Kurzgeschichten & Kurzprosa ✓ short storys - Komprimierung von Inhalten

Bild von Prosa Kugeln mit Kurzgeschichten

Der Begriff der 'Kurzgeschichte' (im Englischen 'Short Story') und im erweiterten Diminutiv 'Kurzprosa', birgt für den Konsumenten, der nur aus 'Spaß an der Freud´' liest, einige Schwierigkeiten. Romane sind lang, Erzählungen sind kürzer … Shortstories und Kurzprosa also noch kürzer?

Sie finden hier eine große Auswahl von Kurzsgeschichten zu allen Themen.

empfohlene Kurzgeschichten
von Tilly Boesche-Zacharow
von Conrad Cortin
von Ingeborg Schneidereit
neue Kurzgeschichten
von Bernd H. Schulz
von Monika Jarju
die schönsten Kurzgeschichten
von Monika Jarju
von Sigrid Hartmann
von Ella Sander
Beitrag 36 - 70 von insgesamt 1864 Texten in dieser Kategorie
von Annelie Kelch

Wenn unsere Feinde wüssten, wie viel wir ihnen zu verdanken haben, würden sie uns womöglich lieben. – Das überlebe, wer kann.

Gesünder jedenfalls sind kreuzehrliche Freunde, die mit ihrer Meinung über uns weder hinter dem Berg halten noch…

von marie mehrfeld

Die Dächer schimmern silbern; Dauerregen. Vor dem eingestaubten gesammelten Fontane im letzten Bord betet noch immer der goldene Engel vom Weihnachtsmarkt, daneben das gleichgültige Schielen der mexikanischen Puppen aus Pappmaschee. Kater Max…

von Annelie Kelch

Manchmal stelle ich mich vor die große Glasscheibe des Balzac Coffees im Hauptbahnhof und starre auf die Öffnung, die zu den Gleisen führt.
Dann springt mich die Sehnsucht an wie ein Sandwich, das mit Karacho aus einem Toaster schnellt, und…

von Monika Laakes

Mein Hund. Verschwunden im ausgedehnten Weizenfeld. Nur ab und zu ragt die Rute weit hinten als etwas Gelbes, Bewegliches heraus. Dann ein eleganter Sprung. Und weiter die Hatz, zitternde Halme, hier und da unverhofft das Auftauchen der…

von Willi Grigor

Ganz am Anfang meiner Zeit war auch ich vollkommen neutral. Das änderte sich mit der Zeit. Die Zeit kümmert sich um solche Dinge.
Sie kümmert sich um alles. Wir meinen oft, dass wir oder unsere "Vorgesetzten" unsere Entscheidungen treffen.…

von Ingeborg Henrichs

"Nicht einmal meinen Hund
würde ich den Deutschen anvertrauen,"
diese Aussage des Group Captain galt es zu widerlegen.
Und eine meinte, Versöhnung und Fortschritt
beginnen durch Schritte eines jeden Einzelnen.

von Ingeborg Henrichs

Tante Hildes Schirm steht seit Jahren, beinah wie fest verwurzelt, an seinem Platz im alten Messingschirmständer. Ein durchaus alltagstauglicher Schirm, feines aber festes Material, die Farben in orange und gold dezent glänzend. Solide…

von Monika Jarju

Ich lief und lief vorbei an gläsernen Kuben, in einem Meer aus Stein,
und São Paulo lief mit. Licht zersplitterte an Fassaden, Häuserfronten
aus gefrorenen Wellen umgaben mich, ich irrte in einer wilden Geometrie.
Von Ferne…

von Susanna Ka

Malte überreicht mir stolz einen Engel aus Ton. Getöpfert in der Schule, rau und unglasiert, noch nicht geschliffen vom Leben. Der irdene Himmelsbote steht fest auf dem Saum seines Gewandes. Die schmalen Flügel hat er angeklappt wie ein Käfer,…

von Annelie Kelch

„Benny, du hast deinen Tannenzweig vergessen“, rief seine Mutter ihm nach.
Benjamin, der schon den Bürgersteig entlangmarschiert war, wandte sich um: Seine Mutter stand vor der Haustür und winkte mit dem waldgrünen kleinen Tannenzweig, den…

