Parabel ✓ dem Gleichnis verwandte Form von Literatur

bekannte Parabel Bücher

Die Parabel wirft Fragen über die Moral und ethische Grundsätze auf, die durch Übertragung in einen anderen Vorstellungsbereich begreifbar werden.

empfohlene Parabeln
von Franz Kafka
von Franz Kafka
von Franz Kafka
die schönsten Parabeln
von Franz Kafka
von Alfred Krieger
von Susanna Ka
Beitrag 36 - 70 von insgesamt 77 Texten in dieser Kategorie
von Alfred Krieger

Meister A. hat einen Freund eingeladen. Sie unterhalten sich gut über alte Zeiten und das gemeinsam Erlebte. „Wenn ich so zurückdenke“, meint Meister A., „bin ich schon oft recht unzufrieden, gelegentlich richtiggehend bedrückt. Zwar versuchte…

von Heiner Brückner

Die Immohaie und Steuerreeder hätten alles Unbewegliche geschluckt, sie seien die Verursacher. Keine Frage, darin waren sich alle einig – zumindest hinterher. Nun sollte die Allgemeinheit ausbaden, nur nicht die Haie und die Steuermänner, die…

von Heinz Helm-Karrock

Ich war in die Dornen gefallen
Und sah wieder Licht

Ich war in den Sümpfen, watend,
Und fand wieder festen Boden

Ich war in der Finsternis gefangen
Und hörte deine Stimme

Ich war ruhelos, ohne Hoffnung…

von Susanna Ka

„Wir sind das Volk!“
„Wir sind das Volk!“
Ja, ja, ich weiß. Ihr schreit ja laut genug. Ihr tragt sogar Schilder vor euch her, auf denen ihr es nachlesen könnt.
Nein, ihr seid nicht DAS Volk, ihr seid nur EIN Volk, eines von…

von Peter K.

Sehr lange arbeitete ich in einem Forschungsprojekt an der Lösung eines mathematischen Problems. Viele hatten sich daran versucht und waren gescheitert. Es war nur ein winziger Bestandteil einer komplexen Berechnung, aber von großer Wichtigkeit.…

von Jürgen Wagner

Eines Tages hatte der Mensch eine Eingebung:

Die Mineralien, die Pflanzen, die Tiere sind meine Vorfahren. Von ihnen stamme ich her und noch immer sind sie in mir. Der Erde und der großen Entwicklung des Lebens auf ihr verdanke ich mich…

von Alfred Krieger

(Regieanleitung: A spricht mit hoher, etwas jammernder, B mit tiefer, leicht ungeduldiger Stimme)

A: Heit' is 's eig'ntlich gar ned so kalt, gei?!
B: Na.
A: Na – ohne Schmarr'n – i hätt' gmoant, es war' kälter! ……

Hörbuch:
von Dieter J Baumgart

Es wird Zeit, meinte Adam, und blickte bedeutungsschwer auf den Baum der Erkenntnis:
Pflück’ ihn doch mal, mich deucht, wir können damit einiges auf den Weg bringen…
Aber wohin, warf Eva ein.
Ins Verderben, flötete die Schlange…

von Susanna Ka

Er fand sie zwischen Rosen und Lavendel, ganz hinten an der Grenze seines Gartens. Jemand hatte seine kostbaren Polyantha-Rosen geköpft und ihren Körper auf die Blüten gebettet. Er hatte den geschundenen Hals mit Blütenblättern zugedeckt und ihr…

von Susanna Ka

Sturmhochwasser.
Der Reporter hat die Mütze tief ins Gesicht gezogen und sein Mikrofon mit einem Fellüberzug vor dem Sturm geschützt. Breitbeinig steht er am Kai und die Kamera zeigt, wie die ersten kleinen Wellen seine Füße umspülen.…

von Alfred Krieger

Am Rande des kleinen Dorfes lebte die Waldhoferin, welche ihr Leben lang fleißig ihr kleines bäuerliches Besitztum ganz alleine bewirtschaftet hatte. In ihrer Jugend war sie ausnehmend hübsch gewesen und manch einer hatte ihr den Hof gemacht.…

von Susanna Ka

Ich betrachtete das Exposé, das mir der Makler in die Hand gedrückt hatte.
Kaum zu glauben. Da war es.
Das Haus, von dem ich schon so lange träumte.
Es erschien mir wie eine glückliche Fügung, dass ich gerade jetzt, in der…

von Peter K.

