Parabel ✓ dem Gleichnis verwandte Form von Literatur

bekannte Parabel Bücher

Die Parabel wirft Fragen über die Moral und ethische Grundsätze auf, die durch Übertragung in einen anderen Vorstellungsbereich begreifbar werden.

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Beitrag 36 - 56 von insgesamt 56 Texten in dieser Kategorie
von Alfred Krieger

Fast hätte man es übersehen können, das bescheidene Häuschen am Waldesrande, auf einer kleinen Anhöhe gelegen, nur aus dem Erdgeschoss bestehend, einfach aber gepflegt, Ruhe und eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlend, von einem mehrarmigen,…

Als
von Christof Bauersch

Als er versuchte das Unmögliche zu mögen
und sich das Wahrhaftige versagte.
Er, anstatt zu sehen, was da war, den Wahnsinn kultivierte, um sich selbst in dem Moment der Ernüchterung noch zu betäuben, mit Gedanken, die ihn im Kreise…

Hörbuch:
Text und Klang Christof Bauersch
von Susanna Ka

Annas Herz schlug schmerzhaft gegen ihren oberen Rippenbogen. Zitternd saß Sie auf dem Bett. Das schweißdurchdrängte Nachthemd klebte an ihrem Körper.
Etwas hatte sie aus dem Schlaf gerissen. Ein Geräusch.
Es war in ihre Träume…

von Alfred Krieger

Zu Beginn der Zeiten, genauer gesagt, etwas danach, hatte man einem guten Geiste die Aufgabe übertragen, alle Eigenschaften, Gaben und Begabungen aus den Regalen zu befreien, um sie der Welt, der sichtbaren wie der unsichtbaren, zuzuordnen.…

von Alfred Krieger

Ob es uns gibt, Sie, der Sie diese Zeilen lesen, oder mich, der ich Ihnen das Folgende zumute, ob wir existieren, das ist im Wesentlichen egal. Wir beide sind für die Menschheit nicht so notwendig, dass es uns unbedingt geben müsste – liefe doch…

von Alfred Mertens

Andrea Sarti schmuggelt die verbotene Schrift Galileo Galileis außer Landes.
Er wird nur schnell kontrolliert und schafft es tatsächlich, unentdeckt zu passieren.
Das Kapitel und somit auch das Buch, endet mit einem kleinen Dialog…

von Alfred Krieger

Meister A. begegnet Anfang Januar einem Bekannten, welcher ihm sofort „ein gutes neues Jahr“ wünscht. Meister A. erwidert mit gespielt ernster Miene: „Dir wünsche ich kein gutes neues Jahr.“
„Ja … aber … warum denn ...“, stottert der…

von Adak Pirmos

Einst war sie wunderschön voller Kraft und Leben sie war so voller Liebe voller Zuversicht und Hoffnung ihre roten Wangen strahlten Ihr Haar fiel bestechend leicht über die starke Schulter. Es war so viel passiert seit dem, sie hatte mit der Zeit…

von Alfred Krieger

Ein Freund begrüßt Meister A. auf der Straße: „Schön, dich zu sehen. Da kann ich dir zum neuen Jahr gleich alles nur erdenklich Gute wünschen!“
Meister A. bedankt sich im üblichen Sinne. „Allerdings“, so schränkt er ein, „habe ich mir…

von Susanna Ka

Der Ort lag in Sichtweite.

Das war heute Morgen allerdings auch schon so gewesen, als er das Auto auf dem mit Schlaglöchern durchsetzten Parkplatz abgestellt hatte. Mit raumgreifenden Schritten war er losgegangen. Die Wanderkarte hatte er…

von Jan Halbig

Ruhe. Viel mehr könnte er nicht ertragen. Komisch, Stille konnte er nur selten aushalten und meist nicht besonders lange. Aber Ruhe, ja Ruhe, aber war ein muss.
Keine nervigen Aufgaben, auch wenn anstehende und angestandene Pflichten…

von Martin Big

Eine bekannte Weisheit sagt „Mit kopflastigem Denken schrumpft Leben zur Rechenaufgabe.“
Doch wir können der Tatsache nicht ausweichen, dass jede einzelne Handlung, die wir tun, ihre Auswirkung auf das Ganze hat.
Manchmal klammern wir…

von Alexander Paukner

Die Sonne erhellt als höchstes Lichter funkelnd Sein. Ein Wein geklart, im Blick gesehnt. Im Kleide fein, geschmiegt und rein. So zart umweht, das dunkle geht. Im kleinsten berührt, ins feinste gespührt. Wie wurde getischt, noch ehemals gesinnt.…

von Heinz Helm-Karrock

Vor Zeiten, noch in der Dunkelheit, fror die Welt und war still.
Die Welt war leer.
Es gab nur die Leere.
Da öffneten sich in einer sehr großen Erschütterung die Pforte des Lichts und die Pforte des Wedels. Die Erschütterung war…

von Alexander Paukner

Momente sind mehr, sie bleiben das innere Meer. Versinken aus Blicken und decken die Tische. Sie füllen das Glück sind alles aus geben, ein Herz, ein Leben. Ein Lebens Weges Anfang allem gleich, gewogen hat es die kleinste Feder weich. Sie tropft…

von Bernhard W. Rahe

Wenn zur vollen Stunde die schwere Tür krachend und kreischend geöffnet wird, werde ich teilnahmslos – aber doch auf der Hut, den Fraß entgegen nehmen. Aber nur, wenn ich stark bin und ich meine Erinnerungen ausgeblendet haben werde. Es wird kein…

von Hartmut Müller

Fünf Geschichten vom Tod

Tut nicht dies oder das, euer Leben zu verlängern,
es wird euch nichts nützen, sondern seid dankbar
für jeden Tag, den Gott euch schenkt.
nach Matth.6, 24-24

Das Gleichnis vom reichen…

von Klaus Mattes

Der Hund ist eine von den Kreaturen, die müssen nur da sein, man hat sie schon gern. Es unterscheidet ihn vom Menschen. Denn der Mensch muss für andere Menschen etwas leisten oder ihnen etwas geben, sonst liebt man ihn nicht. Es lieben allerdings…

von Martin Big

Möchte nicht Verletzen muss mir die Gefühle von der Seele fetzen.

