Historisch ✓ Geschichten, Abhandlungen oder Erzählungen zum Thema

die schönsten
von Denis Waßmann
von Annelie Kelch
von marie mehrfeld
Beitrag 1 - 35 von insgesamt 83 Texten in dieser Kategorie
von Denis Waßmann

Ich wurde in der DDR geboren. Heute hört man oft davon, dass man ihn hätte merken können, den Aufbruch, den Umbruch. Ich war 12 Jahre alt und habe so viel gemerkt, wie ein Zwölfjähriger von so etwas mitbekommen kann. Es war alles eigentlich so…

von Annelie Kelch

Im Café Niederegger in Lübeck könnte man jetzt das Holstentor mitsamt historischen Nebengebäuden verspeisen. Nur wäre das sehr schade. In 200 Arbeitsstunden schufen Konditoren dieses prachtvolle, süße Werk. Es ist riesig und wirklich sehr…

von marie mehrfeld

Im großen Weltkrieg kannten sie sich aus mit heulenden Sirenen mitten in der Nacht. Dann rannten sie mit Rucksäckchen auf dem Rücken um ihr Leben, während die ersten Bomben fielen. Die kleine Schwester an der Hand. Sie hockten furchtsam und doch…

von Franz Kafka

Prag, Ende März 1922

Nun habe ich Ihnen schon so lange nicht geschrieben Frau Milena, und auch heute schreibe ich nur infolge eines Zufalls. Entschuldigen müßte ich mein Nichtschreiben eigentlich nicht, Sie wissen ja, wie ich Briefe hasse…

von Uwe Röder

In einem Spinnennest bist du nur willkommen, wenn du eine Fliege bist…

Alle Studenten der beiden Ingenieurschulen Zwickaus wurden in das Auditorium Maximum am Zwickauer Ring gerufen, um ihre Unterschriften unter eine Resolution gegen…

von marie mehrfeld

Rein zufällig fand ich dich auf dem Dachboden zwischen dem alten Plunder neben den zwei kopflosen Puppen, neben dem verstaubten Jugenstilkästchen aus Pappe, in dem dermaleinst Freundschaftskärtchen gesteckt haben, die mithilfe von Federkiel und…

von Johann Wolfgang von Goethe

Erstes Buch

Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, daß ihr mir's danken werdet. Ihr könnt seinem Geist und seinem Charakter eure Bewunderung…

von Else Lasker-Schüler

(Hänschen Schickele in Liebe)

Nach der Schule trafen wir uns auf der Wiese und legten dort mühsam Balken quer übereinander. Zwei meiner Spielgefährten setzten sich auf das eine Ende der Schaukel. Willy Himmel und ich aber bestiegen das…

von Franz Kafka

Liebster Vater,

Du hast mich letzthin einmal gefragt, warum ich behaupte, ich hätte Furcht vor Dir. Ich wußte Dir, wie gewöhnlich, nichts zu antworten, zum Teil eben aus der Furcht, die ich vor Dir habe, zum Teil deshalb, weil zur…

von Ralf Risse

Von Nebel und Rauch eingehüllt ist ihr neues, entstelltes Gesicht kaum auszumachen. Der Feuersturm tobte tagelang durch die Straßen, bis er keine Nahrung mehr fand und die sterbende Stadt sich selbst überließ.
Grotesk ragen sich qualmende…

von Franz Kafka

Lieber Oskar!

Du hast mir einen lieben Brief geschrieben, der entweder bald oder überhaupt nicht beantwortet werden wollte, und jetzt sind vierzehn Tage seitdem vorüber, ohne dass ich Dir geschrieben habe, das wäre an sich unverzeihlich,…

von marie mehrfeld

Als ich elf Jahre alt war, machte ich zum ersten Mal die Bekanntschaft mit der tierischen Spezies „weiße Maus“. Bis dahin waren mir nur ihre grauen oder braunen Artgenossen in Feld und Wald bekannt gewesen - und die in unserer Speisekammer,…

von Lou Andreas-Salomé

Rom, 26/13 März 1882

Ihren Brief hab ich gewiß schon 5 Mal gelesen, aber kapiert hab ich ihn noch immer nicht. Was, in Dreiteufelsnamen, hab ich denn verkehrt gemacht? Ich dachte ja, Sie würden grade jetzt des Lobes voll über mich sein.…

