Dichtung ✓ klassische & moderne Dichtungen

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Beitrag 71 - 105 von insgesamt 9409 Texten in dieser Kategorie
von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Ich sah die Zeit verrinnen,
wegfliessen, aufgelöst,
wie Sand durch meine Finger rieseln.
Angehäuft hat sich ein Leben,
ein Berg noch ohne Gipfel,
fast geöffnet steht das Tor,
es wartet ungeduldig,
ein…

von Uwe Röder

Du bist der eine Morgen,
der die Sonne weckt,
der warme Morgenmantel,
der den Winter neckt.

Ein Tag, der
wiederkehrt als Glück,
die eine Lieb,
die liebt zurück.

Sogar ein Schwarz
wird bei…

von marie mehrfeld

das Echo des Schmerzes, das Echo der Lust, das Echo
der Liebe und der Trauer im dunkelgrünen Rauschen des
Blätterwalds unvermutet eingetaucht in nimmermüde

fließende Wasser der Zeit, gespiegelt von deinen Augen,
deinem…

von marie mehrfeld

der herbst beginnt
in den ohren
wenn der sturm
mit dem fallen des laubs
drohend raschelnd
letztes leuchten
aus dem unterholz bläst
und nichts mehr bleibt
außer dem warten darauf
dass es…

von Soléa P.

An einem Ort …
niemand weiß, wo
leben Menschen
zufrieden und froh
mit sich im Reinen
in dichter Natur
von Technik, Luxus, keine Spur
essen Pflanzen
selten Fleisch
halten Mittagsruhe ein –…

von Lisi Schuur

Es glänzen an den Zweigenspitzen
die ersten zarten Gelbgegrünten
darunter leuchtet aufgewachtes Holz
Es riecht das Wasser schattenreich
der Frühling lässt sich seine Zeit
geizt noch mit neuen Liedern
Es ziehen…

von Uwe Röder

Dein Morgen soll nie
eine Trillerpfeife sein,

dein Tag nie bellen als von
Baskerville der Hund.

Dein Mittag sei nie Chefkoch
nur für Krötenbein,

dein Abend sei ein Finden,
Liebesmund zu Mund.

von Joseph Freiherr von Eichendorff

Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt'.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So…

von marie mehrfeld

im geflüsterten
Raum der Zeit,
die mir bleibt,
verschwimmen
Gefühle hinter
müden Augen
und versickern
im Nebelmeer
der Traurigkeit,

du stiller Stein
weißt alles über
den Anfang…

von Leo Rottmann

wenn nähe weicht
sich hass einschleicht

verlass den raum
er stört den traum

vom gleichgewicht
im gegenlicht

sich lieben zählt
du hast gewählt

nun steh dazu
find deine ruh

und sag es…

von Ella Sander

Was wäre ich wohl ohne Hoffen,
Ohn' Zuversicht, was wäre ich?
Wäre ich neugierig und offen,
Im Bangen mutvoll, hell die Sicht?

Würde ich lächelnd morgens aufstehn,
Und frohgemut den Tag beginnen?
Würd' ich im…

von Rainer Maria Rilke

Wenn ich gewachsen wäre irgendwo,
wo leichtere Tage sind und schlanke Stunden,
ich hätte dir ein großes Fest erfunden,
und meine Hände hielten dich nicht so,
wie sie dich manchmal halten, bang und hart.

Dort hätte…

von Soléa P.

Der letzte Sand rinnt durch die Uhr,
unsere Zeit – abgelaufen?
Was hatten wir uns alles geschworen,
doch manches ging auf dem Weg verloren!

Deine Augen sprechen Bände,
erzählen von Aufbruch und neuen Ängsten,

von Soléa P.

Wäre doch mein Blatt Papier
nicht ernüchternd weiß –
glatt wie Wassereis,
Worte, Zeichen, könnt ich hinterlassen –
Gedanken festhalten, bevor sie verblassen …

Doch die Farbe blendet mich,
vielleicht liegt es…

von Uwe Röder

ICH
will allzu gern für mich
von deinem Kirschenmund
ein ganzes Pfund.

DU,
nur du und immerzu,
zwölf Mal - was es auch sei -
mit einem Jubelschrei.

ER,
wie jeder Irgendwer
lass seine…

von Soléa P.

Herbst ist's. Ruhe kehrt allmählich ein,
mein Baum, bei mir, im Herzen daheim –
denn dort, wo er steht und ich ihn liebe,
wird schon bald die Nacktheit siegen.
Dann streifen knöcherne Arme mich,
an Leib und Seele, im…

von Rainer Maria Rilke

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben;
dass du weisst, was der Wind dir will,
eh noch die Birken beben.

Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
lass deine Sinne besiegen.
Jedem…

von Angélique Duvier

Verharren im Schweigen,
mit einem leisen Sehnen.
Gedanken an gestern,
an einsame Stunden.
Tägliches Wünschen,
nach lächelnden Dialogen.

