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von marie mehrfeld

Da liegt er, einem Spiegel gleich,
so silbern froh und still, mein Teich,

die Blätterschatten werfen Flecken
bis in die kleinsten Buchten, Ecken,

sie hüpfen selig auf und nieder und
bringen mich in’s Lot gleich…

von Uwe Röder

Das Blatt, im
Schmutz verheddert,
ist wie Altpapier
zerfleddert.

Ein Gedicht, in
alter Schrift verfasst,
die Zeilen
sind verblasst.

Und was es einst
aus Lieb gesungen,
lange ist es…

von Lisi Schuur

Dass ich so oft dich denken muss
weil mich die Sehnsucht übertreibt
hab dich in Regen eingehüllt
mit Bambus dich vertauscht

dort wo der Garten anders spricht
weil Azaleen sich erzählen
da findet sich genügend…

Rezitation:
Lisi Schuur 12/2016
von Angélique Duvier

Eine blühende Rose ist der Tag,
der so sanft beginnen mag.
Unschuldig noch und blütenrein,
ach könnt es doch nur Wahrheit sein.

Doch gibt es ein Weinen in dieser Welt,
alles dreht sich um Macht und Geld,
als…

von Soléa P.

An einem Ort …
niemand weiß, wo
leben Menschen
zufrieden und froh
mit sich im Reinen
in dichter Natur
von Technik, Luxus, keine Spur
essen Pflanzen
selten Fleisch
halten Mittagsruhe ein –…

von Ella Sander

Wenn ich das Innen blicke und verlasse wer ich bin,
Das Ich abstreife, wie die Schlange ihre Haut,
Dann werden Herz und Geist ganz still
Und jeder Hades löst sich auf.

Aus ungeahnter Tiefe steigt empor,
Das Selbst,…

von Willi Grigor

In das Garnichts eines Etwas,
in die Weite einer Leere
streutest Du, durch Deinen Willlen,
einen Stoff in dunkle Nacht.

Und in Zeiten, unvorstellbar,
wilder Kräfte stetig Walten,
wurde Staub zu Weltgebilden,…

von Rainer Maria Rilke

Das ist mein Streit:
Sehnsuchtgeweiht
Durch alle Tage schweifen.
Dann, stark und breit,
Mit tausend Wurzelstreifen
Tief in das Leben greifen –
Und durch das Leid
Weit aus dem Leben reifen,
Weit aus…

von Angélique Duvier

Vergiss nicht deine begonnenen Worte
weiterzudichten, bis zum Ende.

Lass sie aus deinem Herzen fließen,
du kannst sie nicht erzwingen.

Wenn sie dir nicht gefallen,
solltest du von vorn beginnen.

Sie dürfen…

von Soléa P.

Nimm uns mit,
lass uns bloß nicht zurück,
Seele, hörst du, was wir dir sagen?
Der Körper wird allmählich kalt,
die letzten Gedanken fragen –
was bleibt denn sonst auch noch zu sagen?

Dass du dich von uns…

von Rainer Maria Rilke

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -:

Dann könnte ich…

von marie mehrfeld

Salzig helle Tränentropfen rinnen
schimmernd immer schneller,
schwemmen meine Schwermut fort.
Tage werden früher heller.
Kreiselnd summend lächelst du,
sagst zu mir ein fremdes Wort
und stimmst fröhlich mich…

von Soléa P.

Wäre doch mein Blatt Papier
nicht ernüchternd weiß –
glatt wie Wassereis,
Worte, Zeichen, könnt ich hinterlassen –
Gedanken festhalten, bevor sie verblassen …

Doch die Farbe blendet mich,
vielleicht liegt es…

von Yvonne Zoll

wiesen wissen wie entfernt vermessen
frieseln fort nach eigenem vergessen
wie gefallen wesen währenddessen
flocken treibend wärmt täglich wessen

bald ausgelassen nieselnd wölkt ins aus
im fieber früher schatten…

von Angélique Duvier

Durch den Herbst
in den Winter
geglitten.

Nebelversunken,
schlafwandelnd,
durch die Wunderwelt.

Erwacht durch
hellen Kerzenschein,
der zweite Advent
muss wohl heute sein.

Als ein Tag…

von Annelie Kelch

Damals – in jenen schwarzen Wintermorgen,
Als neben den Geistern der Nacht noch der Tod
Schlief in der Hecke aus Mehlbeersträuchern ...
Mannshoch und hartlaubig schritt sie neben mir
Her unterm frostigen Finsterchoral des…

von marie mehrfeld

mich spiegelnd im Schein
der frühen Sonne und in den
zarten Kelchen der ersten
Narzissen fand ich sie wieder,
die Lust auf Lieben und
Leben mit dir,

nun kehren die Graureiher
zurück, getränkt mit den…

von marie mehrfeld

Vertrauen will ich Ihm, der
meine frohen Gedanken
trägt über alle Wolken zu

dir, der das Licht ist, das
aufleuchtet in den Augen
wilder Tiere, in denen der

Kinder dieser Erde und
auch über den hohen…

von Uwe Röder

Du bist der eine Morgen,
der die Sonne weckt,
der warme Morgenmantel,
der den Winter neckt.