von Mareen Nebel

Die Miene so ausdruckslos und leer, wie das Papier in der Schreibmaschine vor ihm, ließ der Junge seinen Blick durchs Zimmer gleiten über das spärliche Mobiliar, das den Raum bestückte, die blätternde Farbe und die Kerben in alterndem Holz, unter…

von Tanja Grün

Der Himmel war so grau, dass man ihm Blau nicht mehr zutraute. Ich fror und war froh, als der Bus endlich kam. Vor mir schoben Schulränzen aneinander vorbei, stießen und drückten sich gegenseitig. Stimmen schwirrten laut im Raum. Später wurden…

von Uwe Kraus

Beginnen will ich bei Freud, dem Arzt und Psychologen, der die Psychoanalyse ins Leben rief. Seine Theorien zu Ich, Es und Überich treffen den Kern der Philosophie des beginnenden Jahrhunderts, das in katastrophalen Zügen durch die beiden…

von Uwe Kraus

In Hesse ersieht man die gesamte Idee, die Komplexität der Romantik, all ihre Facetten und Änderungen. Er, der neben Novalis und Nietzsche mein Lieblingskünstler und Interpret ist, der mit seinen Werken die vorbereitende Idee der Flower-Power-…

von Kurt Steinkrauß

Was war dieser großartige Schauspieler doch für ein Kerl! So ein richtiges Mannsbild, hinter dem die Frauen her waren wie die Teufel hinter der armen Seele. Aber auch die meisten Männer waren ebenso fasziniert. Sie wollten so sein, wie der „…

von Uwe Kraus

Da es nun gilt, ein übergreifendes, die Epochen allumfassendes Geschehen im philosophischen Rahmen zu erklären, will ich mit einer der ersten Gegenideen, der Existenzphilosophie, zu Descartes' logischem Entwurf der Dualität der Gottheiten…

von Friedrich Nietzsche

Über die klassische Philologie gibt es in unseren Tagen keine einheitliche und deutlich erkennbare öffentliche Meinung. Dies empfindet man in den Kreisen der Gebildeten überhaupt ebenso als mitten unter den Jüngern jener Wissenschaft selbst. Die…

von Uwe Kraus

Eine historisch-philosophische Betrachtung

Geschichtliche Darstellung

„Die Frankfurter Schule", der Name dieser Institution ist die heutige, gegenwärtige Bezeichnung für den Sitz des philosophisch-soziologischen Zentrums, das seit…

von Heinrich von Kleist

In einem bei Jena liegenden Dorf, erzählte mir, auf einer Reise nach Frankfurt, der Gastwirt, daß sich mehrere Stunden nach der Schlacht, um die Zeit, da das Dorf schon ganz von der Armee des Prinzen von Hohenlohe verlassen und von Franzosen, die…

von ulli nass

Alle Religionen sind ihrem Wesen und Anspruch entsprechend immer auch
Theorien zu Ursprung,Erscheinungsbild und Sinn der Welt und unseres Lebens.
Die hartnäckige Existenz von Religion über lange Zeiträume belegt ,kritisch betrachtet,…

von Uwe Kraus

Was gab es für Dichter, die nennenswert die Poesie zum Leben brachten. Von Ottfried von Weißenburg über Hildegard von Bingen, dem scholastischen, althochdeutschen Minnesang, den metaphysischen Dichtern, der Wiedergeburt der Renaissance, bis hin…

von ulli nass

- einige Gedanken jenseits geläufiger Alltagsrethorik:
Deutschland und Europa verspielen möglicherweise gerade die Zukunft,
auch weil mühsam erkämpfte Werte immer schneller dahinsiechen.
Wir sehen dabei im Sofa sitzend zu.NSA,…

von marie mehrfeld

Spätherbst 1943. Nachtzeit auch über dem einsam gelegenen Schwarzwald Bauernhaus. Mit seinem weit vorkragenden und an den Seiten tief herunter reichenden Dach, das mit Holzschindeln bedeckt ist. Die Menschen, die Rinder und das Federvieh, auch…

von Carl Stern s.A.

