Historisch ✓ Geschichten, Abhandlungen oder Erzählungen zum Thema

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von Annelie Kelch
von Heinz H.-K.
von Hartmut Dotzki
die schönsten
von Annelie Kelch
von Denis Waßmann
von marie mehrfeld
Beitrag 1 - 35 von insgesamt 69 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Im Café Niederegger in Lübeck könnte man jetzt das Holstentor mitsamt historischen Nebengebäuden verspeisen. Nur wäre das sehr schade. In 200 Arbeitsstunden schufen Konditoren dieses prachtvolle, süße Werk. Es ist riesig und wirklich sehr…

von Denis Waßmann

Ich wurde in der DDR geboren. Heute hört man oft davon, dass man ihn hätte merken können, den Aufbruch, den Umbruch. Ich war 12 Jahre alt und habe so viel gemerkt, wie ein Zwölfjähriger von so etwas mitbekommen kann. Es war alles eigentlich so…

von Franz Kafka

Prag, Ende März 1922

Nun habe ich Ihnen schon so lange nicht geschrieben Frau Milena, und auch heute schreibe ich nur infolge eines Zufalls. Entschuldigen müßte ich mein Nichtschreiben eigentlich nicht, Sie wissen ja, wie ich Briefe hasse…

von marie mehrfeld

Im großen Weltkrieg kannten sie sich aus mit heulenden Sirenen mitten in der Nacht. Dann rannten sie mit Rucksäckchen auf dem Rücken um ihr Leben, während die ersten Bomben fielen. Die kleine Schwester an der Hand. Sie hockten furchtsam und doch…

von marie mehrfeld

Rein zufällig fand ich dich auf dem Dachboden zwischen dem alten Plunder neben den zwei kopflosen Puppen, neben dem verstaubten Jugenstilkästchen aus Pappe, in dem dermaleinst Freundschaftskärtchen gesteckt haben, die mithilfe von Federkiel und…

von Johann Wolfgang von Goethe

Erstes Buch

Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, daß ihr mir's danken werdet. Ihr könnt seinem Geist und seinem Charakter eure Bewunderung…

von Else Lasker-Schüler

(Hänschen Schickele in Liebe)

Nach der Schule trafen wir uns auf der Wiese und legten dort mühsam Balken quer übereinander. Zwei meiner Spielgefährten setzten sich auf das eine Ende der Schaukel. Willy Himmel und ich aber bestiegen das…

von Franz Kafka

Lieber Oskar!

Du hast mir einen lieben Brief geschrieben, der entweder bald oder überhaupt nicht beantwortet werden wollte, und jetzt sind vierzehn Tage seitdem vorüber, ohne dass ich Dir geschrieben habe, das wäre an sich unverzeihlich,…

von Ralf Risse

Von Nebel und Rauch eingehüllt ist ihr neues, entstelltes Gesicht kaum auszumachen. Der Feuersturm tobte tagelang durch die Straßen, bis er keine Nahrung mehr fand und die sterbende Stadt sich selbst überließ.
Grotesk ragen sich qualmende…

von Franz Kafka

Liebster Vater,

Du hast mich letzthin einmal gefragt, warum ich behaupte, ich hätte Furcht vor Dir. Ich wußte Dir, wie gewöhnlich, nichts zu antworten, zum Teil eben aus der Furcht, die ich vor Dir habe, zum Teil deshalb, weil zur…

von Lou Andreas-Salomé

Rom, 26/13 März 1882

Ihren Brief hab ich gewiß schon 5 Mal gelesen, aber kapiert hab ich ihn noch immer nicht. Was, in Dreiteufelsnamen, hab ich denn verkehrt gemacht? Ich dachte ja, Sie würden grade jetzt des Lobes voll über mich sein.…

von Tanja Grün

Der Himmel war so grau, dass man ihm Blau nicht mehr zutraute. Ich fror und war froh, als der Bus endlich kam. Vor mir schoben Schulränzen aneinander vorbei, stießen und drückten sich gegenseitig. Stimmen schwirrten laut im Raum. Später wurden…