Ein Tag, der
wiederkehrt als Glück,
die eine Lieb,
die liebt zurück.

Sogar ein Schwarz
wird bei…

von * noé *

Lass mich das Leben spüren
mit aller seiner Macht!
(Das Leben, das wir führen,
und das uns so oft schafft ...)

Ich will dies Leben fühlen,
auch wenn's mich meist verbrennt,
ich lebe mit den Zielen,
die…

von marie mehrfeld

mein Denken an euch in der Nacht, es dröhnt,
wenn euer Schreien nach Gerechtigkeit,

nach Brot, nach Wasser, nach Liebe
meine Trommelfelle zertrümmern will

und sich alle lichten Gefühle des Lebens
in scharfe Stücke…

von Willi Grigor

Man sieht sie nur an klaren Nächten:
Des Nordens mystisch schöne Pracht.
Als käme sie von guten Mächten,
verwandelt sie die Sternennacht.

Es ist so wie ein Zauberglühen,
ein frohes Spiel von Lichterwesen,
die…

von marie mehrfeld

im geflüsterten
Raum der Zeit,
die mir bleibt,
verschwimmen
Gefühle hinter
müden Augen
und versickern
im Nebelmeer
der Traurigkeit,

du stiller Stein
weißt alles über
den Anfang…

von Annelie Kelch

Schon reicht der Herbst uns die raue Wange zum Kuss
Scheuen Mädchen gleich, zittern die Häupter der Bäume
Wind durchpflügt Wälder, Ruinen, offene Räume ...
Mein Lieb schreckt auf, wenn ich vom Ende träume
Weil ich in…

von Ella Sander

Es wandert ein Flüstern in allen Dingen,
Bleibst Du nur stehn, da hörst Du sie singen;
Öffne Dein Herz, dann kannst Du es sehn,
Die Rufe des Lebens wirst Du verstehn.

Siehst Du das offene, weitblaue Meer?
Es ist…

von Else Lasker-Schüler

(Dem Heinz Simon in Frankfurt zur Freundschaft)

Die Sterne fliehen schreckensbleich
Vom Himmel meiner Einsamkeit,
Und das schwarze Auge der Mitternacht
Starrt näher und näher.

Ich finde mich nicht wieder
In…

von marie mehrfeld

der herbst beginnt
in den ohren
wenn der sturm
mit dem fallen des laubs
drohend raschelnd
letztes leuchten
aus dem unterholz bläst
und nichts mehr bleibt
außer dem warten darauf
dass es…

von Joachim Ringelnatz

Ich war nicht einer deiner guten Jungen.
An meinem Jugendtrotz ist mancher Rat
Und manches wohlgedachte Wort zersprungen.
Nun sieht der Mann, was einst der Knabe tat.

Doch hast du, alter Meister, nicht vergebens
An…

von Soléa P.

Am frühen Morgen warst Du da
sah Dich durch die Glastür deutlich und klar
Schokolade hieltst Du in der Hand
vor Freude im Traum ich zu weinen begann...

Du bist der Erste der mich herzt und drückt
bin verdattert,…

von Soléa P.

Die kleine Welt von Fr. Monalie
ist außergewöhnlich – voller Fantasie,
sie erkennt das Wahre, das reine Sein –
weiß die Geheimnisse der Feen und Trolle,
des Windes, vom Regen, des Donners, vom Grollen …

Selbst die…

von marie mehrfeld

Letztes Leuchten über’m Land,
blassblau sich der Himmel spannt,
spielt mit abendfarbnem Licht,
nur den Mond, ihn seh’ ich nicht,
Stille hallt jetzt über Wäldern,
schwarze Krähen in den Feldern,

Büsche ächzen…

von Annelie Kelch

Ich mag die wandelbaren Tage, wenn der Nebel fällt
und sich in Schwaden gräuliches Gefieder regt ...
die Luft, wie sie die blauen Hügel, scheinbar unbewegt,
umwirbt, umschmeichelt und beseelt umfangen hält…

von marie mehrfeld

mein Trauerland, es hängt
im Meer der Trockentränen fest,
im langen Schlaf,

mir fehlt Verstand, ein
warmes Nest, stumm schieben
Wolkenberge die schweren

Schatten auf mein Haus,
der weite Himmel…

von Soléa P.

Die tiefe Nacht will partout nicht gehen,
klammert, hängt an der Stille –
am Mond und kalten Straßenlaternen,
die diffuse Lichter werfen,
und schläft so gerne im feuchten Gras,
zusammen mit Nebel, der gegen…

von Angélique Duvier

Wie es mir im Kopfe schwirrt,
was ist das für eine Gabe?
Was ist, wenn mein Herz sich irrt
und ich nachher nichts mehr habe?

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