von Michael Dahm

Etwa eine Woche vor dem Heiligen Abend war er plötzlich da, ganz selbstverständlich, als wäre ihm alles in Fleisch und Blut übergegangen, klappte er seinen Angelstuhl auseinander, holte eine alte aufgeschnittene Bierbüchse aus dem speckigen…

von Kurt Tucholsky

Es war einmal ein Kaiser, der über ein unermeßlich großes, reiches und schönes Land herrschte. Und er besaß wie jeder andere Kaiser auch eine Schatzkammer, in der inmitten all der glänzenden und glitzernden Juwelen auch eine Flöte lag. Das war…

von Susanna Ka

Siehst du den Vollmond, liebste Schwester,
siehst du sein blaues Licht?
Siehst du, wie es durch die kahlen Äste wandert,
sich im nassen Asphalt bricht?

Erinnerst du dich an die Zeit, als wir noch Kinder waren? An unseren…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez

Vor Tausenden von Jahren lebte ein Weiser, der Himmel gab ihm ein reines Gemüt und dieser sah, was auf Erden geschah und was die Zukunft versiegelte. So waren es derer auch nicht wenige, welche voller Neid und Missgunst waren. Sie ertrugen es…

von Michael Dahm

Es war Heiligabend, so wie viele Heilige Abende davor, die ich allein verbrachte. Mein drei viertel leerer Freund Johnny Walker lächelte mich süffisant an, als wolle er sagen: Komm, lass uns besinnlich sein, alle Jahre wieder.
Zum Dank und…

von Monika Jarju

Regen plätschert zwischen den Fenstern, grünbleich meine Sicht,
Wind schlägt geräuschlos die Buche. Beruhigung zieht in den erhitzten
Sommertag. Vormittag verwandelt die stille Straße in ein geschäftiges
Fließband, auf dem die…

von Willi Grigor

Ohne das Gehirn läuft wohl nicht viel im menschlichen Körper. Es ist irgendwie überall mit dabei. Aber ist das auch immer gut?
"Das Gehirn ist das Organ, das uns zum Menschen macht, uns unsere Identität gibt. Es ist somit unser wichtigstes…

von Karin Steuck

So treu und geduldig, fast weise.
Wartest, schaust dich zu mir um. Als wären wir schon immer zusammen.
Eine Stille umgibt dich.
So weiß deine Pfoten und dein Gesicht. Und dann plötzlich Gold und erdiges Braun.
Was soll…

von marie mehrfeld

Sonniger später Märznachmittag auf dem großen Friedhof, der geschichtsträchtigsten und geheimnisvollsten Region meiner Stadt. Wieder einmal bin ich unterwegs in dieser grünen Oase mit ihrem vielfältigen alten Baumbestand und fülle meinen…

von Monika Jarju

Die Häuser sind alt, beinahe schwarz, von ihnen geht eine Dunkelheit aus, die alles Licht verschluckt. Der raue Verputz bröckelt, hellere Schichten treten darunter hervor wie Geschichten aus einer früheren Zeit. Im Gemüsegeschäft brennt ein…

von Willi Grigor

Ein ehemaliger Schulfreund von der Realschule Wersten für Jungen in Düsseldorf, Hans-Hellmut Esser, rief mich vor gar nicht so langer Zeit an.
Ich war sehr überrascht. Wir sind nach der Schule verschiedene Wege gegangen und unser Kontakt…

von Eva Klingler

Zum dritten Mal beginnt sie zu erzählen.
Bruchstücke.

Eigentlich habe ich keine Zeit. ( Was für ein Satz )

Der Laden ist voll, verlangt nach (un)persönlicher Perfektion.
Kunden - Kassa - Ware - Staub.
Letzteres…

von Sigrid Hartmann

Hoch über der Erde, dort, wo es besonders kalt ist, verborgen in dicken Wolken, liegt ein Land ganz aus Eis. Nur selten wagt sich ein Sonnenstrahl hierher. Dann schimmert das eisblaue Schloss, das in der Mitte des Landes liegt, zart in den Farben…

von Magnus Gosdek

Gegen Mittag wurde es so heiß, dass es unter dem Dach der Laube kaum noch auszuhalten war. Denn setzte sich Karl nach hinten in die Schaukel, welche vom angrenzenden Wald bereits beschattet wurde. Hier war es kühler, doch ebenso still wie vorn im…

