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von marie mehrfeld

Vertrauen will ich Ihm, der
meine frohen Gedanken
trägt über alle Wolken zu

dir, der das Licht ist, das
aufleuchtet in den Augen
wilder Tiere, in denen der

Kinder dieser Erde und
auch über den hohen…

von Soléa P.

Wäre doch mein Blatt Papier
nicht ernüchternd weiß –
glatt wie Wassereis,
Worte, Zeichen, könnt ich hinterlassen –
Gedanken festhalten, bevor sie verblassen …

Doch die Farbe blendet mich,
vielleicht liegt es…

von marie mehrfeld

der Abend und
anders als erwartet
ohne Deine Augen
auf meinem Haar
meinem Mund

kein Kerzenschein
beim Dämmerschoppen
das Licht der Neonlampen
so grünlich grell

schrille fremde Stimmen…

von marie mehrfeld

der herbst beginnt
in den ohren
wenn der sturm
mit dem fallen des laubs
drohend raschelnd
letztes leuchten
aus dem unterholz bläst
und nichts mehr bleibt
außer dem warten darauf
dass es…

von Uwe Röder

ICH
will allzu gern für mich
von deinem Kirschenmund
ein ganzes Pfund.

DU,
nur du und immerzu,
zwölf Mal - was es auch sei -
mit einem Jubelschrei.

ER,
wie jeder Irgendwer
lass seine…

von Willi Grigor

Zwei Wellen spielten "Fange mich!".
Sie waren frisch verliebt.
Die vorne neckte: "Fängst du mich,
dann kriegst du meine Hand."

Die hintere sie freute sich:
"Mir hilft der Rückenwind.
Ich fange dich, ganz…

von marie mehrfeld

Nicht einfach ist es,
weiter zu laufen,
als wäre nichts –
so ganz ohne Euch,

kein Anschluss
unter dieser Nummer,
und die Fassaden
Eurer Häuser riechen,
atmen nun fremd,

kein: komm nur…

von marie mehrfeld

Letztes Leuchten über’m Land,
blassblau sich der Himmel spannt,
spielt mit abendfarbnem Licht,
nur den Mond, ihn seh’ ich nicht,
Stille hallt jetzt über Wäldern,
schwarze Krähen in den Feldern,

Büsche ächzen…

von Willi Grigor

Man sieht sie nur an klaren Nächten:
Des Nordens mystisch schöne Pracht.
Als käme sie von guten Mächten,
verwandelt sie die Sternennacht.

Es ist so wie ein Zauberglühen,
ein frohes Spiel von Lichterwesen,
die…

von marie mehrfeld

müde blättert sich das liedlose Licht dunkelgrauer
Nebelworte von der Wand, und die Hand vor dem
Mund, dass ich nicht schreie zwischen deinen von

zornigen Krähen zerhackten Wortgefechten mit den
falschen Propheten, die…

von Mara Krovecs

ich laufe ruhelos durch meine räume,
die kerzen brennen, musik im hintergrund.
durchs fenster scheint ein mond und milde träume,
verblassen wieder, der schmerz reißt stunden wund,

in denen ich dich atmen sah und deine…

von Soléa P.

Golden schwebt ein Sonnenstrahl,
auf die nass schimmernde Erde.
Streift des Waldes Tannenspitz
und auf dem Weg zum feuchten Gras,
auch buntes Laub er nicht vergaß,
das schütter und müde am Aste sich krallt –

von Soléa P.

Mit Friede lockt der Himmel –
schnurstracks geh ich auf ihn zu.
Höre Stimmen – mystisches Singen,
das Herz beginnt im Rhythmus zu schwingen –
der Körper sich zu heben,
schwebe –
und mach' die Augen zu.

von Soléa P.

Der Tag wird schläfrig, schlendert zur Nacht,
auf Distanz die Sonne, kühlt merklich ab,
am Himmel ziehen Schäfchen in kleinen Herden –
die Schwalben sich wieder einmal beschweren.
Sie wollen noch nicht schlafen gehen,…

von marie mehrfeld

Klare helle WunderWorte sind im Traum zu mir gekommen
als Geschenk, dass ich sie horte, haben mir den Schlaf genommen,
hindern mich am trägen Dösen, wollen Freude mir bereiten
und mir sanft die Zunge lösen, bringen Glanz aus…

von Ella Sander

Im Schnellen der Zeit,
das Leben verrinnt;
Du bist schon entwachsen
der Wiege, mein Kind.

Die Anmut der Jugend,
sie kleidet Dich gut;
stehst fest auf dem Boden,
zeigst Würde und Mut.

