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Bild von Prosa Kugeln mit Kurzgeschichten

Der Begriff der 'Kurzgeschichte' (im Englischen 'Short Story') und im erweiterten Diminutiv 'Kurzprosa', birgt für den Konsumenten, der nur aus 'Spaß an der Freud´' liest, einige Schwierigkeiten. Romane sind lang, Erzählungen sind kürzer … Shortstories und Kurzprosa also noch kürzer?

Sie finden hier eine große Auswahl von Kurzsgeschichten zu allen Themen.

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Beitrag 1 - 35 von insgesamt 1947 Texten in dieser Kategorie
von Monika Jarju

WER SPRICHT MICH IM SCHLAF?

Im Traum
sprechen die halben Sätze
den ganzen Sinn,
zerlegen die rohen Wörter,
wenden den Inhalt,
verschieben das Gefüge
der Nacht.

*

Weiße Seidenbänder,

von Sigrid Hartmann

Stille erfüllt den Raum. Das gleichmäßige Ticken der Wanduhr schafft es nicht, sie zu durchbrechen. Es ist ein Teil dieser Stille. Ab und zu gleitet das Geräusch eines vorbeifahrenden Autos hindurch. Dann ist da wieder nur das Ticken, tick, tack…

von Ella Sander

Als ich erwachte, fühlte ich keine Schmerzen mehr, obwohl mein Körper, bei näherem Betrachten, auseinandergenommen und verstreut am Boden lag.
Die Beine lagen parallel nebeneinander und zeigten gen Westen. Die Füße lagen obendrauf und…

von Monika Jarju

Die zwei Frauen, die wuchernde Büsche und stille Bänke umrunden, stehen plötzlich vor mir. „Was lesen Sie?“, fragt die Jüngere, mich ausgiebig musternd. „Gedichte.“ – „Eva Strittmatter?“ Und ohne meine Antwort abzuwarten, zitiert sie eine…

von marie mehrfeld

Freitags um neunzehn Uhr dreißig, endlich Feierabend. Draußen Regen, was sonst. Petra, total erschossen, verlässt mit hängenden Armen das Kaufhaus, die Rolltreppe rattert noch lange im Kopf weiter. Jetzt raff dich, gib der Müdigkeit nicht nach…

von Annelie Kelch

Ich erinnere mich noch genau an jenen Tag, an dem ich meine erste Lüge aussprach. Es geschah an einem kalten Wintermorgen, kurz vor Weihnachten. Der Schnee auf den Wiesen vor der Elbe lag mindestens einen halben Meter hoch: eine eisige weiße…

von marie mehrfeld

Jetzt bleib ich einfach hocken auf der Gartenbank und atme die unerwarteten Schneeflocken ein, die auf meinen geschlossenen Lidern schmelzen und sich mit ein, zwei nicht erklärbaren Tränen mischen, lasse die Gedanken laufen, in Wartestellung bin…

von Denis Waßmann

Ich hasse alte Fotografien. Das Bild, welches mir beim Ausräumen der Schränke in die Hände gefallen war, ist furchtbar. Als ich es das erste Mal betrachte, habe ich das Gefühl, einen ungeheuerlichen Betrug aufzudecken. Es ist nicht größer als die…

von Monika Jarju

BAHNHOF
Ich stehe auf einem Bahnsteig, als plötzlich hinter mir ein Schnellzug
vorbeirast. Ein donnerndes Geräusch, der Bahnsteig bebt. Die
Erschütterung löst etwas in mir. Schnell drehe ich mich um.
Berlin-Warszawa-…

von marie mehrfeld

Inmitten ihrer Hinterlassenschaft steht er und betrachtet mit melancholischer Andacht das ungeordnete Innenleben ihrer barocken Vitrine, diese einst nicht zu berührenden heiligen Schätze hinter stets verschlossener Glastüre, die Daguerreotypie…

von Ingeborg Henrichs

Frau Sommer will im Winter einen Jagdhund kaufen.
Sie weiß nicht viel über Hunde, aber verfügt über
besondere Erfahrungen mit einem Windhund,
der sich verflüchtigte.
Sie freut sich auf das kommende Frühjahr,
mit…