von marie mehrfeld

Als ich elf Jahre alt war, machte ich zum ersten Mal die Bekanntschaft mit der tierischen Spezies „weiße Maus“. Bis dahin waren mir nur ihre grauen oder braunen Artgenossen in Feld und Wald bekannt gewesen - und die in unserer Speisekammer,…

von Kurt Steinkrauß

Was war dieser großartige Schauspieler doch für ein Kerl! So ein richtiges Mannsbild, hinter dem die Frauen her waren wie die Teufel hinter der armen Seele. Aber auch die meisten Männer waren ebenso fasziniert. Sie wollten so sein, wie der „…

von Hartmut Dotzki

Lesenswert

was is denn schon lesenswert
nur die freunde gucken und grübeln
watt könnt man dazu schreiben

wir sind in einer community
der verdammten

der eine blökt
der nächste schmökt
end so on…

von Friedrich Nietzsche

Über die klassische Philologie gibt es in unseren Tagen keine einheitliche und deutlich erkennbare öffentliche Meinung. Dies empfindet man in den Kreisen der Gebildeten überhaupt ebenso als mitten unter den Jüngern jener Wissenschaft selbst. Die…

von Heinrich von Kleist

In einem bei Jena liegenden Dorf, erzählte mir, auf einer Reise nach Frankfurt, der Gastwirt, daß sich mehrere Stunden nach der Schlacht, um die Zeit, da das Dorf schon ganz von der Armee des Prinzen von Hohenlohe verlassen und von Franzosen, die…

von ulli nass

Alle Religionen sind ihrem Wesen und Anspruch entsprechend immer auch
Theorien zu Ursprung,Erscheinungsbild und Sinn der Welt und unseres Lebens.
Die hartnäckige Existenz von Religion über lange Zeiträume belegt ,kritisch betrachtet,…

von marie mehrfeld

Spätherbst 1943. Nachtzeit auch über dem einsam gelegenen Schwarzwald Bauernhaus. Mit seinem weit vorkragenden und an den Seiten tief herunter reichenden Dach, das mit Holzschindeln bedeckt ist. Die Menschen, die Rinder und das Federvieh, auch…

von Carl Stern s.A.

Der antifaschistische Dichter und Publizist Louis Fürnberg lud mich Anfang Juni 1942 zu sich nach Jerusalem ein und führte mir das Jerusalemer Dichter-Panoptikum vor. Die unglaublichsten Käuze und Gestalten kamen da an, und jeder schien von…

von Jan Jendrejewski

Prolog: Louanne Éva

Inmitten einer weit unberührten Heide,
hoch aufragend ein mächtiges Anwesen.
Herr dieser Ländereien ist,
ein namhafter Adelsmann.
Bejahrt und krank, - zurückgezogen;
jung gestorben ist…

von * noé *

Lebenssplitter 1

Lohn

Die eine Schule war beendet, die andere begann erst sechs Monate später. In der Zwischenzeit arbeitete ich als Kindermädchen in einem Bäcker- und Konditorhaushalt.

Meine Aufgaben erschöpften sich aber…

von ulli nass

- einige Gedanken jenseits geläufiger Alltagsrethorik:
Deutschland und Europa verspielen möglicherweise gerade die Zukunft,
auch weil mühsam erkämpfte Werte immer schneller dahinsiechen.
Wir sehen dabei im Sofa sitzend zu.NSA,…

von Heinz H.-K.

Hans Schönbein war ein Mann, den man kannte. Ein kräftiger, athletischer Typ. Er hatte immer ein verschmitztes Lächeln im Gesicht, trug eine Glatze und wirkte bullig und stark.
Er wohnte ein paar hundert Meter von uns entfernt in der „…

von Heinz H.-K.

