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Beitrag 141 - 175 von insgesamt 9705 Texten in dieser Kategorie
von marie mehrfeld

winkst Du mir zu
aus dem Fenster gegenüber
als hätte es den galligen Streit
von gestern nie gegeben

Gedrucktes quillt aus dem Kasten

die Welt rüstet auf
der Krieg er hockt in den Genen
und immer noch…

von Else Lasker-Schüler

Dass uns nach all' der heissen Tagesglut
Nicht eine Nacht gehört . . .
Die Tuberosen färben sich mit meinem Blut,
Aus ihren Kelchen lodert's brandrot!

Sag' mir, ob auch in Nächten Deine Seele schreit,
Wenn sie aus…

von Uwe Röder

Wer Hass von
seiner Kanzel klirrt -
wer es auch sei,
der irrt!

Denn wenn ein
Schöpfer existiert,
dann ist er anders,
nicht vertiert.

von Lisi Schuur

Dass ich so oft dich denken muss
weil mich die Sehnsucht übertreibt
hab dich in Regen eingehüllt
mit Bambus dich vertauscht

dort wo der Garten anders spricht
weil Azaleen sich erzählen
da findet sich genügend…

Rezitation:
Lisi Schuur 12/2016
von Uwe Röder

Du siehst die
nicht vorhandnen
Mängel an dir
zu genau.

Ich hätte dich zu
hoch gelobt,
dich wunderbare
Frau?

Mein Du-bist-fein
sinkt in dir ab,
zum Schleim-Grund
aller Komplimente…

von Soléa P.

Aus dem Nichts, schälst du dich,
konturlos dein maskulines Gesicht,
ziehst wie Rauch zu mir herüber,
der Raum, im Kerzenlicht, wirkt düster,
schwebst, nicht greifbar, über allem –
tust mir gut und so gefallen …

von Ella Sander

Wenn Schneegeflocktes schüchtern taut
Und sich in zierlich Rinnsal findet,
Küsst es die Kälte fort. Vertraut,
Dass Leben sich in ihm neu bindet.

Die Schmetterlinge frieren nicht mehr.
Wie warmer Frühlingswindhauch…

von Yvonne Zoll

wiesen wissen wie entfernt vermessen
frieseln fort nach eigenem vergessen
wie gefallen wesen währenddessen
flocken treibend wärmt täglich wessen

bald ausgelassen nieselnd wölkt ins aus
im fieber früher schatten…

von marie mehrfeld

die Trauer nagt
an meiner Stirn,
die Furcht, sie frisst
sich in mein Hirn,

ich weiß es nicht -
was kommt danach,
ob es dort Nacht
sein wird, ob Tag,

sind wir im Schatten-
reich allein,…

von marie mehrfeld

bis hin zu den vergilbten
Briefen der frühen Tage
verlor alles seinen Schatten

stolze Vögel der Nacht
lassen Schwingen wehen
über den Dächern alter Dörfer

menschenleer zum Bersten
voller Erinnerungen…

von marie mehrfeld

Nachts kommt die Zeit, die sie liebt, die sie will.
Dann ist sie bereit und es wird in ihr still.
Phantastin ist sie, will raus aus der Welt,
das Träumen ist’s, das lebendig sie hält.
Sie flieht vor sich selbst in wildem…

von * noé *

Lass mich das Leben spüren
mit aller seiner Macht!
(Das Leben, das wir führen,
und das uns so oft schafft ...)

Ich will dies Leben fühlen,
auch wenn's mich meist verbrennt,
ich lebe mit den Zielen,
die…

von marie mehrfeld

Konturen der Zärtlichkeit
sie lösen sich auf
in Höhlen der Dämmerung
gelebter Lieben

umarmen sich selbst
mit dem Rücken
zur Dunkelheit
und zum Hass

und angesichts
der Liebe die ist

von marie mehrfeld

mein Denken an euch in der Nacht, es dröhnt,
wenn euer Schreien nach Gerechtigkeit,

nach Brot, nach Wasser, nach Liebe
meine Trommelfelle zertrümmern will

und sich alle lichten Gefühle des Lebens
in scharfe Stücke…

von Soléa P.

Die Nacht, sie will partout nicht gehen,
klammert, hängt fest an der Stille –
am Mond und kalten Straßenlaternen,
die diffuse Lichter werfen,
und schläft so gerne im feuchten Gras,
zusammen mit Nebel, der gegen…

von marie mehrfeld

der stille tag ertrinkt betrübt vom falschen klagen sagen
im nebel schwarzen rauch der langen nacht die kommt
verklingt im moll des graus und die gekrümmte hand des
alten bettelnden am wegesrand streckt sich vergeblich aus…

von Else Lasker-Schüler

Du wehrst den guten und den bösen Sternen nicht;
All ihre Launen strömen.
In meiner Stirne schmerzt die Furche,
Die tiefe Krone mit dem düsteren Licht.

Und meine Welt ist still –
Du wehrtest meiner Laune nicht.…

von Uwe Röder

Ein Montag,
der dir wie ein Freitag sei,
den Butler namens Dienstag,
der dir dient.