von Annelie Kelch

Berlin, Millionenstadt, schickte uns einen Engel in der Not und in unsere abgrundtiefe Müdigkeit: Edith Jankowski! Wir durften im weiträumigen Obergeschoss ihres riesigen Hauses, darin sie allein lebte, unsere Koffer auspacken und uns wohlfühlen…

von Annelie Kelch

Mein Gott, war das damals ein heißer Spätsommer … und so verdammt aufregend; ich ahnte zwar, dass irgendetwas geschehen würde, kein Wunderrrrr, wie die Leander es in den letzten Kriegsjahren noch heraufbeschwören wollte (die Schlacht verloren zu…

von Susanna Ka

„...im ganzen Land besteht die Gefahr von Orkanböen.
Sie hörten den Wetterbericht von Radio Niedersachsen. Es ist Sonntag, der 13. Januar 2019, viertel nach acht.“

Ich schalte das Radio aus und widme mich wieder meinem Strickzeug.…

von Monika Laakes

Vielleicht ist doch noch etwas von dir hier. Gewiss, die Erinnerung an eine kleine große Frau. Das letzte Treffen dort, am Eckcafe, mit Blick auf das Wasser, und immer die Hunde dabei, unsere Kameraden, dir und mir unendlich ans Herz gewachsen.…

von Monika Jarju

Ich wohne im 4. Stockwerk, doch der Mann im Lift drückt auf
die Acht. Der Fahrstuhl fährt hoch, verwandelt sich in einen
Bus und fährt auf der Straße weiter. Ich will aussteigen, doch
eine korpulente Frau drängt mich zurück. An…

von Susanna Ka

Beim Doc gab es die monatliche Aufbauspritze. Normalerweise fahre ich nach diesen Arztterminen mit der Taxe nach Hause, aber heute – heute habe ich eine Verabredung. Heute will ich mit meinem Liebsten Kaffeetrinken gehen, seine Hand halten und…

von Ingeborg Henrichs

Zu grün ist dieser Rasen für den Monat November.
Verwunderte und staunende, aber auch
kopfschüttelnde Reaktionen von Passanten.
Das passe doch nicht ins übliche Jahreszeiten Bild
und überhaupt, wie könne sowas sein?

von Monika Jarju

In der Strandbar ein Maifeuer, Leute in Liegestühlen lauschen dem Liedsänger.
„Du gehst durch die Nacht, um mal zu schauen, ob einer von den drei Millionen
in deiner Stadt dich versteht." Und du gehst durch den Abend, die Luft ist…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Ich liege in meinem Dasein auf dem Sofa,
schaue durch das geöffnete Fenster auf den blassblauen Horizont.
Vereinzelt ziehen Schleierwolken über den kraftlosen Azur.
Sonnige Herbsttage in meinem Herbst, wollen mich noch einmal…

von Monika Jarju

Andere kamen hinzu, vergrößerten die Runde, ihn aber spürte ich Kommen
an seinem ruhigen steten Gang, seinem stillen sich Dazugesellen, erkannte ich ihn –
und erschrak inmitten von Geplauder, Gelächter und ausschweifenden Gesten.…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Wie ergeht es Dir, wenn Du Lyrik liest?

Lyrik, klassisch verfasst, lässt den Wunsch nach Geborgenheit aufkommen, führt mich zu den Klassikern, Erinnerungen an unbeschwerte Kindheitsstunden, intakter Natur und blühende Wiesen.

von Annelie Kelch

Es war nach wie vor Sommer, ein sehr milder Spätsommer, und doch befanden wir uns bereits im Herbst, genauer gesagt, im „Deutschen Herbst“, als wir nach Ostberlin aufbrachen. „Deutscher Herbst“ deshalb, weil jene Zeit geprägt war von den…

von marie mehrfeld

Vom Fenster aus sah sie ihn, wie er die Straße querte in seinem immer noch leicht verschliffenen Schritt, nur ging er krummer und der Kopf war unbehaart, die Luft hielt sie an, kreuzte die Finger hinter dem Rücken und verhängte den Spiegel, das…