Goldglänzende Blätter
leuchten in den November.
Sanft…

von Uwe Röder

Bemerkst du es,
wenn deine letzte
Kerze angezündet
wird, es keine
weitere mehr gibt?

Bemerkst du es,
wenn du noch
nie gelebt hast:
Mangelhaft nur
andere geliebt?

von marie mehrfeld

der Abend und
anders als erwartet
ohne Deine Augen
auf meinem Haar
meinem Mund

kein Kerzenschein
beim Dämmerschoppen
das Licht der Neonlampen
so grünlich grell

schrille fremde Stimmen…

von Uwe Röder

Ich weiß es noch,
so jung war dein Gesicht,
und ich erinnere,
wie kostbar war sein Licht.

Ich höre noch,
wie deine Stimme klang,
und kenne noch den
Text der Lieder, die sie sang.

Ich fühle noch,…

von marie mehrfeld

mich spiegelnd im Schein
der frühen Sonne und in den
zarten Kelchen der ersten
Narzissen fand ich sie wieder,
die Lust auf Lieben und
Leben mit dir,

nun kehren die Graureiher
zurück, getränkt mit den…

von Uwe Röder

Ich wünsche dir
fünf große Räume
für die Seele.

Wirf im
Vorraum weg die
Fremdbefehle.

Lausche still im
Klangraum,
wie du selber klingst...

Im Weltraum staune,
was im Leben
du…

von Rainer Maria Rilke

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -:

Dann könnte ich…

von marie mehrfeld

Auf dem Weg zu dir hängt
mein Lächeln wieder
im Vergeblichen fest,

doch die Gedanken
vergessen das Reisen nicht,
in die roten Stunden

des Ungefähren,
in falsches Schillern
entschwebender Blasen…

von marie mehrfeld

Schmerz macht wild, Schmerz der brüllt, Wut und Hiebe, und er killt Lust und Liebe, auch die Hoffnung, Zuversicht – kennt er nicht,

Schmerz ist schwarz, zäh wie Harz, grenzt dich aus ohne Grund, Leid wie Hund, Schmerz macht hart, trifft…

von Willi Grigor

Zwei Wellen spielten "Fange mich!".
Sie waren frisch verliebt.
Die vorne neckte: "Fängst du mich,
dann kriegst du meine Hand."

Die hintere sie freute sich:
"Mir hilft der Rückenwind.
Ich fange dich, ganz…

von Willi Grigor

In das Garnichts eines Etwas,
in die Weite einer Leere
streutest Du, durch Deinen Willlen,
einen Stoff in dunkle Nacht.

Und in Zeiten, unvorstellbar,
wilder Kräfte stetig Walten,
wurde Staub zu Weltgebilden,…

von Lisi Schuur

Die Sonne spreizt sich
legt gelbe Fächer auf
neugieriges Grünrecken
in den Kehlen der Vögel
schmelzen die frostigen Nächte
wer wohl Regie führt
wenn Sterne ins Wasser tauchen
kleine Molche nicht wissen…

von marie mehrfeld

stille Worte des Abendwinds aus dem Land blaugrauer
Schatten, dir unverhofft zugeflogen in spätherbstlicher
Dämmerung, breit sie aus auf dem Boden, zerpflück sie,

blas sie in die Luft mit geschlossenen Augen, lass sie sich…

von Ella Sander

Wie schön du bist
Wenn deine Augen,
Sanft lächelnd, mir
Zu Füßen liegen.
Wie ein Gedicht,
Das jede Wahrheit kennt,
Ebenso alle Realitäten.

Du wirkst in mir,
Vertraust meinem Gebaren,

von Uwe Röder

Das Blatt, im
Schmutz verheddert,
ist wie Altpapier
zerfleddert.

Ein Gedicht, in
alter Schrift verfasst,
die Zeilen
sind verblasst.

Und was es einst
aus Lieb gesungen,
lange ist es…

von marie mehrfeld

Salzig helle Tränentropfen rinnen
schimmernd immer schneller,
schwemmen meine Schwermut fort.
Tage werden früher heller.
Kreiselnd summend lächelst du,
sagst zu mir ein fremdes Wort
und stimmst fröhlich mich…

von Angélique Duvier

Wieder fällt
ein Wort,
unaufhörlich,
zerschmetternd,
ein kleines,
nachhallendes,
es schwebt,
steht im Raum.

Wieder fällt
eine Träne,
sie bleibt
haften,
klebt an mir,

von Joachim Ringelnatz

Ich war nicht einer deiner guten Jungen.
An meinem Jugendtrotz ist mancher Rat
Und manches wohlgedachte Wort zersprungen.
Nun sieht der Mann, was einst der Knabe tat.

Doch hast du, alter Meister, nicht vergebens
An…

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