von marie mehrfeld

Die Tiere des Waldes haben es gut in ihren Höhlen und die Vögel haben Nester und den Regen, sie brauchen den Strom nicht, denkst du. Und wer etwas hat, das betäuben kann, wird schlafen. Du aber bleibst hellwach, deine Gedanken kreiseln, du passt…

von Monika Jarju

Herrenlose Hunde spazieren vorbei. Vor mir ein kleiner struppiger
Hund, an seiner Leine eine Frau. Geduldig wartet er neben ihr. Der
Hund ist besonders ausstaffiert, er trägt eine rote filzige Weste,
der kleine Kragen ist…

von Luise Maus

Das Fenster ist geöffnet
weit ins Dunkel der Nacht
und ungeduldig wart' ich
dass die Morgenröte erwacht.

Da ist sie! scheu schaut sie
vom Horizont zu mir und ich
spüre, auch Röte steigt auf in mir.

Noch…

von Monika Jarju

Im Zug stehe ich die ganze Fahrt über eng gedrängt. Gelände, Bäume, Sträucher, Schienen und Bahnsteige, Köpfe und Jacken gehen ineinander über, bis die Türen wieder aufgehen, Leute aussteigen, andere hineindrängen, der Zug anfährt. Sonne blitzt…

von Monika Jarju

In meiner alten Registrierkasse finde ich Bargeld, außerdem ein paar Münzen im Kellner-Portemonnaie, summa summarum 2000 Mark. Vorsichtshalber schlage ich im Gesetzbuch nach: Unschuldig ist, wer Geld entnimmt und die Kasse im Fluss versenkt. Also…

von Lena Kelm

Früh am Morgen ertönte Tschaikowskis Sterbender Schwan vom
Mobiltelefon. Verschlafen blickte Viktoria auf die unbekannte Nummer
und nahm ab. „Good morning!“, grüßte sie herrisch eine Baritonstimme,
die ihr bekannt vorkam. „…

von Monika Jarju

Verlassen liegt die Straße da, eine leere Straßenbahn fährt an mir vorüber,
dann ein Nachtbus ohne Fahrgäste. Tische und Stühle in Vorgärten, offen stehende
Fenster, in der Tiefe der Räume Bettzeug, sorglos schlafende Bewohner. Angler…

von Monika Jarju

Der Geruch von Seeluft und Fischen vermischt mit nassem Sand und Gras sitzt mir beim Gehen im Nacken, während ich mich der Uferpromenade nähere. Geblendet von der Sonne über dem Waldrand am gegenüberliegendem Ufer, der sich auf der Oberfläche des…

von Lena Kelm

„Toi, toi, toi, wird schon schief gehen!“, versuche ich Sabine zu beruhigen. Sie scheint weniger aufgeregt zu sein als ich. Sie nimmt an einer Maßnahme für langzeitarbeitslose alleinerziehende Mütter teil, ihr Ziel: eine Praktikumsstelle in einem…

von Ralf Risse

Sie schenkt mir ein Lächeln. Immer noch kann sie geben, diese junge Frau.
Ihr letztes Kind hielt sie bis vor fünf Tagen in den Armen, und das einzige Kamel der Familie ist nun gestern auch gestorben.
Ihr Mann, sagt sie, seit Wochen im…

von Sascha Grosser

Tick, tack, tick, tack,.... schlägt der Sekundenzeiger diese monotone Melodie in die paradoxe Stille des Hier und Jetzt, begleitet, vom Rattern der Uhrwerksketten und dem säuselnden Summen der Unruh. Ab und zu ein leises Quietschen der sich…

Seiten

Ginge es einzig um die Länge (den Umfang) eines literarischen Werkes, könnte man - auch im Falle der Kurzgeschichten - vielleicht eine am physikalischen oder geometrischen Prinzip angelehnte literarische Maßeinheit anwenden. T1 (Text mit maximal 1 Zeile), T10, T5000, T2.000.000 … usw.

Da dies niemand wirklich möchte, verschwimmen die Bezeichnungen im Prosabereich viel mehr als im lyrischen oder (fürs Theater gedachten= dramaturgischen) Bezug.
Der Wert eines Kurztextes bleibt dabei unberührt: Anekdoten, Aphorismen, Sketche, Skizzen, Kurzgeschichten, Kurzprosa … die Möglichkeiten sind mannigfaltig.