Dichtung ✓ klassische & moderne Dichtungen

empfohlene Dichtungen
von Johanna Ambrosius
von Johanna Ambrosius
von Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem
neue Dichtungen
von Robert K. Staege
von Elmar Vogel
von Alf Glocker
die schönsten Dichtungen
von Angélique Duvier
von Volker Harmgardt
von Kurt Tucholsky
Beitrag 141 - 175 von insgesamt 9595 Texten in dieser Kategorie
von Joachim Ringelnatz

Daß bald das neue Jahr beginnt,
Spür ich nicht im Geringsten.
Ich merke nur: die Zeit verrinnt
Genau so wie zu Pfingsten,

Genau wie jährlich tausendmal.
Doch Volk will Griff und Daten.
Ich höre Rührung, Suff,…

von Willi Grigor

Ich hatte einen Weihnachtstraum,
es ging um einen Wunsch.
Ich habe ihn für mich geträumt
und alle auf der Welt.

Ich wünschte eine Weihnacht mir,
die ganzjährig besteht,
da jeder seinen Nächsten liebt,

von Willi Grigor

Zwei Gedichte vom Schreiben

Vergessen

Ich habe nie geschrieben,
was "Poesie" man nennt,
hab fast mein ganzes Leben
als Ingenieur "verpennt".
Ich war darauf versessen
ein "guter Mann" zu sein
und…

von Soléa P.

Ihre Blicke – schleierhaft,
mit Argusaugen sehen sie
leichtfüßige, quirlige Massen,
die selbstbewust vorüberziehen.

Auffallend das dunkle Gewand,
das ihren Körper mehr als verdeckt –
versteckt, der nicht…

von marie mehrfeld

Nicht einfach ist es,
weiter zu laufen,
als wäre nichts –
so ganz ohne Euch,

kein Anschluss
unter dieser Nummer,
und die Fassaden
Eurer Häuser riechen,
atmen nun fremd,

kein: komm nur…

von Soléa P.

Geschniegelt und gestriegelt,
machte er sich auf den Weg.
Den Scheitel seitlich gerade gezogen,
Bart und Anzug stets gepflegt –
die Fliege mittig, akkurat,
auch mit After Shave hat er nicht gespart.

Einen Plan…

von Alf Glocker

Im Leben geht’s nicht um das Leben –
das ist rasend schnell genommen.
Es geht ums Nehmen und ums Geben –
drum sei in Leidenschaft benommen!

Das Nähere werden andre regeln!
Ein Gesetz, ein Krieg, die Reichen,

von marie mehrfeld

Statt nur zu träumen vom Glück erhoffter Zeit,
verklärt durch Bilder der Vergangenheit,
will ich das Jetzt, den Augenblick genießen,
blicke nach draußen, sehe Gräser sprießen

und wie am Himmel Wolkenberge ziehen,

von Angélique Duvier

Ist das Leben nur ein Traum,
solange bis wir entschweben?
Ist unsere Welt ein Raum,
in dem wir uns bewegen?

Schreiben wir Geheimnisse nieder,
geben wir sie aus der Hand,
treffen wir Herzen und Glieder,

von Willi Grigor

Er kam in einer eisigen Nacht
zur Welt zwischen Bomben und Trümmern.
Es herrschte eine grausige Macht,
dem Ende zu wurde es schlimmer.

Als Kind erfuhr er die Stille, die Pracht
der blühenden Felder und Wiesen.…

von Angélique Duvier

Flocken fallen leis von oben,
sinken nieder aus weiter fern;
Hätt sie gern emporgehoben
bis hinauf zum schönsten Stern.

Doch sie liegen auf den Wegen,
häufen sich zu weißem Schaum,
dieser Anblick, welch ein…

von Johanna Blau

Dieses Zeitgefühl
Ein Schicksalsspiel
Ich tanze zu Unmöglichkeiten
Im Hunger der Gezeiten

Mahnmal vor Millionen
Will mich selbst schonen
Stolpere in ein Dilemma
Entscheidungen noch unklar

Ein Wort…

Rezitation:
Johanna Blau, Dezember 2018
von Angélique Duvier

Es kribbelt unter meiner Haut,
überall, auch im Bauch
und in den Augen,
ich kann es kaum glauben,
denn auf meinem Haupt,
da kribbelt es auch.

Ist da wirklich etwas dran,
fühlt sich so die Liebe an.…

von marie mehrfeld

sanfter Südwind trug
Wärme und rote Worte zu uns

in der letzten mondklaren Sommernacht,
als hauchdünne Nebelschleier der Lust lagen

über dem unersättlichen Feld der Wünsche, verfing
sich liebkosend in Deinem…

von Sigrid Hartmann

Denk ich an das Gute
Und schau in die Welt
Dann werde ich sauer
Weil’s Gute nicht zählt

Vielleicht geht’s den anderen
Genauso wie mir
Mit bösen Gedanken
Vertreibt man’s Gute von hier

Den Kreis zu…

von Sigrid Hartmann

Man wirft uns hier Faschismus vor,
wer das gesagt, scheint mir ein Tor.
Wie dreist ist das, denkt man sofort,
wie unverschämt ist dieses Wort!

Doch ist es sinnlos, dass man klagt,
denkt man daran, WER es gesagt:…

von Tilly Boesche-Zacharow

Du gehst, mein Sohn, nach Israel,
und mit dir geht der Geist,
der dir, mein Sohn, in Israel
den Weg als Richtpfeil weist.