Den Mittwoch, der dir
seine Goldne Mitte leih,
den donnerfreien Donnerstag,
vor dir niederkniend.

Vom Robinson…

von Sigrid Hartmann

Das Laub zart grün schmeichelt dem Auge,
wer denkt, dass sie zum Mörder tauge?
Sie windet sich wie eine Schnur,
am Boden legt sie ihre Spur.

Erreicht die Pflanze, die sie bringt,
dem Himmel näher, es gelingt

von Willi Grigor

Er kam in einer eisigen Nacht
zur Welt zwischen Bomben und Trümmern.
Es herrschte eine grausige Macht,
dem Ende zu wurde es schlimmer.

Als Kind erfuhr er die Stille, die Pracht
der blühenden Felder und Wiesen.…

von Annelie Kelch

Ich mag die wandelbaren Tage, wenn der Nebel fällt
und sich in Schwaden gräuliches Gefieder regt ...
die Luft, wie sie die blauen Hügel, scheinbar unbewegt,
umwirbt, umschmeichelt und beseelt umfangen hält…

von marie mehrfeld

Der Herbst des Lebens
wird Winter bald.
Nichts war vergebens.
Doch mir wird kalt.

von Rainer Maria Rilke

Wir bauen an dir mit zitternden Händen
und wir türmen Atom auf Atom.
Aber wer kann dich vollenden,
du Dom.

Was ist Rom?
Es zerfällt.
Was ist die Welt?
Sie wird zerschlagen
eh deine Türme Kuppeln…

von Ella Sander

Wenn ich als Kind durch Wälder streifte,
War jeder Forst ein Zauberwald:
Brennende Nesseln waren böse Geister,
Bezwungen von Feen in Blumengestalt.

Und wenn ich heut' den Wald betrete,
Schau' ich mit lächelndem…

von Lisi Schuur

Eines Nachts als alle Wolken schwebten
Robinien den Silberregen tanzten
da fühlte ich mich so verzaubert
als säße ich in ihrem Blätterdach
inmitten duftender Rosen
es lagen Harfenklänge zwischen Dornen
an…

von Rainer Maria Rilke

Du Dunkelheit, aus der ich stamme,
ich liebe dich mehr als die Flamme,
welche die Welt begrenzt,
indem sie glänzt
für irgend einen Kreis,
aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.

Aber die Dunkelheit hält alles…

von Willi Grigor

Zwei Gedichte vom Schreiben

Vergessen

Ich habe nie geschrieben,
was "Poesie" man nennt,
hab fast mein ganzes Leben
als Ingenieur "verpennt".
Ich war darauf versessen
ein "guter Mann" zu sein
und…

von Annelie Kelch

Über schmucklose Felder zieht das Gespenst der Trauer,
Kalt streift der späte Sonnenstrahl die Sommerruinen.
Dein Wort befruchtet mein Herz: Es blüht und reift ...
Derweil der letzte Mohn welkt zwischen Seelenschienen.

von Annelie Kelch

Über lichtzarte Pusteblumen, die
durch dunkle Tage schweben,
gießt sich die Regenrinne des Aprils.
Ich möchte mir ein Seidenkleid
aus veilchenblauen Sternen weben ...
und weiß doch längst: Die Sonne legt
sich…

von Annelie Kelch

Schon reicht der Herbst uns die raue Wange zum Kuss
Scheuen Mädchen gleich, zittern die Häupter der Bäume
Wind durchpflügt Wälder, Ruinen, offene Räume ...
Mein Lieb schreckt auf, wenn ich vom Ende träume
Weil ich in…

von marie mehrfeld

auf und ab
vor und zurück

schwanke ich

und das Licht
meiner Stirnlampe
flutet dahin
wo keins je war

dass ich erkenne
was ist und was war

frühe Morgenwinde
wiegen sich sacht

von marie mehrfeld

unter meinem Baum sitzend, eingeritzt in die vom Alter zerfurchte Rinde die Namen derer, die zu uns gehörten in Zeiten heller Gesänge, zerbrechlicher Träume,

Gefühle ziehen Bahnen in banger Erwartung gespiegelter Phantasien, nicht…

von Soléa P.

Nimm uns mit,
lass uns bloß nicht zurück,
Seele, hörst du, was wir dir sagen?
Der Körper wird allmählich kalt,
die letzten Gedanken fragen –
was bleibt denn sonst auch noch zu sagen?

Dass du dich von uns…

von marie mehrfeld

Letztes Leuchten über’m Land,
blassblau sich der Himmel spannt,
spielt mit abendfarbnem Licht,
nur den Mond, ihn seh’ ich nicht,
Stille hallt jetzt über Wäldern,
schwarze Krähen in den Feldern,

Büsche ächzen…

von Soléa P.

Beruf oder Berufung –
er weiß es nicht,
sieht im Badspiegel sein Gesicht,
das blass und müde ihn angähnt –
er dreht das kalte Wasser auf,
im selben Moment stockt der Atem –
sprunghaft steigt der Blutkreislauf…

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