Im Anfang so…

von marie mehrfeld

Wir löschen letztes Wintergrau, weil wir es wissen, ganz genau
das ist der Sinn der Osterzeit, zum Neubeginn sind wir bereit,
ob wir Muslime sind, ob Christen, ob Juden, Hindus, Atheisten,
ob wir nun Arme sind, ob Reiche, wir…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Ist es Tag?
Ist es Nacht?
Ich weiß es nicht.
Ist es noch Traum?
Ist es schon Zukunft?
Verschlief ich die Gegenwart?
Ich weiß es nicht.
Und doch wenn ich
Der Welt entrückt
Fühl ich mich frei…

von Yvonne Zoll

Oh! Staune, wie Dein kristallin äderndes
Flüstern – im Angesicht verschleierte
Gabe – wirkt wie warmwertweitendes
Umarmen: nie ungerührt unberührt

Unbeschreibbar schreibend wie laukalt
In Asche unverkohlende Schrift…

von Uwe Röder

Unsre Seelen
haben gegenseitig
sich erkannt in Lieb und Leid.

Wirst du die
meine in dir aufbewahren,
noch für kurze oder lange Zeit?

Ich will
die Liebe deiner Seele
tragen wie ein warmes Kleid…

von * noé *

Lass mich das Leben spüren
mit aller seiner Macht!
(Das Leben, das wir führen,
und das uns so oft schafft ...)

Ich will dies Leben fühlen,
auch wenn's mich meist verbrennt,
ich lebe mit den Zielen,
die…

von Else Lasker-Schüler

Du wehrst den guten und den bösen Sternen nicht;
All ihre Launen strömen.
In meiner Stirne schmerzt die Furche,
Die tiefe Krone mit dem düsteren Licht.

Und meine Welt ist still –
Du wehrtest meiner Laune nicht.…

von Sigrid Hartmann

Das Laub zart grün schmeichelt dem Auge,
wer denkt, dass sie zum Mörder tauge?
Sie windet sich wie eine Schnur,
am Boden legt sie ihre Spur.

Erreicht die Pflanze, die sie bringt,
dem Himmel näher, es gelingt

von Rainer Maria Rilke

Wir bauen an dir mit zitternden Händen
und wir türmen Atom auf Atom.
Aber wer kann dich vollenden,
du Dom.

Was ist Rom?
Es zerfällt.
Was ist die Welt?
Sie wird zerschlagen
eh deine Türme Kuppeln…

von Lisi Schuur

Eines Nachts als alle Wolken schwebten
Robinien den Silberregen tanzten
da fühlte ich mich so verzaubert
als säße ich in ihrem Blätterdach
inmitten duftender Rosen
es lagen Harfenklänge zwischen Dornen
an…

von Rainer Maria Rilke

Du Dunkelheit, aus der ich stamme,
ich liebe dich mehr als die Flamme,
welche die Welt begrenzt,
indem sie glänzt
für irgend einen Kreis,
aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.

Aber die Dunkelheit hält alles…

von marie mehrfeld

Nachts kommt die Zeit, die sie liebt, die sie will.
Dann ist sie bereit und es wird in ihr still.
Phantastin ist sie, will raus aus der Welt,
das Träumen ist’s, das lebendig sie hält.
Sie flieht vor sich selbst in wildem…

von marie mehrfeld

nur die Fingerspitzen, die sich zärtlich
berührten, wenn sich tagsmüde Glieder
liebend wärmten zur Nacht, in der Stille
unausgesprochenen summenden Seins,

die Unwiederbringlichkeit deines Blicks,
deiner Augen, und…

von marie mehrfeld

Statt nur zu träumen vom Glück erhoffter Zeit,
verklärt durch Bilder der Vergangenheit,
will ich das Jetzt, den Augenblick genießen,
blicke nach draußen, sehe Gräser sprießen

und wie am Himmel Wolkenberge ziehen,

von marie mehrfeld

mein Denken an euch in der Nacht, es dröhnt,
wenn euer Schreien nach Gerechtigkeit,

nach Brot, nach Wasser, nach Liebe
meine Trommelfelle zertrümmern will

und sich alle lichten Gefühle des Lebens
in scharfe Stücke…

von Soléa P.

Wenn ein Teil im Stillen liegt –
du nichts mehr wahrnehmen kannst,
Frequenzen – Wellen, hoch sensibilisiert,
pirschen sich immer wieder an dich ran.
 
Auch meine Stimme trägt den Schall –
Vibrationen hin zu dir…

von Annelie Kelch

Ich mag die wandelbaren Tage, wenn der Nebel fällt
und sich in Schwaden gräuliches Gefieder regt ...
die Luft, wie sie die blauen Hügel, scheinbar unbewegt,
umwirbt, umschmeichelt und beseelt umfangen hält…

von Uwe Röder

Wer Hass von
seiner Kanzel klirrt -
wer es auch sei,
der irrt!

Denn wenn ein
Schöpfer existiert,
dann ist er anders,
nicht vertiert.

von Uwe Röder

Du siehst die
nicht vorhandnen
Mängel an dir
zu genau.

Ich hätte dich zu
hoch gelobt,
dich wunderbare
Frau?

Mein Du-bist-fein
sinkt in dir ab,
zum Schleim-Grund
aller Komplimente…

von Soléa P.

Aus dem Nichts, schälst du dich,
konturlos dein maskulines Gesicht,
ziehst wie Rauch zu mir herüber,
der Raum, im Kerzenlicht, wirkt düster,
schwebst, nicht greifbar, über allem –
tust mir gut und so gefallen …

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