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Beitrag 106 - 140 von insgesamt 9539 Texten in dieser Kategorie
von Uwe Röder

ICH
will allzu gern für mich
von deinem Kirschenmund
ein ganzes Pfund.

DU,
nur du und immerzu,
zwölf Mal - was es auch sei -
mit einem Jubelschrei.

ER,
wie jeder Irgendwer
lass seine…

von Angélique Duvier

Wieder fällt
ein Wort,
unaufhörlich,
zerschmetternd,
ein kleines,
nachhallendes,
es schwebt,
steht im Raum.

Wieder fällt
eine Träne,
sie bleibt
haften,
klebt an mir,

von Angélique Duvier

Verharren im Schweigen,
mit einem leisen Sehnen.
Gedanken an gestern,
an einsame Stunden.
Tägliches Wünschen,
nach lächelnden Dialogen.

Goldglänzende Blätter
leuchten in den November.
Sanft…

von marie mehrfeld

im geflüsterten
Raum der Zeit,
die mir bleibt,
verschwimmen
Gefühle hinter
müden Augen
und versickern
im Nebelmeer
der Traurigkeit,

du stiller Stein
weißt alles über
den Anfang…

von Rainer Maria Rilke

Wenn ich gewachsen wäre irgendwo,
wo leichtere Tage sind und schlanke Stunden,
ich hätte dir ein großes Fest erfunden,
und meine Hände hielten dich nicht so,
wie sie dich manchmal halten, bang und hart.

Dort hätte…

von Annelie Kelch

Damals – in jenen schwarzen Wintermorgen,
Als neben den Geistern der Nacht noch der Tod
Schlief in der Hecke aus Mehlbeersträuchern ...
Mannshoch und hartlaubig schritt sie neben mir
Her unterm frostigen Finsterchoral des…

von marie mehrfeld

Sieh, wie der alte Mond mit seinem bleichen Schein
sich schleicht in unsre Seelen ein, die schlafend suchen
nach dem einst’gen Glück, von wehem Mut sind sie

getrieben, sie sehnen sich danach zurück, geliebt zu
sein und…

von Annelie Kelch

Über lichtzarte Pusteblumen, die
durch dunkle Tage schweben,
gießt sich die Regenrinne des Aprils.
Ich möchte mir ein Seidenkleid
aus veilchenblauen Sternen weben ...
und weiß doch längst: Die Sonne legt
sich…

von Ella Sander

Wenn ich als Kind durch Wälder streifte,
War jeder Forst ein Zauberwald:
Brennende Nesseln waren böse Geister,
Bezwungen von Feen in Blumengestalt.

Und wenn ich heut' den Wald betrete,
Schau' ich mit lächelndem…

von Soléa P.

Wenn ein Teil im Stillen liegt –
du nichts mehr wahrnehmen kannst,
Frequenzen – Wellen, hoch sensibilisiert,
pirschen sich immer wieder an dich ran.
 
Auch meine Stimme trägt den Schall –
Vibrationen hin zu dir…

von Rainer Maria Rilke

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise…

Rezitation:
Lotte Lehmann liest "Ich lebe mein Leben" / 1961
von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Mein Herz schlägt links,
mein Herz schlägt rechts,
mal bleibt es still,
mal in der Mitte gefangen.

Meine Gedanken sind leicht,
meine Gedanken sind schwer,
mal bleiben sie leer,
mal von Wolken verhangen…

von Soléa P.

Beruf oder Berufung –
er weiß es nicht,
sieht im Badspiegel sein Gesicht,
das blass und müde ihn angähnt –
er dreht das kalte Wasser auf,
im selben Moment stockt der Atem –
sprunghaft steigt der Blutkreislauf…

von Lisi Schuur

Dass ich so oft dich denken muss
weil mich die Sehnsucht übertreibt
hab dich in Regen eingehüllt
mit Bambus dich vertauscht

dort wo der Garten anders spricht
weil Azaleen sich erzählen
da findet sich genügend…

Rezitation:
Lisi Schuur 12/2016
von marie mehrfeld

mein Denken an euch in der Nacht, es dröhnt,
wenn euer Schreien nach Gerechtigkeit,

nach Brot, nach Wasser, nach Liebe
meine Trommelfelle zertrümmern will

und sich alle lichten Gefühle des Lebens
in scharfe Stücke…

von marie mehrfeld

Der Herbst des Lebens
wird Winter bald.
Nichts war vergebens.
Doch mir wird kalt.

von Rainer Maria Rilke

Wir bauen an dir mit zitternden Händen
und wir türmen Atom auf Atom.
Aber wer kann dich vollenden,
du Dom.

Was ist Rom?
Es zerfällt.
Was ist die Welt?
Sie wird zerschlagen
eh deine Türme Kuppeln…

von Soléa P.

Golden schwebt ein Sonnenstrahl,
auf die nass schimmernde Erde.
Streift des Waldes Tannenspitz
und auf dem Weg zum feuchten Gras,
auch buntes Laub er nicht vergaß,
das schütter und müde am Aste sich krallt –

von Joachim Ringelnatz

Hinaus an den Strand will ich gehen,
Wenn keiner wacht
Das wilde Meer zu sehen
Und die heilige Nacht.