Du fühlst, mein Sohn, genau wie ich
und trägst die Scham allein.
Denn was der Mensch…

von Ella Sander

Den Ton zu treffen, eine hohe Kunst,
Die, wie ein Suchen, niemals endet;
Gesucht wird nicht des Herzens Gunst,
Sondern der Klang, der es vollendet.

Ein Schwingen ist's, hinein in stumme Saiten,
Die, nur wenn sie…

von Soléa P.

Der Tag wird schläfrig, schlendert zur Nacht,
auf Distanz die Sonne, kühlt merklich ab,
am Himmel ziehen Schäfchen in kleinen Herden –
die Schwalben sich wieder einmal beschweren.
Sie wollen noch nicht schlafen gehen,…

von Joachim Ringelnatz

Hinaus an den Strand will ich gehen,
Wenn keiner wacht
Das wilde Meer zu sehen
Und die heilige Nacht.

Und wieder faßt mich das alte Weh –

Am Strand tanzt ein Boot.
Das lockt mich hinaus in die tosende See,…

von Lisi Schuur

In Fußbodenritzen
der Staub
der vergeblichen Kämpfe
umgefallene Stapel
nicht gelesener Bücher
liegen wie anklagend
auf dem Boden
da ist keine Bettschwere
die verschwinden lässt
--
die…

von Angélique Duvier

Einmal noch
möchte ich
auf der Bühne stehen,
den tosenden Applaus
genießen.

Einmal noch
sehen, wie
sich der Vorhang hebt,
das Publikum
spüren.

Den Faden weben,
durch Räume…

von marie mehrfeld

auf und ab
vor und zurück

schwanke ich

und das Licht
meiner Stirnlampe
flutet dahin
wo keins je war

dass ich erkenne
was ist und was war

frühe Morgenwinde
wiegen sich sacht

von Soléa P.

Wenn Ansprüche nicht mehr befriedigt werden,
du überschlau bist – vom vielen Lernen,
alle um dich scheinen dir banal,
denn nur du hast Grips, Talent, Potenzial –
die Latte hoch gen Himmel gelegt,
dort, wo sich, außer…

von Rainer Maria Rilke

Wir bauen an dir mit zitternden Händen
und wir türmen Atom auf Atom.
Aber wer kann dich vollenden,
du Dom.

Was ist Rom?
Es zerfällt.
Was ist die Welt?
Sie wird zerschlagen
eh deine Türme Kuppeln…

von Angélique Duvier

Schon am Morgen gehe ich
und pflücke die Wahrheit
in meinem Gedankengarten.
Reiße das Unkraut gleich heraus,
lasse es nicht erst sprießen.
Mit Tränen begieße ich dann
was mühsam wächst.

Sehnsucht formt…

von Rainer Maria Rilke

Ich glaube an alles noch nie Gesagte.
Ich will meine frömmsten Gefühle befrein.
Was noch keiner zu wollen wagte,
wird mir einmal unwillkürlich sein.

Ist das vermessen, mein Gott, vergib.
Aber ich will dir damit nur…

von Annelie Kelch

O Sturm, der sich durchs dicke Blut des Winters wühlt,
An hellen Fenstern rüttelt, die des Nachts nicht schlafen,
Der dunkle Wasser und Matrosen an die fremden Küsten spült,
Während die Finsternis ans Herz der Möwen greift im…

von Soléa P.

Mit Friede lockt der Himmel –
schnurstracks geh ich auf ihn zu.
Höre Stimmen – mystisches Singen,
das Herz beginnt im Rhythmus zu schwingen –
der Körper sich zu heben,
schwebe –
und mach' die Augen zu.

von Angélique Duvier

Altmännersommer,
oder etwa Altweiber?
Hauptsache Sommer!

Das Spätsommerlicht,
steht es denn für beide nicht?
Altmenschensommer.

Spätsommerliebe,
ist sie für die Jugend nicht?
Frühlingsgefühle.

von Volker Harmgardt

Liebe,
irdisches Wort,
bist verweht im rauschenden
Sturm.

Trost,
kluge Hoffnung bei Tag
und Nacht, von Regenschauern
durchzogen.

Einsamkeit,
gehuldigte Schattengründe,
gehst mit dem…

von Yvonne Zoll

Gespürtes Dimmern zu verstehen
Im eingeworden SEIn verschwören
Aus verschlossen merkend bares Fühl

Tränenverwischt wie Unvirtuell
Gewinnend im Genuss betören
Nicht geistgedämmt unausgegoren

EIN ÜberSCHWANg…

von Sigrid Hartmann

Das Laub zart grün schmeichelt dem Auge,
wer denkt, dass sie zum Mörder tauge?
Sie windet sich wie eine Schnur,
am Boden legt sie ihre Spur.

Erreicht die Pflanze, die sie bringt,
dem Himmel näher, es gelingt

von Else Lasker-Schüler

Du wehrst den guten und den bösen Sternen nicht;
All ihre Launen strömen.
In meiner Stirne schmerzt die Furche,
Die tiefe Krone mit dem düsteren Licht.

Und meine Welt ist still –
Du wehrtest meiner Laune nicht.…

von Yvonne Zoll

Mit unter nächtlichen Weisen
Versteckte Mythen beweisen
wie unterm Zitronenschaumklee
Verwaist schwiegen Picknick wie See

Berückende Noir si grigio
zersplittertes Mondschrein im Ohr
gesiegelt Pupillen füßelnd…

Seiten