von marie mehrfeld

Im großen Weltkrieg kannten sie sich aus mit heulenden Sirenen mitten in der Nacht. Dann rannten sie mit Rucksäckchen auf dem Rücken um ihr Leben, während die ersten Bomben fielen. Die kleine Schwester an der Hand. Sie hockten furchtsam und doch…

von marie mehrfeld

War es so? Gebar Maria ihren Sohn vor 2000 Jahren in einem Stall? Legte die junge Mutter ihr Kind in eine Futterkrippe? Lagen da unter dem Himmelszelt hütende Hirten auf dem Feld? Sprach ein Engel im Sternenlicht zu ihnen, fürchtet euch nicht…

von Susanna Ka

„Bis morgen“
Raunt der Paketmann in einem Werbespot, mit dessen Inhalt er eigentlich gar nichts zu tun hat.
„Bis morgen“
Er übergibt einer Schönen ein Paket und rote Herzchen flattern über dem Bildschirm. Die sanfte…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Einst lag der See der Hoffnung in jenem Tal. In seiner Mitte wuchs der Lebensbaum von
Elfen beschützt. Seine Wurzeln reichten tief ins Wasser, bewacht von einem Fisch. Ein garstiger Frosch
versuchte, sich an ihnen zu vergehen.

von Sigrid Hartmann

Weint nicht um mich. Ihr seid Kinder, die mit dem spielen, was sie finden. Alles, was ihr für euer Spiel nutzt, ist ein Teil von mir, Luft, Wasser, Feuer und alles das, was mich zu dem macht, was ich bin.
Ihr verbindet es und erkennt nicht…

von Monika Jarju

Wohin verführen uns die Straßen der Welt? Mitten durch
unsere Sehnsüchte, unser Verlangen nach Leben, Lieben,
Lebendigkeit. Von Sehnsucht zu Verlangen, von Illusion zu
Traum erfinden wir uns neu auf den Straßen. Nur wer sich…

von Monika Jarju

In einem Hamburger Kino sehen wir einen Film
über zwei Kinder, die hundert Meter unter der Erde
im Metro-Schacht leben. Die Schulleitung verbietet
ihnen den Wohnort. Vorzeitig verlassen wir den Film
und schleichen uns…

von Monika Jarju

Für Herrn H. suchte ich ein besonderes Geschenk zum Geburtstag aus,
etwas für Eingeweihte, einen Regenmacher. Ich hatte schon den Bogen
heraus und schüttelte stolz das Bambusrohr. Täuschend echt simulierte
es den sanften Klang…

von Willi Grigor

Fragen an Menschen und Unmenschen

Wer ist ein Mensch?
Wer ist ein Unmensch?
Wer ist unmenschlich?

Ist ein Unmensch ein Mensch, der unmenschliche Taten begeht?
Was sind unmenschliche Taten?
Begeht ein Mensch,…

von Monika Jarju

Mein Blick fiel durch das offene Fenster, zum Glück war ich nicht zu müde und die Straßenbeleuchtung war hell genug, als ich bemerkte, wie plötzlich aus der scheinbaren Leere der Straße und Dunkelheit der Nacht ein Fuchs auf der Fahrbahn trottete…

von Ingeborg Henrichs

" Ja, weißt du, Sophie, was soll ich dazu sagen?" Die mittlerweile hochbetagte Nachbarin, ich kenne sie seit meiner Kindheit, blickt mich fest an. " Auch nach über siebzig Jahren ist es so, die Heimat ist die Heimat. Wir mussten damals fliehen,…

Seiten

Ginge es einzig um die Länge (den Umfang) eines literarischen Werkes, könnte man - auch im Falle der Kurzgeschichten - vielleicht eine am physikalischen oder geometrischen Prinzip angelehnte literarische Maßeinheit anwenden. T1 (Text mit maximal 1 Zeile), T10, T5000, T2.000.000 … usw.

Da dies niemand wirklich möchte, verschwimmen die Bezeichnungen im Prosabereich viel mehr als im lyrischen oder (fürs Theater gedachten= dramaturgischen) Bezug.
Der Wert eines Kurztextes bleibt dabei unberührt: Anekdoten, Aphorismen, Sketche, Skizzen, Kurzgeschichten, Kurzprosa … die Möglichkeiten sind mannigfaltig.