Eines Tages traf Großvater einen Freund, dessen Firma sich in einer aussichtslosen wirtschaftlichen Lage befand. „Ich habe solche Angst, dass ich Konkurs anmelden muss“, sagte der Freund.
Großvater antwortete: „Wo die Angst ist, ist die Tür…

von Uwe Kraus

Warum überall Plastik, Saftflaschen, Kaffeedosen, die kein Pfand kosten, und dann wieder Dosen, die 25 Cent kosten, obwohl der Inhalt noch nicht mal so viel wert ist … Trittin hatte das Dosenpfand eingeführt, trotzdem werden seit dem Gesetz…

von Susanna Ka

Annas Herz schlug schmerzhaft gegen ihren oberen Rippenbogen. Zitternd saß Sie auf dem Bett. Das schweißdurchdrängte Nachthemd klebte an ihrem Körper.
Etwas hatte sie aus dem Schlaf gerissen. Ein Geräusch.
Es war in ihre Träume…

von Peter K.

Eines Tages kam ich empört zu meinem Großvater, weil ein Mörder vom Gericht freigesprochen wurde, obwohl klar war, dass nur der Angeklagte der Mörder sein konnte.
"Das ist keine Gerechtigkeit, das darf nicht geschehen," sprach ich mit der…

von Alfred Krieger

Zu Beginn der Zeiten, genauer gesagt, etwas danach, hatte man einem guten Geiste die Aufgabe übertragen, alle Eigenschaften, Gaben und Begabungen aus den Regalen zu befreien, um sie der Welt, der sichtbaren wie der unsichtbaren, zuzuordnen.…

von Ventus Bitterblossom

Über den schmalen Grad zwischen Kreativität und Wahnsinn.

Das schlimme am Wahnsinn ist, dass man ihn erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Es fängt nicht mit dem Flüstern aus der Wand an, sondern mit Neugier.
Wenn du die Stimmen das…

von Alfred Krieger

Ob es uns gibt, Sie, der Sie diese Zeilen lesen, oder mich, der ich Ihnen das Folgende zumute, ob wir existieren, das ist im Wesentlichen egal. Wir beide sind für die Menschheit nicht so notwendig, dass es uns unbedingt geben müsste – liefe doch…

von Uwe Kraus

E-Scooter, Diesel, Feinstaub, Rennräder ...

Heutzutage erscheint es ja wichtig, schnell und umweltbewusst voranzukommen, überhaupt geht über Zeitverlust gar nichts … Das erleben wir in unseren Großstädten und Ballungsgebieten … Früher…

von Thomas Stein

Die Thomasbibel / Bibelhandschrift umfasst 1475 Seiten. Darunter auch den Thomasbrief mit 8 Kapiteln. Das 8. Kapitel stelle ich hier vor:
Thomas 8
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und gebot dem Menschen nicht zu essen vom Baum…

von Uwe Kraus

Wie lange gibt es das Wort Mobbing? In meiner Schulzeit gab es mehr Zusammenhalt – Die Klasse von 1989 – 1998 in meiner Schule war mehr als angenehm! Ich denke, dass Menschen anfangen zu pöbeln, um von eigenen Problemen abzulenken, z. B. auch…

von Alfred Krieger

Fast hätte man es übersehen können, das bescheidene Häuschen am Waldesrande, auf einer kleinen Anhöhe gelegen, nur aus dem Erdgeschoss bestehend, einfach aber gepflegt, Ruhe und eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlend, von einem mehrarmigen,…