Wie ich, als ich ganz klein war, fast gestorben wäre,
oder meine wunderbare Errettung vom frühen Tod

Als ich etwa ein Jahr alt war, gingen mein Bruder Gerhard und meine Schwester Ortrun zum Spielen.
Meine Schwester und mein…

von Arthur Schopenhauer

Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich an einem kalten Wintertage recht nah zusammen, um sich durch die gegenseitige Wärme vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln, welches sie dann wieder von…

von Alfred Mertens

Am 2. Januar 1799 stieß ein unbekannter napoleonischer Soldat bei Befestigungsarbeiten von Rosette im Nildelta auf einen polierten Stein aus schwarzem Basalt, Er war so groß wie eine Tischplatte, fein gekörnt und außerordentlich hart. Außerdem…

von Alf Glocker

Nachdem der Schlieffen Plan, wie auch die Ardennen-Offensive mehr oder weniger kläglich, jedoch mit schwerwiegenden Folgen gescheitert sind, hoffen jetzt viele auf den Merkel-Plan. Diesmal muss die Eroberung Europas doch gelingen! Wie der Plan…

von Thomas Stein

Die Thomasbibel / Bibelhandschrift umfasst 1475 Seiten. Darunter auch den Thomasbrief mit 8 Kapiteln. Das 8. Kapitel stelle ich hier vor:
Thomas 8
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und gebot dem Menschen nicht zu essen vom Baum…

von Annelie Kelch

Notiz am Rande:
Sonntag, 20.09.2015; Tagesschau, um die Mittagszeit geschaut:
Papst zeigt Solidariät mit KopftuchträgerInnen - eine Interpretation -

Anlässlich seines Kubabesuchs trug Papst Franziskus vorübergehend "Kopftuch".…

von Rainer Maria Rilke

Eine Biographie

Er ist der Sohn der schönen Fürstin von Ascoli. Sein Vater war irgend ein Abenteurer, er nannte sich damals Marquis Pemba. Aber die Fürstin liebt gerade diesen Sohn. Er erinnert sie an einen Garten, an Venedig und an einen…

von Jürgen Wagner

Bäume brauchen keine Spiritualität, Tiere auch nicht. Das ganze Universum schwingt und ist in Bewegung, es tönt und es leuchtet, es entfaltet sich und zieht sich wieder zusammen - aber es ist nicht fromm. Der Mensch ist das einzige Wesen, das…

von Perdita Klimeck

Berlin, Oktober 1943-So schnell er konnte verließ er den Gloria-Filmpalast am Kurfürstendamm. Sein Magen flatterte und es kostete ihn unendliche Mühe sich nicht zu übergeben.  Noch immer verfolgten ihn die Blicke der älteren Jüdin, die ihn…

von Alf Glocker

Schwärze! Tiefe Schwärze – dann tat sich das Höllentor auf! Dröhnende Schmerzen! Zuerst in einem feurigen Traum, der geprägt war von einer Suche ... von der Suche nach Gudrun? Nein, wenigstens nicht hauptsächlich:
Zoarn irrte durch ein…

von Alfred Mertens

Andrea Sarti schmuggelt die verbotene Schrift Galileo Galileis außer Landes.
Er wird nur schnell kontrolliert und schafft es tatsächlich, unentdeckt zu passieren.
Das Kapitel und somit auch das Buch, endet mit einem kleinen Dialog…

Seiten

Wie in jeder anderen literarischen Gattung sollte sich ein Autor mit der Intention einen historischen Roman (bzw. einen historisierend sonstigen Text) zu schreiben, genau über Zeit, Umfeld, Kultur und sozialpolitische Zusammenhänge im Klaren sein - mit dem ganz wichtigen Unterschied zu sonstiger Fiktion, dass ein Plot im historischen Bereich tatsächlich fundierte Fakten beinhalten muss, um plausibel zu bleiben. Hier wird die so genannte künstlerische Freiheit einer gewissen Zerreißprobe unterworfen, denn ein belegtes, geschichtliches Ereignis muss als solches berücksichtigt werden – ganz im Gegensatz zu Fantasy und sonstigen ‚freien Formen‘ der epischen Erzählkunst.

Zusammenhänge sozialpolitischer Natur, wissenschaftliche Errungenschaften, kulturelle Ereignisse … all dies sollte möglichst nahe am überlieferten Zeitgeschehen anlehnen. Daher haben historische ‚Erzählwerke‘ immer die Aufgabe, bewiesene Erkenntnisse über vergangene Zeiten in einen Kontext fiktionaler Literatur einzubauen, so dass auch ein vorgebildeter, versierter Leser sich nicht an Ungereimtheiten und Widersprüchlichkeiten stört.