Und wieder faßt mich das alte Weh –

Am Strand tanzt ein Boot.
Das lockt mich hinaus in die tosende See,…

von marie mehrfeld

unter meinem Baum sitzend, eingeritzt in die vom Alter zerfurchte Rinde die Namen derer, die zu uns gehörten in Zeiten heller Gesänge, zerbrechlicher Träume,

Gefühle ziehen Bahnen in banger Erwartung gespiegelter Phantasien, nicht…

von Uwe Röder

Du siehst die
nicht vorhandnen
Mängel an dir
zu genau.

Ich hätte dich zu
hoch gelobt,
dich wunderbare
Frau?

Mein Du-bist-fein
sinkt in dir ab,
zum Schleim-Grund
aller Komplimente…

von marie mehrfeld

auf und ab
vor und zurück

schwanke ich

und das Licht
meiner Stirnlampe
flutet dahin
wo keins je war

dass ich erkenne
was ist und was war

frühe Morgenwinde
wiegen sich sacht

von Uwe Röder

Ein Montag,
der dir wie ein Freitag sei,
den Butler namens Dienstag,
der dir dient.

Den Mittwoch, der dir
seine Goldne Mitte leih,
den donnerfreien Donnerstag,
vor dir niederkniend.

Vom Robinson…

von marie mehrfeld

Klare helle WunderWorte sind im Traum zu mir gekommen
als Geschenk, dass ich sie horte, haben mir den Schlaf genommen,
hindern mich am trägen Dösen, wollen Freude mir bereiten
und mir sanft die Zunge lösen, bringen Glanz aus…

von Annelie Kelch

Über schmucklose Felder zieht das Gespenst der Trauer,
Kalt streift der späte Sonnenstrahl die Sommerruinen.
Dein Wort befruchtet mein Herz: Es blüht und reift ...
Derweil der letzte Mohn welkt zwischen Seelenschienen.

von Ralf Risse

Es rennen die Tage ineinander,
Nächte liegen aufgestapelt.
Schübe, deren Inhalt ähnlich,
einzeln sicher unerwähnlich.

Wie viel JA in dir verwurzelt,
wie viel NEIN daran gewachsen?
Welche Ecken man umschiffe,…

von marie mehrfeld

Wir löschen letztes Wintergrau, weil wir es wissen, ganz genau
das ist der Sinn der Osterzeit, zum Neubeginn sind wir bereit,
ob wir Muslime sind, ob Christen, ob Juden, Hindus, Atheisten,
ob wir nun Arme sind, ob Reiche, wir…

von Soléa P.

Der Tag wird schläfrig, schlendert zur Nacht,
auf Distanz die Sonne, kühlt merklich ab,
am Himmel ziehen Schäfchen in kleinen Herden –
die Schwalben sich wieder einmal beschweren.
Sie wollen noch nicht schlafen gehen,…

von marie mehrfeld

bis hin zu den vergilbten
Briefen der frühen Tage
verlor alles seinen Schatten

stolze Vögel der Nacht
lassen Schwingen wehen
über den Dächern alter Dörfer

menschenleer zum Bersten
voller Erinnerungen…

von Soléa P.

Nimm uns mit,
lass uns bloß nicht zurück,
Seele, hörst du, was wir dir sagen?
Der Körper wird allmählich kalt,
die letzten Gedanken fragen –
was bleibt denn sonst auch noch zu sagen?

Dass du dich von uns…

von Willi Grigor

Zwei Gedichte vom Schreiben

Vergessen

Ich habe nie geschrieben,
was "Poesie" man nennt,
hab fast mein ganzes Leben
als Ingenieur "verpennt".
Ich war darauf versessen
ein "guter Mann" zu sein
und…

von Else Lasker-Schüler

Ich will in das Grenzenlose
Zu mir zurück,
Schon blüht die Herbstzeitlose
Meiner Seele,
Vielleicht ists schon zu spät zurück.
O, ich sterbe unter euch!
Da ihr mich erstickt mit euch.
Fäden möchte ich um…

von Soléa P.

Aus dem Nichts, schälst du dich,
konturlos dein maskulines Gesicht,
ziehst wie Rauch zu mir herüber,
der Raum, im Kerzenlicht, wirkt düster,
schwebst, nicht greifbar, über allem –
tust mir gut und so gefallen …

von Angélique Duvier

Ich wandere durch grüne Alleen,
mit ihrer stolzen geraden Flucht,
kann mich kaum satt an ihnen sehen.
Schaue hinauf in die Himmelsbucht.

Es scheint mir, als gäb's kein Ende,
sondern eine Unendlichkeit,

von marie mehrfeld

Letztes Leuchten über’m Land,
blassblau sich der Himmel spannt,
spielt mit abendfarbnem Licht,
nur den Mond, ihn seh’ ich nicht,
Stille hallt jetzt über Wäldern,
schwarze Krähen in den Feldern,

Büsche ächzen…

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