von Jan Halbig

Ruhe. Viel mehr könnte er nicht ertragen. Komisch, Stille konnte er nur selten aushalten und meist nicht besonders lange. Aber Ruhe, ja Ruhe, aber war ein muss.
Keine nervigen Aufgaben, auch wenn anstehende und angestandene Pflichten…

von Alfred Mertens

Andrea Sarti schmuggelt die verbotene Schrift Galileo Galileis außer Landes.
Er wird nur schnell kontrolliert und schafft es tatsächlich, unentdeckt zu passieren.
Das Kapitel und somit auch das Buch, endet mit einem kleinen Dialog…

von Peter K.

Wieder kam ich schimpfend zu Großvater, weil ich entsetzt war, darüber, dass ein Politiker nicht zurücktrat, obwohl er gravierendes Fehlverhalten an den Tag gelegt hatte. „Es geht ihm nur um die Macht!“
„Ja“ sagte Großvater „das stimmt.…

von Adak Pirmos

Einst war sie wunderschön voller Kraft und Leben sie war so voller Liebe voller Zuversicht und Hoffnung ihre roten Wangen strahlten Ihr Haar fiel bestechend leicht über die starke Schulter. Es war so viel passiert seit dem, sie hatte mit der Zeit…

von Uwe Kraus

Rabatt und Rabattierung/ der Betrug der Krankenkassen:

„Sehr geehrter Patient, Sie sind nicht privat versichert, ja was soll ich machen?“, lallt der Doktor und winkt mit dem Generikarezept ..., keine Hoffnung auf Heilung, denkt der…

von Susanna Ka

Der Ort lag in Sichtweite.

Das war heute Morgen allerdings auch schon so gewesen, als er das Auto auf dem mit Schlaglöchern durchsetzten Parkplatz abgestellt hatte. Mit raumgreifenden Schritten war er losgegangen. Die Wanderkarte hatte er…

von Pawel Markiewicz

Anmerkung. Dieser Text hat eine Wunderkraft in sich, einen bösen KZ-Lager-Geist
für immer zu vernichten, der vorher über Deutschland schwebte.
So wurde ein Bann abgebrochen.

Es lebe also ein Friedenszeltlager. Deutschland tat…

von Peter K.

In einem Jahr in dem die Welt wieder einmal meinte, es sei das Beste, Konflikte durch Kriege zu lösen, machten Großvater und ich eine Reise nach Amerika. Der Besuch der Stätten der Sklaverei und ihrer Dokumentation erschütterten mich. Aber ebenso…

von Martin Big

Eine bekannte Weisheit sagt „Mit kopflastigem Denken schrumpft Leben zur Rechenaufgabe.“
Doch wir können der Tatsache nicht ausweichen, dass jede einzelne Handlung, die wir tun, ihre Auswirkung auf das Ganze hat.
Manchmal klammern wir…

von Alf Glocker

„Hör mal“, sagte dereinst Hannibal Barkas nicht zu seinem Bruder Hasdrubal, „der Punische Krieg ist ja wohl in die Hosen gegangen – so blöd werden wir doch kein zweites Mal sein …?!“

„Das nicht", meinte Hasdrubal nicht, „aber angreifen…

von Heinz Helm-Karrock

Vor Zeiten, noch in der Dunkelheit, fror die Welt und war still.
Die Welt war leer.
Es gab nur die Leere.
Da öffneten sich in einer sehr großen Erschütterung die Pforte des Lichts und die Pforte des Wedels. Die Erschütterung war…

von Alexander Paukner

Momente sind mehr, sie bleiben das innere Meer. Versinken aus Blicken und decken die Tische. Sie füllen das Glück sind alles aus geben, ein Herz, ein Leben. Ein Lebens Weges Anfang allem gleich, gewogen hat es die kleinste Feder weich. Sie tropft…

Seiten

PARABEL - Die Parabel - eine zweifelhafte Offenbarung?

