurze oder lange Zeit?

Ich will
die Liebe deiner Seele
tragen wie ein warmes Kleid…

von marie mehrfeld
Mitglied

unter meinem Baum sitzend, eingeritzt in die vom Alter zerfurchte Rinde die Namen derer, die zu uns gehörten in Zeiten heller Gesänge, zerbrechlicher Träume,

Gefühle ziehen Bahnen in banger Erwartung gespiegelter Phantasien, nicht…

von Lisi Schuur
Mitglied

In Fußbodenritzen
der Staub
der vergeblichen Kämpfe
umgefallene Stapel
nicht gelesener Bücher
liegen wie anklagend
auf dem Boden
da ist keine Bettschwere
die verschwinden lässt
--
die…

von marie mehrfeld
Mitglied

Wir löschen letztes Wintergrau, weil wir es wissen, ganz genau
das ist der Sinn der Osterzeit, zum Neubeginn sind wir bereit,
ob wir Muslime sind, ob Christen, ob Juden, Hindus, Atheisten,
ob wir nun Arme sind, ob Reiche, wir…

von Angélique Duvier
Mitglied

Einmal noch
möchte ich
auf der Bühne stehen,
den tosenden Applaus
genießen.

Einmal noch
sehen, wie
sich der Vorhang hebt,
das Publikum
spüren.

Den Faden weben,
durch Räume…

von Rainer Maria Rilke
Bibliothek

Ich glaube an alles noch nie Gesagte.
Ich will meine frömmsten Gefühle befrein.
Was noch keiner zu wollen wagte,
wird mir einmal unwillkürlich sein.

Ist das vermessen, mein Gott, vergib.
Aber ich will dir damit nur…

von Annelie Kelch
Mitglied

Noch liegt Tau auf dem grünen Gras der Deiche;
die Kastanie an der Auffahrt schweigt – noch ist alles still.
Müd' fallen die Blätter der alten knorrigen Eiche;
und ich muss zur Schule; nein, nicht doch: Ich will!

Die Kühe…

von marie mehrfeld
Mitglied

mein Trauerland, es hängt
im Meer der Trockentränen fest,
im langen Schlaf,

mir fehlt Verstand, ein
warmes Nest, stumm schieben
Wolkenberge die schweren

Schatten auf mein Haus,
der weite Himmel…

von Heinrich Heine
Bibliothek

Am blassen Meeresstrande
Saß ich gedankenbekümmert und einsam.
Die Sonne neigte sich tiefer, und warf
Glührote Streifen auf das Wasser,
Und die weißen, weiten Wellen,
Von der Flut gedrängt,
Schäumten und…

von Annelie Kelch
Mitglied

Ich mag die wandelbaren Tage, wenn der Nebel fällt
und sich in Schwaden gräuliches Gefieder regt ...
die Luft, wie sie die blauen Hügel, scheinbar unbewegt,
umwirbt, umschmeichelt und beseelt umfangen hält…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Mein Herz schlägt links,
mein Herz schlägt rechts,
mal bleibt es still,
mal in der Mitte gefangen.

Meine Gedanken sind leicht,
meine Gedanken sind schwer,
mal bleiben sie leer,
mal von Wolken verhangen…

von Soléa P.
Mitglied

Beruf oder Berufung –
er weiß es nicht,
sieht im Badspiegel sein Gesicht,
das blass und müde ihn angähnt –
er dreht das kalte Wasser auf,
im selben Moment stockt der Atem –
sprunghaft steigt der Blutkreislauf…

von Ella Sander
Mitglied

Wenn Schneegeflocktes schüchtern taut
Und sich in zierlich Rinnsal findet,
Küsst es die Kälte fort. Vertraut,
Dass Leben sich in ihm neu bindet.

Die Schmetterlinge frieren nicht mehr.
Wie warmer Frühlingswindhauch…

von Annelie Kelch
Mitglied

Über lichtzarte Pusteblumen, die
durch dunkle Tage schweben,
gießt sich die Regenrinne des Aprils.
Ich möchte mir ein Seidenkleid
aus veilchenblauen Sternen weben ...
und weiß doch längst: Die Sonne legt
sich…

von Yvonne Zoll
Mitglied

wiesen wissen wie entfernt vermessen
frieseln fort nach eigenem vergessen
wie gefallen wesen währenddessen
flocken treibend wärmt täglich wessen

bald ausgelassen nieselnd wölkt ins aus
im fieber früher schatten…

von Soléa P.
Mitglied

Dunkle Tage, sie werden kommen –
schälen sich träge aus der Nacht.
Die Sonne schafft's nicht durch den Nebel.
Machtlos ist sie – ohne Kraft.

Schatten, alles vegetiert im Schatten,
Farbkleckse, sind nicht zu sehen.…

von Rainer Maria Rilke
Bibliothek

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise…

Rezitation:
Lotte Lehmann liest "Ich lebe mein Leben" / 1961
von Yvonne Zoll
Mitglied

Von Nebelgittern weich verhangen
Himmellauernd Sichelfang darein
Im Singen mischt sich leises Lachen

Jener Blick

Tief erfasst wie unerklärlich
ausgebrochen lispelnd reisend
aufgeblitzt aus jenem feinsten…

von marie mehrfeld
Mitglied

mein Denken an euch in der Nacht, es dröhnt,
wenn euer Schreien nach Gerechtigkeit,

nach Brot, nach Wasser, nach Liebe
meine Trommelfelle zertrümmern will

und sich alle lichten Gefühle des Lebens
in scharfe Stücke…

von Soléa P.
Mitglied

Wenn ein Teil im Stillen liegt –
du nichts mehr wahrnehmen kannst,
Frequenzen – Wellen, hoch sensibilisiert,
pirschen sich immer wieder an dich ran.
 
Auch meine Stimme trägt den Schall –
Vibrationen hin zu dir…

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