Der antifaschistische Dichter und Publizist Louis Fürnberg lud mich Anfang Juni 1942 zu sich nach Jerusalem ein und führte mir das Jerusalemer Dichter-Panoptikum vor. Die unglaublichsten Käuze und Gestalten kamen da an, und jeder schien von…

von Heinz Helm-Karrock

Hans Schönbein war ein Mann, den man kannte. Ein kräftiger, athletischer Typ. Er hatte immer ein verschmitztes Lächeln im Gesicht, trug eine Glatze und wirkte bullig und stark.
Er wohnte ein paar hundert Meter von uns entfernt in der „…

von Jan Jendrejewski

Prolog: Louanne Éva

Inmitten einer weit unberührten Heide,
hoch aufragend ein mächtiges Anwesen.
Herr dieser Ländereien ist,
ein namhafter Adelsmann.
Bejahrt und krank, - zurückgezogen;
jung gestorben ist…

von * noé *

Lebenssplitter 1

Lohn

Die eine Schule war beendet, die andere begann erst sechs Monate später. In der Zwischenzeit arbeitete ich als Kindermädchen in einem Bäcker- und Konditorhaushalt.

Meine Aufgaben erschöpften sich aber…

von ulli nass

Die Hetzkampagnen von Seehofer/Gauland/Höcke etc. enden nicht.
Die gar nicht 'Neue Rechte' hat Lunte gerochen, sieht sich auf der Siegerstraße. Das überrascht mich nicht.
Die Netzwerke muss man historisch nennen und die modernen…

von Sascha El Farra

Das Reich der Mitte im 6. Jahrhundert v. Chr.

14:30 Uhr

Als Lao Tse wie üblich sein Schälchen Reiswein in der Dorfkneipe trank und danach seine Rechnung mit einer seiner Weisheiten zu bezahlen versuchte passierte etwas zuvor noch…

von Peter K.

Nancy steht nicht auf der Liste der Städte, die man besuchen muss. Das hat den Vorteil, dass die Stadt nicht übertouristisiert ist und man auf dem Place Stanislas viele Einheimische findet, die den Platz zum Zentrum der Stadt machen. Der Platz…

von Heinz Helm-Karrock

Wie ich, als ich ganz klein war, fast gestorben wäre,
oder meine wunderbare Errettung vom frühen Tod

Als ich etwa ein Jahr alt war, gingen mein Bruder Gerhard und meine Schwester Ortrun zum Spielen.
Meine Schwester und mein…

von Pawel Markiewicz

Vielerlei nationale Geschichten sind Menschen bekannt. Im Falle der Schweiz kennt jedermann Geschehnisse von Wilhelm Tell, die angeblich 1307 passierten und die Menschen verzauberten. Manchmal sind sie indes fabelhaft so rätselhaft so verworren.…

Seiten

Wie in jeder anderen literarischen Gattung sollte sich ein Autor mit der Intention einen historischen Roman (bzw. einen historisierend sonstigen Text) zu schreiben, genau über Zeit, Umfeld, Kultur und sozialpolitische Zusammenhänge im Klaren sein - mit dem ganz wichtigen Unterschied zu sonstiger Fiktion, dass ein Plot im historischen Bereich tatsächlich fundierte Fakten beinhalten muss, um plausibel zu bleiben. Hier wird die so genannte künstlerische Freiheit einer gewissen Zerreißprobe unterworfen, denn ein belegtes, geschichtliches Ereignis muss als solches berücksichtigt werden – ganz im Gegensatz zu Fantasy und sonstigen ‚freien Formen‘ der epischen Erzählkunst.

Zusammenhänge sozialpolitischer Natur, wissenschaftliche Errungenschaften, kulturelle Ereignisse … all dies sollte möglichst nahe am überlieferten Zeitgeschehen anlehnen. Daher haben historische ‚Erzählwerke‘ immer die Aufgabe, bewiesene Erkenntnisse über vergangene Zeiten in einen Kontext fiktionaler Literatur einzubauen, so dass auch ein vorgebildeter, versierter Leser sich nicht an Ungereimtheiten und Widersprüchlichkeiten stört.