Was bin ich doch für ein seltsamer Mensch, Worte bedeuten was ich sage, steh zu ihnen ohne alles zu hinterfragen.

Was bin ich doch für ein seltsamer Mann, Liebe heißt…

von Alexander Paukner

Ein Wort fällt nicht weit vom Stamm, es weicht sich wenn man sich versteht. Klingt wenn man es blättert sehr still, fast sich und liegt. Liest sich noch mehr und gibt. Den Wurzeln eines fernen Tags, da bliebe es ein Wind auf dem Meer. Es sehnt…

von Klaus Mattes

„Au weia!“, sprach der eisgrau und sehr lahm gewordene Hund in seinem fünfzehnten Jahre, da des Abends mählich ein Hauch wie aus der Grube ihn umschlich, bisweilen.

„Die Treu gehalten meinem Herrn, der mir seinerseits die Treu nimmer hielt…

Seiten

PARABEL - Die Parabel - eine zweifelhafte Offenbarung?

"Parabola, das Lehrgedicht / erzählet eine kurz Geschichte / welche ihre Deutung hat / und auch geschehen könnte. Die Fabel aber erzählt vielmals / was nicht geschehen kann und macht nicht nur die Tiere / sondern auch die Steine reden. Die lassen wir den alten Weibern / jene aber den verständigeren Leuten."
 
So definiert der Barockdichter Georg Philipp Harsdörffer die kleine Kunstform, an der sich immer wieder große Autoren versucht haben. Der Poetiklehrer Gottsched beschreibt die Parabel ganz nüchtern so: "... eine unter gewissen Umständen mögliche, aber nicht wirklich vorgefallene Begebenheit, darunter eine moralische Wahrheit verborgen liegt."
 
Nun, wem da nicht die Lust zum Lesen vergeht! Da halten wir uns doch lieber an Johann Gottfried Herder: "... sie ist ein erhabenes, aber dunkles Bild, ein Götterspruch, den ein rätselhafter Parallelismus gleichsam nur von ferne hertönet ..." Das klingt ein bisschen rätselhaft ... Versuchen wir es mit einer Erklärung aus dem 20. Jahrhundert! Sie stammt von Andre Jolles: " Die Parabel stellt zwar die
Frage, aber sie gibt keine Antwort. Sie legt uns die Pflicht der Entscheidung auf, aber die Entscheidung selbst enthält sie nicht." Das ist doch eine echte Hilfe, oder nicht?
 
Die Parabel gehört wie die Fabel zu den Ausprägungen bildlicher Erzählrede (vgl. Sprichwort, Gleichnis, Allegorie). Auch die Parabel verfolgt den Zweck, eine im Bild veranschaulichte Erkenntnis (Bildebene) mit Hilfe eines Analogieschlusses auf die Erkenntnis selbst zu übertragen (Sinnebene). Insofern besteht zwischen Fabel und Parabel eine so weitgehende Übereinstimmung, dass eine prinzipielle Trennung gar nicht möglich ist. Ein Unterschied besteht darin, dass die Fabel in erster Linie im Bereich von Tieren, Pflanzen, Dingen spielt. Sie muss deshalb anthropom orphisieren und die Züge ihrer Figuren "künstlich" stilisieren, während die Parabelhandlung Beispiel und Bild vorwiegend zwischenmenschlichen Verhältnissen entnimmt. Die Fabel verlagert den Problembereich nach "außen". Sie ist schematischer im Aufbau und in der Wahl des Kodes und ist deshalb auch in der Deutung die einfachere Form. Die Parabel ist demgegenüber flexibler. Die Beziehungen zwischen Bild- und Sinnebene sind differenzierter und offener. Für den Leser ergeben sich oft verschiedene Dechiffrierungsmöglichkeiten. Denn während die Fabel als Ganzes Zug um Zug übertragen werden kann, gilt dies für die Parabel nur punktuell. Die Kunst der indirekten Belehrung führt hier über eine relativ selbständige Erzählung, die ohne Erklärung, ohne ausdrücklichen Bezug, vieldeutig bleibt. Die Vielschichtigkeit des gemeinten Sinns gilt besonders für die moderne Parabel. So führen Kafkas parabolische Erzählungen jedes Mal in Bereiche, die durch überkommene Wahrheiten kaum erschlossen sind. Der Leser wird in seinem Selbst- und Weltverständnis nachhaltig verunsichert. Auch in Brechts Parabeln wird keine positive "Lehre" vermittelt, sondern es wird auf dem Weg über das Beispiel den geläufigen Denkweisen gegenüber 4 zum Widerspruch aufgefordert. Der Leser soll lernen, eine kritische Haltung einzunehmen, darauf kann dann die von Brecht intend ierte revolutionäre Aktivierung aufbauen.
 
(aus: Literaturunterricht im 9. Schuljahr, Lehrerband zum Lesebuch C9; Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1972; Quelle: http://www.deutsch-ethik-geschichte.de)