"Parabola, das Lehrgedicht / erzählet eine kurz Geschichte / welche ihre Deutung hat / und auch geschehen könnte. Die Fabel aber erzählt vielmals / was nicht geschehen kann und macht nicht nur die Tiere / sondern auch die Steine reden. Die lassen wir den alten Weibern / jene aber den verständigeren Leuten."
 
So definiert der Barockdichter Georg Philipp Harsdörffer die kleine Kunstform, an der sich immer wieder große Autoren versucht haben. Der Poetiklehrer Gottsched beschreibt die Parabel ganz nüchtern so: "... eine unter gewissen Umständen mögliche, aber nicht wirklich vorgefallene Begebenheit, darunter eine moralische Wahrheit verborgen liegt."
 
Nun, wem da nicht die Lust zum Lesen vergeht! Da halten wir uns doch lieber an Johann Gottfried Herder: "... sie ist ein erhabenes, aber dunkles Bild, ein Götterspruch, den ein rätselhafter Parallelismus gleichsam nur von ferne hertönet ..." Das klingt ein bisschen rätselhaft ... Versuchen wir es mit einer Erklärung aus dem 20. Jahrhundert! Sie stammt von Andre Jolles: " Die Parabel stellt zwar die
Frage, aber sie gibt keine Antwort. Sie legt uns die Pflicht der Entscheidung auf, aber die Entscheidung selbst enthält sie nicht." Das ist doch eine echte Hilfe, oder nicht?
 
Die Parabel gehört wie die Fabel zu den Ausprägungen bildlicher Erzählrede (vgl. Sprichwort, Gleichnis, Allegorie). Auch die Parabel verfolgt den Zweck, eine im Bild veranschaulichte Erkenntnis (Bildebene) mit Hilfe eines Analogieschlusses auf die Erkenntnis selbst zu übertragen (Sinnebene). Insofern besteht zwischen Fabel und Parabel eine so weitgehende Übereinstimmung, dass eine prinzipielle Trennung gar nicht möglich ist. Ein Unterschied besteht darin, dass die Fabel in erster Linie im Bereich von Tieren, Pflanzen, Dingen spielt. Sie muss deshalb anthropom orphisieren und die Züge ihrer Figuren "künstlich" stilisieren, während die Parabelhandlung Beispiel und Bild vorwiegend zwischenmenschlichen Verhältnissen entnimmt. Die Fabel verlagert den Problembereich nach "außen". Sie ist schematischer im Aufbau und in der Wahl des Kodes und ist deshalb auch in der Deutung die einfachere Form. Die Parabel ist demgegenüber flexibler. Die Beziehungen zwischen Bild- und Sinnebene sind differenzierter und offener. Für den Leser ergeben sich oft verschiedene Dechiffrierungsmöglichkeiten. Denn während die Fabel als Ganzes Zug um Zug übertragen werden kann, gilt dies für die Parabel nur punktuell. Die Kunst der indirekten Belehrung führt hier über eine relativ selbständige Erzählung, die ohne Erklärung, ohne ausdrücklichen Bezug, vieldeutig bleibt. Die Vielschichtigkeit des gemeinten Sinns gilt besonders für die moderne Parabel. So führen Kafkas parabolische Erzählungen jedes Mal in Bereiche, die durch überkommene Wahrheiten kaum erschlossen sind. Der Leser wird in seinem Selbst- und Weltverständnis nachhaltig verunsichert. Auch in Brechts Parabeln wird keine positive "Lehre" vermittelt, sondern es wird auf dem Weg über das Beispiel den geläufigen Denkweisen gegenüber 4 zum Widerspruch aufgefordert. Der Leser soll lernen, eine kritische Haltung einzunehmen, darauf kann dann die von Brecht intend ierte revolutionäre Aktivierung aufbauen.
 
(aus: Literaturunterricht im 9. Schuljahr, Lehrerband zum Lesebuch C9; Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1972; Quelle: http://www.deutsch-ethik-geschichte.de)